Was unsere Lieblingsgetränke über den Charakter verraten

Du bist, was du isst – diese Weisheit kennen wir zur Genüge. Höchste Zeit, die gängigen Lieblingsgetränke unter die Lupe zu nehmen, um herauszufinden, was sie über den Charakter verraten. Dazu haben wir Details aus allerlei skurrilen Studien zusammengetragen. Warum sich unter Kaffeeliebhabern die meisten Psychopathen tummeln, und Cola-Liebhaber nicht zu den pfiffigsten Zeitgenossen gehören, erfahren Sie hier.

Drinks
Foto: Bobby Rodriguezz/Unsplash

Getränkevorlieben verraten eine ganze Menge über uns und unsere Einstellung zum Leben. Wer sich auf Mineralwasser und Zuckerfreies konzentriert, wenig oder keinen Alkohol trinkt, legt offensichtlich vor allem Wert auf Gesundheit, Fitness und ein produktives Leben. Aber wo bleibt da der Spaß?

Auf der anderen Seite stehen die Geselligen, die auch mal Fünfe gerade sein lassen. Ein Bierchen zum Feierabend, ein schönes Glas Rotwein zum Date, ein bunter Cocktail zum Feiern, warum nicht? Allerdings gibt es selten zwei konkret abgrenzbare Lager. Die Übergänge sind in der Regel fließend.

Kaffee oder Tee?

Rund zweieinhalb Tassen Kaffee trinkt jeder Österreicher im Jahr. Eine beachtliche Menge, oder? Damit kommt Kaffee als Lieblingsgetränk noch vor Bier oder Mineralwasser.

Keine Überraschung: Je stressiger der Job, desto höher der Kaffeekonsum. Denn bei einigen liegt der Konsum pro Tag auch bei drei oder vier Tassen. Wer regelmäßig Überstunden macht oder bis spät abends arbeitet, gehört dabei eher zu den Vielkonsumenten. Sparfüchsen reicht die einfache Filtermaschine mit No-Name-Kaffee aus dem Discounter. Für anspruchsvolle Genießer müssen es wenigstens Pads, Kaffeekapseln oder - noch lieber - Spezialitäten aus dem Kaffeevollautomaten sein.

Die stressigsten Jobs mit dem höchsten Kaffeekonsum

Wer zu den Kaffee-Vieltrinkern gehört, ist aller Wahrscheinlichkeit nach Angehöriger einer der folgenden Berufsgruppen. Besonders alle, die "irgendwas mit Medien" machen wie Journalisten und Texter, kommen nicht ohne regelmäßigen Koffein-Kick durch den Tag.

  • 10. Berufsfahrer: Fernfahrer, Busfahrer und Taxifahrer
  • 09. Mitarbeiter im Einzelhandel
  • 08. IT-Mitarbeiter
  • 07. Callcenter-Mitarbeiter
  • 06. Vorgesetzte
  • 05. Krankenhauspersonal: Gesundheits- und Krankenpflegerinnen sowie -pfleger
  • 04. Klempner / Mitarbeiter von Handelsunternehmen
  • 03. Lehrkräfte
  • 02. Polizeibeamte
  • 01. Journalisten

Tee Kaffee
Foto: Ngoc Thuan/Unsplash

Kaffee: Schwarz ohne Zucker, mit Milch und Zucker oder Sojalatte?

Das Etikett "gestresster Workaholic" ist noch längst nicht alles, was die Vorliebe für Kaffee in Massen über einen Menschen aussagt. Es kommt auch darauf an, wie der Kaffee am liebsten getrunken wird. Schwarz? Mit Milch und Zucker? Als Sojalatte? Die Wissenschaft geht heutzutage davon aus, dass Geschmack genetisch bedingt ist. Allerdings ist niemand vor Influencern gefeit.

Eine Studie der Universität Innsbruck, die innerhalb des Fachjournals "Appetite" veröffentlicht wurde, kommt zu einem verblüffenden Ergebnis: Menschen, die Kaffee und schwarzen Tee am allerliebsten pur trinken, besitzen demnach eine eher dunkle, feindselige Persönlichkeit. Die Forscher fanden zudem eine Verbindung zwischen bitteren Stoffen und psychopathischen und alltagssadistischen Tendenzen! Psychopathie äußert sich durch Empathielosigkeit gegenüber anderen Menschen, durch das Fehlen von Gewissen und die Weigerung, soziale Verantwortung zu übernehmen. Dazu zeigten Menschen mit einer Vorliebe für Bitteres angeblich ein rücksichtsloses Machtstreben, übertriebene Selbstliebe und Größenfantasien.

