Studie: Was passiert wirklich, wenn wir sterben?

Es bleibt eines der größten Mysterien der Menschheit: das Leben nach dem Tod. Von Geschichten rund um Nahtoderfahrungen hat jeder schon einmal gehört: ein grelles Licht am Ende des Tunnels oder das Vorüberziehen des Lebensphasenim Zeitraffer vor den Augen.

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Licht am Ende des Tunnels? Foto: Wavebreakmedia/SisterF/iStock/Thinkstock

Der Kardiologe Sam Parnia und sein Team der New York University Langone School of Medicine sind zu neuen Erkenntnissen über das Leben direkt nach dem Tod gekommen. Wird ein Mensch für klinisch tot erklärt, kann er seine Umwelt dennoch eine gewisse Zeit später wahrnehmen. Die bedeutendsten Studienergebnisse zu Nahtoderfahrungen lese Sie hier.

Den Ärzten zusehen

Für die Studie von Sam Parnia und seinem Team wurden mehrere Probanden aus Europa und den USA, die für klinisch tot erklärt, aber wiederbelebt wurden, zu ihren Befindungen in dieser Zeitspanne befragt. Die Antworten sind schaurig und klingen nach einem Drehbuch für einen Hollywood-Streifen: sie sahen den Ärzten und Schwestern bei der Arbeit nach ihrem Tod zu. Zudem konnten sich die Patienten an die Gespräche des Klinikpersonals erinnern. Parnia erklärt gegenüber „Live Science“, dass es sich dabei um Informationen handelte, von denen sie eigentlich nichts hätten wissen dürfen. Die geschilderten Patientengeschichten wurden im Anschluss der Erhebung vom Personal auf den Wahrheitsgehalt bestätigt.

Das ist etwas...

Eine andere Studie von Parnia, für die 2.060 Menschen aus Österreich, USA und Großbritannien befragt wurden, ergab folgende Ergebnisse: 40 Prozent empfanden eine gewisse Art von Wahrnehmung nach ihrem Herzstillstand – 50 Prozent hingegen verspürten Angst. Ungefähr 1 Prozent der Befragten gab an, das Geschehen nach dem Tod völlig bewusst wahrgenommen zu haben.

Kultur wesentlich

Die Gehirnfunktion steigt nach dem Herzstillstand für kurze Zeit stark an, wie Forscher der University of Michigan anhand eines Tests mit Ratten herausfanden. Nahtoderfahrungen sollen Untersuchungen vom Soziologen Hubert Knoblauch zufolge zudem mit dem jeweiligen kulturellen Background gekoppelt sein. Während eine Inderin auf einer Kuh gen Himmel ritt, ließ sich der Amerikaner in einem gelben Taxi dahinchauffieren.

Neue Gene entstehen

Wissenschaftler der University of Washington sind zu noch extremeren Schlüssen gekommen. Ihren Erhebungen zufolge sterben die menschlichen Gene viel später als die Person selbst. Hunderte Gene erwachen sogar erst nach dem Tod  - also rund eine halbe Stunde danach – zum Leben. Andere wiederum werden erst nach zwei Tagen aktiv. Vier Tage später stirbt jedoch der gesamte Organismus ab und so auch die neuen Gene.

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