Die 4 kultigsten Filmkulissen Hollywoods

Ein unauffälliges Haus wird zum Inbegriff des cineastischen Geisterhauses, die Drehorte des berühmtesten Zauberlehrlings sind wahre Pilgerstätten und "Twelve Oaks" steht aktuell zum Verkauf. Hier einige unvergessene Filmsets.

Harry Potter Haus
Harry Potters Geburtshaus in Suffolk Foto: South WestNew Service LTD/Action Press/picturedesk.com

So mancher Filmklassiker hat neben Handlung, Darstellern und Inszenierung auch ob seiner spektakulären Filmkulisse Kultstatus erlangt. Denn Architektur und Landschaft im Film tragen wesentlich zu idyllischer Romantik, düsterer Spannung oder sonniger, guter Laune bei.

1. Harry Potter

Magisch wird es an den Filmsets des wohl berühmtesten Zauberjungen der Filmgeschichte, Harry Potter. Spezielle Filmset-Touren in England, London, und Schottland führen von Drehort zu Drehort und gelten als Pilgerstätten für Harry Potter-Fans. Darunter befindet sich auch jenes Haus, in dem alles begann: Harrys Geburtshaus. Im berühmten "De Vere House", das eigentlich in Suffolk, nicht im fiktiven Örtchen Godric's Hollow steht, erblickte Harry nicht nur das Licht der Welt, es ist auch jener Ort, an dem Harry als Baby den Angriff Voldemors überstand und so zu seiner berühmten Narbe kam. 2017 wechselte das Sechszimmerhaus, das auf einem 1.500 Quadratmeter großen Grundstück steht, für rund 1,1 Millionen Euro den Besitzer. Ebenfalls zum Verkauf stand ein weiteres Haus aus Harrys Kindheit: das Haus der Dursleys, in dem er aufgewachsen ist. Das Haus mit der Adresse Ligusterweg 4, das in Wirklichkeit in 12 Picket Post Close in Bracknell, Berkshire, steht, kam 2016 für rund 550.000 Euro auf den Markt.

2. Vom Winde verweht

Wer kennt sie nicht, die schmachtenden Blicke von Scarlett O'Hara - anfangs für ihren Nachbarn Ashley Wilkes, später endlich für den unvergessenen Rhett Butler? Für alle Fans des Südstaatenepos "Vom Winde verweht" (1939) eine wunderbare Nachricht: Die Plantage in Georgia, die als Kulisse von Ashley Wilkes' "Twelve Oaks" diente, wird derzeit mit einem Startgebot von einer Million Dollar versteigert. Der Meistbietende sichert sich damit nicht nur ein Stück Kinogeschichte, sondern auch ein imposantes Herrenhaus mit rund 930 Quadratmeter Wohnfläche, Bibliothek und Swimmingpool sowie zwölf Schlaf- und 13 Badezimmern. Umgeben wird die Villa von einer rund 1,3 Hektar großen Parkfläche.

3. Der große Gatsby

Noch opulenter zeigt die gigantische Villa von Jay Gatsby in der Neuverfilmung von "The Great Gatsby" mit Leonardo DiCaprio (2013). Gedreht wurde unter anderem auf Long Island nahe New York - dort fand Regisseur Baz Luhrmann ein Herrenhaus im Kolonialstil, das dem im Buch von Autor Francis Scott Fitzgerald beschriebenen Prunkanwesen nahekam. Besonders der 310.000 Quadratmeter große Garten samt Poolhäusern, Springbrunnen, imposantem Treppenaufgang und Pflanzenkunst passte zur Vorlage. Die reale Vorlage für Gatsbys Herrenhaus fand Fitzgerald angeblich ebenfalls auf Long Island: Und zwar in der Villa "Beacon Towers", die dem Journalisten und Pulitzer-Preisträger Herbert Bayard Swope gehörte - auch er soll Anfang des vergangenen Jahrhunderts illustre Partys auf seinem Anwesen gefeiert haben. Leider aber wurde die Villa mit ihren markanten spitzen Türmchen im Jahr 2011 abgerissen.

4. Amityville Horror

Weniger für gute Laune als vielmehr für puren Horror steht das Haus an der Ocean Avenue 112 im Städtchen Amityville auf Long Island - in diesem soll Grausames stattgefunden haben, was 1979 im Film "Amityville Horror" und 2005 in der gleichnamigen Neuverfilmung dargestellt wurde. Im Mittelpunkt stehen reale Geschehnisse: Ronald DeFeo Jr. hat mit seinen Eltern und vier Geschwistern in diesem Haus gelebt. Im November 1974 hat der damals 23-Jährige eines Nachts seine gesamte Familie im Schlaf ermordet und sitzt heute noch dafür im Gefängnis - er bekam 25 Jahre Haft für jedes Familienmitglied. Über das Tatmotiv herrscht noch immer Unklarheit, da Ronald bei Befragungen stets Widersprüchliches angab: Einmal habe er im Drogenrausch gehandelt, einmal aus Rache am Vater (sie haben sich nicht gut verstanden) und einmal hätten ihn Geisterstimmen zu der Tat angestiftet. Und eben dieses letzte Motiv mit den Geistererscheinungen wurde von der Presse und dann auch von den Drehbuchautoren begierig aufgenommen: So handeln die Filme von der Familie Lutz, die ein Jahr nach den Morden das Haus kaufte, bald darauf aber unheimliche Spukerscheinungen erlebte und das Haus schließlich fluchtartig verließ.