Wer es am liebsten süß mag und den bitteren Geschmack von Kaffee und schwarzem Tee mit reichlich Zucker oder Süßstoff ausschaltet, zeichnet sich durch ein freundliches Wesen aus. Er gilt als sozialer und verträglicher Typ.

Das gezogene Fazit der Studie trifft wohl auch auf alle zu, die mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben und darum auf Milch und Zucker verzichten: Diäten machen bekanntlich nicht fröhlich. Wer ständig vor Kalorien auf der Flucht ist und sich jede noch so kleine Leckerei untersagt, braucht eine gehörige Portion Selbstkontrolle. Das entlädt sich nicht selten in Form von bissigen Kommentaren und Aggressivität gegenüber unseren Mitmenschen.

Trendgetränk Soja-Latte

Manche lieben nicht einfach nur Kaffee. Sie schwören auf Soja-Latte. Der Verzicht auf Kuhmilch klingt im ersten Moment bewundernswert nach Ethik, Tierrechten und Veganismus. Vielleicht stehen für bestimmte Liebhaber dieses Getränks exakt diese Werte tatsächlich an erster Stelle. Falls ja: Daumen hoch!

Möglicherweise stecken hinter dieser Getränkevorliebe allerdings weitaus oberflächlichere Überlegungen. In der Modelbranche ist Soja-Latte einfach ein Trendgetränk, dem alle möglichen positiven Eigenschaften zugeschrieben werden. Angeblich sei Sojamilch besser für die Haut oder gut für die Fettverbrennung. Ein Irrtum, denn bei Sojamilch handelt es sich in der Regel um ein Abfallprodukt aus der Sojaöl-Industrie, das alles andere als gesund ist. (Wer wirklich etwas für seine Gesundheit tun möchte, greift besser zu Mandelmilch.)

Tee: Beutel oder lose?

Mindestens 33 Liter Tee trinkt jeder Österreicher pro Jahr – das ist europaweit Spitze. Vor allem Kräutertees werden immer beliebter. Übrigens: Früchtetees und Kräutertees zählen nicht zu Teesorten, sondern gelten als "teeähnliche Erzeugnissen". Der Grund dafür ist, dass ihnen das Koffein beziehungsweise Teein fehlt. Der echte Tee stammt von einem Teestrauch namens Camellia sinensis. Das gilt für schwarzen und grünen Tee gleichermaßen.

Tee hat ein positives Image: Er gilt als gesund und verrät einen auf Achtsamkeit bedachten Menschen mit Sinn für das Besondere. Das gilt vor allem dann, wenn der Tee frisch aufgebrüht wird. Schließlich nimmt die Zubereitung einiges an Zeit in Anspruch: Er muss abgefüllt, mit kochendem Wasser aufgegossen werden und im Anschluss ein paar Minuten ziehen. Zeit für dieses Ritual nehmen sich die wenigsten Menschen mit einem aktiven, bewegten Alltagsleben.

Grünem Tee wird zudem eine heilsame Wirkung nachgesagt: Angeblich reduziert er das Risiko für Krebs, Demenz und Herz-Kreislauferkrankungen. Gesundheitsbewusste schwören darauf. Was verrät es, wenn ein Teetrinker Tee lieber lose kauft als im Beutel? Dahinter steckt offenbar ein Genießer, der sich Zeit nimmt für die schönen Dinge des Lebens, die Gemütlichkeit beim Teetrinken schätzt und auf Qualität Wert legt. Denn der "Teestaub", der in Beutel abgefüllt wird, hat die Neigung, bei der Zubereitung schnell unangenehm zu schmecken.

Tee Beutel Tasse
Foto: Kira auf der Heide/Unsplash

Cola oder Wasser?

Cola mit und ohne Zucker

Erfrischungsgetränke wie Cola enthalten eine Menge Zucker: Auf einen Liter kommen immerhin 106 Gramm. Foodwatch hat die schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit zusammengestellt, die bei regelmäßigem Konsum auf uns zukommen:

  • Übergewicht bis zur Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Typ-2-Diabetes
  • Karies
  • Fettleber
  • Herzinfarkt
  • Gicht

Die Liste ist lang. Und erschreckend. Für Cola-Trinker findet der US-amerikanische Ernährungswissenschaftler Walter Willett klare Worte: Nur dumme Menschen ignorieren die Fakten. Provokant? Zweifellos!

