Katzen-Kabarett

LOL. Sie schnattern, schlagen Purzelbäume, dreschen auf Duschköpfe ein und jagen dem Licht hinterher ... meine Mitbewohner – meine Lieblings-Comedians!

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Erste Reihe fußfrei im täglichen Katzen-Kabarett. Foto: Conny Engl
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Was ist dir wichtiger? Dieses bescheuerte Buch oder dein anbetungswürdiger Kater? (Aus der Kategorie: Blicke sagen mehr als tausend Miaus.) Foto: Conny Engl

Ich liebe ja Kabaretts. Und für die meisten Lacher muss ich nicht mal viel Geld ausgeben, denn die besten Kabarettisten, die ich kenne, teilen sich eine Wohnung mit mir. So komme ich mit meinen beiden Katzen Ella und Carlos fast täglich zu meinem Gratis-Lachmuskel-Training, wenn ...

... sie schnatternd ein Vogerl beobachten – die Beute so nah, doch wegen der blöden Fensterscheibe nicht krallbar.

... Carlos sich genüsslich der Massage mit der Fellbürste hingibt und sich alle paar Sekunden auf die andere Seite dreht – damit ich meinem kleinen Adonis ja schön gleichmäßig sein Fell glänzend striegle.

... die beiden eifersüchtig werden, wenn ich telefoniere oder mich zu lange in ein Buch vertiefe.

... sich Ella ganz oben auf dem Küchenkastl in Sicherheit bringt, sobald ich das Staubsaugermonster hervorhole.

... ich mit ihnen Verstecken spielen will und die beiden mich ansehen, als wäre ich jetzt komplett durchgeknallt.

... Carlos sich in der Früh zu mir kuschelt, sich aber sofort aus meiner Umarmung löst und mit einem trotzigen „Mjau“ das Bett verlässt, wenn Ella sich zu uns gesellen will.

... Ella schnatternd am Küchentisch sitzt und auf die Decke schaut – wo mein Handy durch die Sonneneinstrahlung einen kleinen Lichtfleck wirft. Und wie sie dem Licht dann nachjagt und zwei Meter hoch hüpft, wenn ich mein Handy etwas drehe.

... mir mal wieder zwei große unschuldige Augen entgegenblicken, wenn ich den Deckel vom Wäschekorb aufmache.

... Carlos wie ein verrückt gewordener Muhammed Ali auf den Duschkopf eindrischt (nein, ich weiß nicht warum).

... Ella es sich am Drucker gemütlich macht, unabsichtlich am Start-Knopf ankommt und einen halben Herzinfarkt bekommt, weil das Gerät plötzlich laut brummend zum Leben erwacht.

... Carlos tagelang seinen Spaß mit einem abgerissenen Papier von der Fusselrolle hat.

... die beiden die Welt nicht mehr verstehen, wenn ich durch die Wohnung tanze. Blicke sagen oft mehr als tausend Miaus ...

... ich die Welt nicht mehr verstehe, weil Carlos beim Spielen wieder mal etwas zu grob zu Ella ist – Ella ihn zehn Minuten später aber liebevoll sein Kopferl abschleckt.

... Carlos einen Purzelbaum zu meinen Füßen macht und mir seinen Bauch entgegenstreckt „Miau, bitte streicheln! Jetzt!“

... Ella und ich mal wieder ein Gespräch „unter Frauen“ führen. Da antwortet sie mir bis zu einer halben Stunde lang mit unterschiedlichen „Miaus“. Jaja, Crazy Cat Lady ...

... ich Besuch habe und Carlos auf meinen Schoß hüpft und sich schnurrend einrollt – wenn wir alleine sind, macht er das komischerweise nie.

... die beiden die schwierigsten Yoga-Posen einnehmen, um jeden Millimeter ihres Fells zu putzen.

... Ella und Carlos die süßesten Miau-Lieder singen, wenn ich den Kochlöffel schwinge. „Wir wollen auch was ab! Miiiiaaaauuuuuuu!“

... meine Katzen plötzlich zu Eichkatzerl werden. Schon ein Poppen in der Mikrowelle reicht aus – und ihr Schwanz mutiert zum „Oachkatzlschwoaf“ und sie flüchten im Blitz-Modus in die Höhe.

Anti-Kabarett

Was ich jedoch ganz und gar nicht lustig finde, sind so hirnbefreite „Trends“ wie die Gurken-„Gaudi“. Seit drei Jahren kursieren immer wieder Videos in sozialen Medien, in denen sich eine Katze vor einer Gurke erschreckt, dazu noch die Aufforderung: „Nimm eine Gurke und leg sie mal hinter deine Katze! Ihre Reaktion ist zum Totlachen. Das musst du unbedingt ausprobieren!“ Und die Leute probieren es natürlich aus, wodurch immer mehr Videos im Netz kursieren. Zahlreiche Artikel haben mittlerweile aufgeklärt, dass erstens es nicht die Gurke per se ist, weshalb sich Katzen erschrecken, sondern weil plötzlich ein „Ding“ da liegt, wo vorher keines war. Zweitens: für Katzen, die ohnehin sehr sensibel sind, ist das eine extreme Stress-Situation. Und das nur für einen kurzen Lachanfall?

Dabei gibt es doch eh so viele Situationen, wo uns Katzen zum Lachen bringen – ganz ohne Stress für unsere Haustiere.

Fußball-Fans

Derzeit sind Ella und Carlos übrigens richtig begeistert, dass endlich mal „was gscheits“ im Fernsehen läuft. WM-Fans kann ich nur raten: seht euch das Spiel zuhause mit euren Katzen an. Man sollte zwar nicht zu fußball-fanatisch sein, denn die meiste Zeit versperren sie die Sicht auf den halben Bildschirm, aber wenn sie dann völlig irritiert den Ball suchen, der doch gerade aus dem Bildschirm gehüpft ist ... ganz ehrlich: Das ist noch lustiger, als den Deutschen beim Verlieren zuzusehen.

 

Weekend-Redakteurin Conny Engl ist seit einigen Monaten Katzenmama. Ella und Carlos heißen ihre beiden Mitbewohner, wobei sie scherzhaft einräumt, dass mittlerweile eher sie die Mitbewohnerin ist als umgekehrt. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse und vieles mehr rund um das Thema Katzenhaltung.

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