Macht Geld glücklich?

Gehaltserhöhung? Lottogewinn? Immer doch, nur her damit! Geld kann man schließlich nie genug haben – oder doch?

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Geld kann glücklich machen – wenn man es für die richtigen Dinge ausgibt Foto: Massonstock/iStock/Thinkstock

Geld erleichtert das Leben, keine Frage. Wer nicht jeden Cent umdrehen muss und sich auch mal was leisten kann, hat weniger Sorgen, als wenn man nicht weiß, wie man die nächste Stromrechnung begleichen soll. Aber wie viel Geld braucht man, um wahres Glück zu erfahren? 

Mehr Geld, mehr Glück?

Bekommt man eine stattliche Gehaltserhöhung, beeinflusst das unser Glücksempfinden in der Tat! Ist ja auch eine tolle Sache, wenn man für eine Arbeit, die man auch noch gerne macht, entsprechend belohnt wird. Allerdings sind dafür keine Boni in Millionenhöhe vonnöten. Studien konnten zeigen, dass ein Gehaltszuwachs nur etwa bis zu einem Jahreseinkommen von 80.000 bis 100.000 Euro mehr Glücksgefühle mit sich bringt. Alles, was danach kommt, wirkt sich nicht mehr messbar auf unsere Zufriedenheit aus – wir haben uns da nämlich bereits schlichtweg an einen gehobenen Lebensstandard gewöhnt und finden es nicht mehr allzu aufregend.

Gier nach Geld

Wer sein Handeln einzig dem Streben nach Reichtum widmet, wird garantiert nicht glücklich! Einen gut bezahlten Job zu haben, den man hasst, ist also kontraproduktiv. Glücklicher wird man, wenn man eine Arbeit hat, in der man aufgeht und die einem ein gutes Gefühl gibt – unabhängig vom Gehalt. 

Der Mensch liebt Vergleiche

Wie zufrieden man mit dem eigenen Einkommen ist, hängt stark davon ab, wie viel die anderen verdienen. Verdienen wir ein bisschen mehr, macht uns das schon gleich viel zufriedener, egal wie hoch das Einkommen nun ist. Hauptsache ein wenig mehr als der liebe Kollege. Studien konnten zeigen, dass Menschen lieber in einer Firma arbeiten würden, in der sie 80.000 Euro verdienen und die Kollegen 60.000 Euro, als in einem Unternehmen, in dem die Kollegen 130.000 Euro und man selbst "nur" 100.000 Euro verdienen würde. 

Geld macht weniger traurig

Ein Zusammenhang zwischen Geld und Glück ist also nicht von der Hand zu weisen, allerdings nur kurzfristig und bis zu einem gewissen Betrag. Auch Lottogewinner gewöhnen sich so rasch an ihren neuen Wohlstand, dass ihr Glücksgefühl nach einiger Zeit wieder Normalniveau erreicht hat. Was aber feststeht und auch in Studien bestätigt werden konnte, ist, dass Geld weniger traurig macht. Der Grund dafür liegt klar auf der Hand: Wer genügend auf dem Konto hat, um problemlos seine alltäglichen Besorgungen oder auch mal unerwartete Ausgaben wie die Reparatur des Autos begleichen zu können, hat weniger Sorgen.

Weniger Geld, aber mehr Mitgefühl  

Wer eher wenig auf dem Konto hat, entwickelt im Vergleich zu wohlhabenden Personen mehr Mitgefühl und handelt öfters selbstlos. Wer hingegen eine dicke Brieftasche hat, der legt mehr Wert auf seine persönliche Zufriedenheit und führt seine Reichtümer stolz vor – nicht jeder hat schließlich eine schicke Jacht. Je weniger Geld man hat, desto wichtiger werden also zwischenmenschliche Beziehungen – ob nicht genau da der wahre Reichtum zu finden ist? 

Gekonnt investieren

Nicht nur wie viel Geld man hat, auch für was man es ausgibt ist wichtig für das Glücksempfinden. Das neue Auto, die tollen Schuhe, der fette Fernseher? Alles nicht schlecht, keine Frage, aber langfristig glücklich wird das nicht machen. Kurz nach dem Kauf freut man sich zwar, allerdings flaut dieses Gefühl schnell wieder ab. Grund dafür ist der Gewöhnungseffekt: Hat man bestimmte Dinge länger, sind sie einfach nichts Besonderes mehr. Besser ist es da, sein Geld in Erlebnisse, wie etwa eine tolle Reise, zu investieren – und eine gute Kamera in diesem Fall. Denn so kann man das Erlebte einfangen und sich auch später immer wieder daran zurückerinnern. Das Glücksgefühl, das man auf der Reise erlebt hat, kann so immer wieder reaktiviert werden und man hat sein Glücksempfinden wirklich langfristig gesteigert. 

Eine Studie konnte auch zeigen, dass Schenken Glück schenkt. Wer sein Geld für andere Menschen ausgibt und ihnen so etwas Gutes tut, der macht sich selbst am glücklichsten. Geld kann also wirklich glücklich machen, vorausgesetzt, man setzt es gekonnt ein. Und dabei gilt: Geteiltes Geld ist doppeltes Glück!

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