Der Griff vieler Menschen geht zu den Light-Varianten, die es inzwischen in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen von Lemon (Zitrone) über Cherry (Kirsche) bis Ginger (Ingwer) gibt. Aber darin befindet sich der in die Kritik geratene Süßstoff Aspartam.

Wer trotzdem zur Cola greift, verrät, dass ihm süßer Geschmack im Hier und Jetzt über alles geht. Auch über das sichere Wissen, dass diese Getränkevorliebe der eigenen Gesundheit schadet. Die Zukunft scheint weit weg. Vermutlich steckt hier ein Mensch, dem Selbstkontrolle nicht nur schwer fällt, sondern schlicht und einfach fern liegt. Der Augenblick zählt.

Wasser mit und ohne Kohlensäure

Überzeugende Wasser-Trinker sind das andere Extrem. Rund 92 Liter Wasser konsumiert jeder Österreicher pro Jahr. Damit liegt es – gleich nach Kaffee – auf Platz zwei der beliebtesten Getränke. Wasser ist kalorienfrei, gesund und enthält wichtige Mineralstoffe. Am preiswertesten und umweltfreundlichsten ist es direkt aus dem Hahn. Allerdings fehlt vielen Menschen dabei die Kohlensäure. Ohne das erfrischende Blubbern ist das Wasser zwar bekömmlicher, schmeckt allerdings auch lahm und nichtssagend.

Ohnehin ist derzeit ein Trend zum Wassertrinken erkennbar. Manche Gastronomien führen eine umfangreiche Auswahl unterschiedlicher Wässerchen für den anspruchsvollen Wassertrinker. Hinter Menschen, die selten ohne eine Wasserflasche anzutreffen sind, verbirgt sich oft eine Sportskanone. Nicht nur beim Training, auch im Alltag behalten sie ihren Wasserhaushalt im Blick. Sie kennen sich damit aus, welche Wirkung die richtige Wassermenge zum passenden Zeitpunkt hat. Und wieviel Flüssigkeit nötig ist, um gesund zu bleiben oder sportliche Höchstleistungen erbringen zu können. Gesundheit und Fitness stehen als Werte für sie an erster Stelle.

Zitrone
Foto: Jamie Street/Unsplash

Bier oder Wein?

Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 106 Liter pro Jahr gehört Bier zu den Lieblingsgetränken der Österreicher - womit diese noch vor den Deutschen liegen. Biertrinker haben allerdings mehrheitlich kein gutes Image. Bier gilt noch immer als "Proletengetränk", ruft Bilder von gröhlenden Fußball-Fans wach und lässt an Männer denken, die nach Feierabend in Unterhosen auf dem Sofa sitzen. Kurz gesagt: Diese Getränkevorliebe verrät einen wenig gesundheitsbewussten Lifestyle. Allerdings sind Biertrinker auch gesellig, unkompliziert und bodenständig.

Wein dagegen hat etwas Edles, Kultiviertes. Ein Glas Wein wird verbunden mit Entspannung, gutem Essen, Nachdenklichkeit und Romantik. Darüber hinaus werden besonders dem Rotwein positive Auswirkungen auf die Gesundheit nachgesagt. Das verdankt er seinen Antioxidantien. Die stecken zwar auch in Bier und Weißwein, aber nicht in ebendieser Menge.

Weder Bier noch Wein gelten als kalorienarme Getränke. Sind Weintrinker nur wegen ihrer Getränkeauswahl gesünder? Dänische Wissenschaftler wollten es genauer wissen. Sie prüften die Bons von Biertrinkern und Weinliebhabern. Was sie dabei entdeckten: Biertrinker achten tatsächlich weniger auf ihre Gesundheit als Weintrinker. Chips, Cola und Fastfood fanden sich öfter auf ihren Belegen als bei den Weinliebhabern, die eher zu Obst und Gemüse griffen.

Bereits 2001 ergab eine andere dänische Studie, die der Wissenschaftler Erik Mortensen veröffentlichte, dass Weintrinker einen höheren IQ besitzen als Biertrinker. Außerdem war bei ihnen die Gefahr des Alkoholmissbrauchs geringer. Das mag daran liegen, dass Wein meistens doch mit mehr Achtsamkeit eingekauft und getrunken wird als Bier.

