Die 7 besten Tipps für lange Fahrradtouren

Österreich ist das perfekte Land für ausgedehnte Fahrradtouren. Einheimische wissen das sowieso, doch auch immer mehr Touristen kommen jedes Jahr extra für Bike-Touren in das "Herz von Europa". Leider bedeutet das für Ungeübte oft ungeahnte Herausforderungen und schmerzende Hinterteile. Wie also gelingt die lange Fahrradtour auch ohne Erfahrung vorab?

Radfahren - Cover
Ohne ein Minimum an Fitness geht bei Radtouren nichts  Foto: Pixabay/Simon

Jeder erfahrener "Biker" kann ein Lied von den Höhen und Tiefen einer langen Fahrradtour singen. Von einer atemberaubenden Aussicht, nachdem man den Berg erklommen hat. Von dem Schrecken, wenn mitten in der Natur der Reifen platzt und es an dem benötigten Werkzeug fehlt. Von Muskelkater und der Entschädigung für alle Strapazen, wenn abends in der Hütte ein köstliches Wiener Schnitzel serviert wird. Wer sich für eine lange Fahrradtour entscheidet, hat sich jedenfalls eine echte Herausforderung ausgesucht. Ein Minimum an Fitness sollte definitiv vorhanden sein, und wer Kinder mitnimmt, sollte die Touren natürlich anhand deren Bedürfnisse sowie Kondition ausrichten. Die richtige Planung ist das A und O für eine gelungene Bike-Tour ohne schmerzende Muskeln, Druckstellen vom Sattel oder durchnässtes Gepäck bei einem Regenschauer. Wie also wird auch für unerfahrene Fahrradfahrer die lange Tour zum Erfolg?

Tipp 1: Gepäck wasserdicht transportieren

Das erste Stichwort ist bereits gefallen: In keinem Land der Welt gibt es eine Schönwettergarantie – leider auch nicht in Österreich. Vor allem in höheren Lagen kann das Wetter schnell umschlagen, und mit dem Fahrrad ist es dann nicht immer möglich, sich rechtzeitig einen regengeschützten Unterschlupf zu suchen. Zudem kann es sein, dass es sich hartnäckig einregnet, und man irgendwann weiter ziehen muss in Richtung Herberge, bevor es dunkel wird. Auf gut Deutsch: Bei langen Fahrradtouren lässt es sich oft nicht verhindern, früher oder später nass zu werden. Ein Problem wird das allerdings erst dann, wenn das Gepäck anschließend so durchnässt ist, dass keine trockene Kleidung zum Wechseln mehr zur Verfügung steht – sei es der Pyjama für die Nacht oder die Jeans für das Abendessen. Wer also für mehrere Tage unterwegs ist und sein Gepäck bei sich führt, sprich nicht im Hotel oder einer anderen Unterkunft lagert und nur tageweise zu Fahrradtouren aufbricht, sollte unbedingt wasserdichte Rucksäcke, Fahrradtaschen & Co wählen. Zudem müssen diese richtig gepackt werden, um die Balance beim Fahrradfahren nicht zu beeinträchtigen.

Tipp 2: Der Helm ist Pflicht

In Österreich haben Kinder bis zwölf Jahre Helmpflicht beim Fahrradfahren. Wird diese nicht eingehalten, drohen Erziehungsberechtigten empfindliche Bußgelder. Doch auch ältere "Biker" sollten stets einen Helm tragen. So fungieren sie einerseits als Vorbild für Kinder und Jugendliche. Andererseits ist der Helm aber auch schlichtweg eine Frage der Sicherheit. Denn beim Fahrradfahren können sowohl im Straßenverkehr als auch im Gelände schwere Stürze passieren und Hirnverletzungen nach sich ziehen – häufig mit irreparablen Folgeschäden. Geschieht ein solcher Unfall dann auch noch weitab von Krankenhäusern oder gar auf Strecken, welche für Notärzte, Krankenwagen & Co unerreichbar sind, haben sie nicht selten einen tödlichen Ausgang. Bei jeder Fahrradtour sollte deshalb Sicherheit an erster Stelle stehen!