Craft Beer

Außer, es handelt sich um ein besonderes Bier wie Craftbeer. "Craft" stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "handgemacht". Die Begeisterung für Craftbeer ist aus den USA zu uns übergeschwappt. Gebraut von kleineren Betrieben jenseits der großen Brauereien ist es so etwas wie das Bier der Rebellen mit individueller Geschmacksnote.

Pils oder Weizen?

Das Pils gilt als Klassiker. Sein Alkoholgehalt liegt bei 4,9 Volumenprozent. Es ist ein typisches Feierabendbier, das sich nebenbei aus der Flasche beim Fernsehen wegtrinkt. Für ein Weizenbier sind ein bisschen mehr Zeit und Aufmerksamkeit angebracht: Es besitzt einen fruchtigen Geschmack und hat dank des hohen Kohlensäuregehalts eine erfrischende Note. Oft wird es eingesetzt, um einem Essen die Schärfe zu nehmen. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 4,5 und 5,0 Volumenprozent.

Bier
Foto: Bence Boros/Unsplash

Weiß- oder Rotwein?

Der nächste Blick geht zu den Weinvorlieben von Frauen. Hier zeigen sich eine Reihe von Eigenschaften und Verhaltensweise, die angeblich Rotwein- und Weißweintrinkerinnen unterscheiden.

Frauen, die Rotwein bevorzugen, geraten in der Bar angeblich schnell ins Philosophieren. Sie gelten als eher ruhig, kultiviert und belesen. Ihre Musikvorlieben tendieren Richtung Klassik. Statt wilder Partys sind ruhige Gespräche angesagt. In Beziehungen sind sie ernsthaft auf der Suche nach Mr. beziehungsweise Mrs. Right.

Weißweintrinkerinnen dagegen sind witziger und lockerer. Sie lieben Partys, elektronische Musik und sind einem One-Night-Stand gegenüber nicht unbedingt abgeneigt.

Prosecco oder Schampus?

Sekt ist nichts anderes als mit Kohlensäure versetzter Wein. Kenner differenzieren zwischen Perlwein und Schaumwein. Perlweine zeichnen sich durch einen geringeren Alkoholgehalt und weniger Kohlensäuredruck aus. Dazu zählt der besonders bei Frauen beliebte Prosecco, der nicht mehr als 2,5 Bar aufweist und besonders günstig zu haben ist.

Perlender Sekt mit mehr Druck als drei Bar und mindestens zehn Volumenprozent Alkohol gehört zu den Schaumweinen. Die mit Abstand edelste Variante ist der Champagner, der aus dem französischen Weinanbaugebiet Champagne stammt und nach wie vor als Getränk für die Elite gesehen wird. Eine einzige Flasche Champagner erwirbt der durchschnittliche Österreicher jedes Jahr. Eingesetzt wird sie zu speziellen Anlässen wie Hochzeiten, Silvesterfeiern oder Geburtstagen, und dann wird mit Freunden angestoßen. Durchschnittlich fünf Personen teilen sich den luxuriösen Tropfen. Was das verrät? Dass den meisten Menschen nur die besonderen Momente im Leben die Investition wert sind.

Mittlerweile setzt sich ein Gläschen als Auftakt zum Essen durch: Die Zeit bis zur Vorspeise wird mit Prosecco, Sekt oder Champagner überbrückt. Die Auswahl hängt nicht selten vom Geldbeutel und vom Anlass, aber auch von der beabsichtigten Außenwirkung ab. Die Österreicher bevorzugen übrigens gerne heimische Produkte, auch beim Schaumwein, so die Ergebnisse des Schlumberger Sektreports.

Glühwein oder Irish Coffee?

Glühwein ist der Weihnachtsmarkt-Klassiker schlechthin! Wenn es draußen kalt wird, vielleicht sogar schneit, und die kleinen Buden ab Ende November die Vorweihnachtszeit in den Innenstädten einläuten, gibt es kaum jemanden, der nicht mit einem Glühwein über den Weihnachtsmarkt schlendert. Der Duft nach typisch weihnachtlichen Zutaten wie Zimt, Gewürznelken, Sternanis und Zitronenschalen sowie die Zugabe von reichlich Zucker täuschen darüber hinweg, dass Glühwein immerhin zwischen 8,8 und 13 Volumenprozent Alkohol beinhaltet. Glühweintrinker sind in der Regel gesellig, gemütlich und schätzen die weihnachtliche Atmosphäre. Rund 5 Millionen Liter Glühwein trinken die Österreicher jedes Jahr.

Eine edlere Variante eines wärmenden Heißgetränks ist der Irish Coffee. Auch die Kaffeespezialität mit Whiskey, heißem Kaffee, braunem Zucker und Sahne ist vor allem in der kalten Jahreszeit beliebt.

Der Legende nach entstand das Mixgetränk im Jahre 1942 am Flughafen Foynes (heute Shannon International Airport) an der irischen Westküste. Im Restaurant von Foynes bekamen durchgefrorene Passagiere von Chefkoch Joe Sheridan aus Nordirland ein besonderes Getränk zum Aufwärmen: Er kochte starken Kaffee mit Zucker, gab einen Schuss irischen Whiskey dazu und setzte frische Schlagsahne darauf. Das war die Geburtsstunde des Irish Coffee.

Im Gegensatz zum Glühwein wird er eher in der Bar getrunken. Es ist ein kostspieligeres Getränk, das mit echtem irischem Whisky zubereitet wird. Zum Genuss braucht es Zeit und Muße. Wegen des hohen Alkoholgehalts wird Irish Coffee oft als Cocktail bezeichnet.

Kurzer oder Cocktail?

Der "Kurze" hat sich als Verdauungsschnaps einen Namen gemacht: Nach einer fettigen Mahlzeit wird etwa beim Griechen ein Ouzo gratis dazu gereicht. Die Verdauung fördert der Schnaps allerdings nicht, so das Ergebnis einer Studie. Stattdessen hat der Metabolismus noch mehr zu kämpfen.

Ein Cocktail besteht aus mindestens drei Zutaten. Britische Forscher haben untersucht, wie sich hochprozentiger Alkohol auf das Gemüt auswirkt und die Ergebnisse ihrer Studie im British Medical Journal veröffentlicht. Dafür werteten sie die Antworten von 29.836 Probanden aus 21 Ländern aus. Ergebnis: Immerhin 43 Prozent fühlten sich durch Cocktails sexy. 30 Prozent der Befragten bezeichneten sich beim Trinken von Cocktails selbst als aggressiv. Das betrifft übrigens vor allem Männer: Frauen reagieren zwar mit starken Emotionen, aber ohne Aggressivität auf das hochprozentige Getränk.

Gin
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Fruchtig-süß oder säuerlich-herb?

Hier erinnern wir erneut an die anfangs erwähnte österreichische Studie: Liebhaber des Bitteren besitzen demnach eher dunkle Charakterzüge. Dazu gehören das rücksichtslose Streben nach Macht sowie psychopathische und narzisstische Tendenzen.

Wer süße Drinks bevorzugt, gilt als zugänglicher und empathischer. Mehrheitlich sprechen die süßen, knallig-bunten Cocktails allerdings Frauen an, wie eine Studie an der Uni Tübingen herausfand. Männer fühlen sich mit einem Bier wohler und maskuliner.

Mit oder ohne Eis?

Wer Cocktails ohne Eis bevorzugt, verzichtet auf den Frische-Kick, aber auch auf Aromen, die sich erst beim Kontakt mit Wasser richtig entfalten. Meistens handelt es sich um argwöhnische Zeitgenossen, die sich schnell betrogen fühlen: Schließlich legen sie eine Menge Geld auf den Tisch. Dementsprechend wollen sie nicht, dass zur Hälfte Wasser im Glas schwimmt.

Frische Eiswürfel im Cocktailglas lassen das Mixgetränk um 20 Prozent langsamer verwässern. Es bleibt länger kalt, und das tut dem Geschmack der meisten Drinks gut.

Gerührt oder geschüttelt?

Es gibt wohl niemanden, der bei dieser Frage nicht sofort an James Bond denken muss. Das vielleicht berühmteste Zitat der Filmgeschichte - "Geschüttelt, nicht gerührt" - bringt Cocktail-Trinker regelmäßig ins Grübeln. Was ist nun die bessere Mix-Methode? Die Antwort: Beides führt zum Ziel. Cocktails mit klaren Zutaten werden gerührt. Sind Sirup, Saft oder Sahne enthalten, wird geschüttelt. Nach 12 Sekunden ist das Optimum an Kälte erreicht. Ein längerer Aufenthalt im Shaker ist nicht sinnvoll. Wer unsicher ist, überlässt die Entscheidung dem Barkeeper. Der weiß schließlich am besten, wie es geht.