Radfahren
Ein Muss bei Radtouren: der Helm Foto: Pixabay/suju

Tipp 3: Das richtige Fahrrad wählen

Vom Rennrad über das E-Bike bis zum Mountainbike gibt es mittlerweile zahlreiche verschiedene Arten von Fahrrädern. Wer zu einer langen Fahrradtour aufbrechen möchte, muss sich daher vorab darüber Gedanken machen, welches Modell er dafür benötigt. Die falsche Wahl – beispielsweise ein Cityrad auf der Downhill-Strecke – kann Ursache schwerer Unfälle sein und verdirbt auch schlichtweg den Spaß an der Fahrradtour. Wurde das richtige Modell gefunden, muss natürlich auch die Rahmengröße stimmen, um Rücken sowie Gelenke zu schonen und den Komfort zu maximieren. Diese kann hier berechnet werden.

Tipp 4: Eine gepolsterte Hose wählen

Zugegeben, die klassische enganliegende Radlerhose mit Polstern auf der Rückseite gefällt nur wenigen Menschen. Sie mag zwar Geschmacksacke sein, doch ihren Nutzen erfüllt sie allemal: Wer nämlich mehrere Stunden bis Tage mit dem Fahrrad unterwegs ist, wird zwangsläufig früher oder später schmerzende Gesäßknochen haben. Eine gepolsterte Hose kann das präventiv verhindern. Wer einmal mit einer solchen auf einer Radtour war, wird nie wieder zur normalen Jeans oder Sporthosen greifen. Dennoch gibt es eine Alternative für all jene Menschen, welche sich so gar nicht mit der Radlerhose anfreunden können: Gepolsterte Innenhosen – quasi Unterhosen – welche unbemerkt unter der normalen "coolen" Hose getragen werden und so das Nützliche mit dem Schönen verbinden.

Tipp 5: Hunde vorher trainieren

Viele Fahrradfahrer schätzen ihren Sport vor allem deshalb, weil die ganze Familie inklusive Hund mitmachen kann. Allerdings muss dieser erst einmal lernen, brav neben dem Fahrrad zu laufen, ohne an der Leine zu ziehen oder mit der Schnauze zwischen die Speichen zu gelangen. Solche Vorkommnisse können nämlich schwere Verletzungen bei Mensch oder Tier nach sich ziehen. Zudem muss der Hund die notwendige Ausdauer aufbauen, und das braucht – wie bei Menschen auch – vor allem Zeit und Training. Kleinere Hunde können alternativ auch in einem Korb mitgenommen werden, sobald sie müde sind. Auch daran sollten die Besitzer ihren Vierbeiner aber vorab gewöhnen.

Radfahren
Auch Hunde sollten vor Radtouren trainiert werden Foto: Pixabay/Glavo

Tipp 6: Übung macht den Meister

Apropos Training – einfach so als Ungeübter zu einer Fahrradtour aufzubrechen, ist zwar möglich. Aber mehr Sinn macht es in der Regel, wenn die "Biker" vorab etwas trainieren, um Kondition und Kraft aufzubauen. So kann bei der eigentlichen Fahrradtour mehr Strecke zurückgelegt werden - und das bei weniger Anstrengung. Beide Faktoren erhöhen den Spaß an der Bike-Tour und erleichtern zugleich eine passgenaue Planung. Denn nur, wer seine Leistungsgrenzen und Möglichkeiten kennt, kann auch die Etappen exakt einteilen.

Tipp 7: Die richtige Ernährung während der Fahrradtour

Um das Beste aus sich herausholen zu können, muss bei der Fahrradtour natürlich auch auf die richtige Ernährung geachtet werden. Anstelle von ein oder zwei großen Pausen über den Tag verteilt, sollten die "Biker" stattdessen regelmäßig kurz anhalten und jede Stunde etwa 240 bis 360 Kalorien aus Kohlenhydraten zu sich nehmen. Proteine und etwas Fett helfen zudem beim Muskelaufbau und können präventiv gegen Muskelkater wirken – oder diesen zumindest lindern. Ein absolutes No-Go sind übrigens koffeinhaltige Getränke wie Energy-Drinks. In diesem Sinne: Gute Fahrt!