Körpersprache: Die 8 größten Fallen im Büro

Wer im Büro kompetent rüberkommen möchte, muss auf die richtige Körperhaltung achten. Denn es braucht Hand und Fuß, um souverän und selbstbewusst zu wirken.

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Schultern hoch, Handflächen nach oben: So signalisieren Sie keine Kompetenz! Foto: master1305/iStock/Thinkstock

Sagen kann man viel, wenn der Tag lang ist – es auch so zu meinen und rüberzubringen, ist schon viel schwieriger. Wer beim Chef mehr Gehalt möchte, eine Beförderung anstrebt oder im Meeting souverän auftreten will, muss auf seinen Körper achten. Denn nonverbal verraten wir viel mehr als nur durch unsere Worte. Weiß man, worauf man achten muss, kann man nicht nur besser einschätzen, was die Kollegen von einem denken, sondern man kann auch selbst einen besseren Eindruck machen. Unterschiede bei Männern und Frauen gibt es übrigens nicht. Frauen sind aber sensibler und entschlüsseln Körpersprache einfacher.

1. Richtig sitzen

An einem Tisch sitzen ist einfacher, als vor versammelter Mannschaft im Stehen eine Präsentation zu halten. Im ersten Moment mag das so scheinen, aber auch das richtige Sitzen will gelernt sein. Wer selbstsicher erscheinen möchte, sollte nicht zu nah am Tisch sitzen, sondern bewusst Raum einnehmen. Am besten legt man die Hände auf den Armlehnen ab, der Oberkörper wirkt so gleich offener. Wer hingegen die Hände unter dem Tisch versteckt, erweckt einen nervösen Eindruck. Wie der Oberkörper erscheint, beeinflussen auch die Füße. Um Kompetenz zu signalisieren, sollten sich die Fersen immer unterhalb vom Knie befinden. Am besten findet man mit den Füßen einen guten, sicheren Stand. Wer die ganze Zeit mit den Beinen zappelt, wirkt unsicher und nervös. Den Kopf sollten Sie bei einem Meeting nie in den Händen abstützen, das signalisiert dem Gegenüber, dass man müde und unkonzentriert ist und der Kopf eigentlich eh schon voll ist. 

Am eigenen Arbeitsplatz sollte man ebenfalls Haltung bewahren: Im Stuhl lümmeln erweckt beim Chef nur allzu schnell den Anschein, dass man gelangweilt und desinteressiert ist – Motivation sieht anders aus.

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Ein motivierter Mitarbeiter sieht anders aus Foto: demaerre/iStock/Thinkstock

2. Richtig stehen

Jetzt hat man sich gerade eingerichtet in seinem Stuhl, da muss man auch schon wieder aufstehen. Nur – wohin mit den Armen? Oftmals sind wir irritiert, wenn unsere Arme einfach am Körper nach unten hängen. Dabei ist das gar nicht so schlimm, sondern eine ganz natürliche Körperhaltung. Besser, als die Arme vor seiner Brust zu verschränken – obwohl diese Geste, bei einer ansonsten offenen Körperhaltung durchaus auch Interesse signalisieren kann. Wer denkt, dass seine Arme einfach nur schlapp herunterhängen, kann Daumen und Mittelfinger leicht zusammenführen, das hilft einem, mehr Spannung zu spüren. Lockere Schultern und entspannt an der Seite herabhängende Arme signalisieren Souveränität, wer die Arme aber nervös vor dem Bauch hält, erweckt einen unsicheren Eindruck. Auch das wohl lässig gemeinte Anlehnen an einer Wand erzeugt keinen selbstsicheren Eindruck, sondern lässt einen demotiviert wirken.

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Würden Sie so jemandem vertrauen? Foto: Khosrork/iStock/Thinkstock

3. Blicke sagen mehr als 1.000 Worte

Man sitzt dem Chef gegenüber, der Blick wandert nervös über den Boden, man entdeckt eine Fluse – keine ideale Grundlage für eine Gehaltsverhandlung. Man kann dem Gegenüber natürlich nicht permanent in die Augen stieren, das wirkt in unserem Kulturkreis auch befremdlich. Aber ein selbstsicherer Blick ist wichtig und signalisiert Selbstvertrauen. Wendet man den Blick ab, dann bitte kurz zur Seite und nie auf den Boden, das wirkt verängstigt. Ebenfalls nicht zu empfehlen: Der ständige, sehnsuchtsvolle Blick auf die Uhr, ebenso sollte man bei einem Gespräch nicht ständig aufs Handy schilen. Ein absolutes No-Go ist auch das Augenrollen. Das wirkt nicht nur im beruflichen Kontext unpassend und respektlos.

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Den Blick auf die Uhr sollte man sein lassen Foto: Pixland/iStock/Thinkstock

4. Kopf

Dass man den Kopf nicht aufstützen soll, haben wir schon gehört. Hört der Chef interessiert zu und deutet leichtes Nicken an, können wir uns seiner Zustimmung gewiss sein. Nicken ist auch eine Aufforderung an den Sprecher weiterzureden. Drehen die Zuhörer hingegen den Kopf ab, sollte man sich eine neue Strategie überlegen, denn das bedeutet Ablehnung. 

Hat man Glück, wachsen auf dem Kopf noch genügend Haare, die man zu einer Frisur formen kann – nur zu welcher? Am besten orientiert man sich am Haarschnitt der Führungskräfte, da kann man nicht daneben liegen. Hat man sich dann für einen Haarschnitt entschieden, sollte man auch dabei bleiben, denn das erzeugt ein Gefühl von Konstanz. Wer hingegen jede Woche mit einer neuen Haarfarbe im Büro aufkreuzt, erweckt schnell den Eindruck flatterhaft zu sein.

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Jede Woche eine neue Haarfarbe zeugt von Sprunghaftigkeit Foto: g-Merydolla/iStock/Thinkstock

5. Schultern

Wieso tragen Männer gerne Sakkos? Weil sie die Schultern kaschieren. Leichtes Schulterzucken verrät Unsicherheit und signalisiert, dass der Sprecher nicht zu 100 Prozent hinter dem Gesagten steht. Schulterfrei im Büro ist übrigens auch bei tropischen Temperaturen nicht zu empfehlen, da nackte Schultern eine sexuelle Konnotation haben.

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Wer ein Projekt präsentiert, sollte auf entspannte Schultern achten Foto: g-stockstudio/iStock/Thinkstock

6. Hände

Eine ausholende, raumeinnehmende Gestik vermittelt unserem Gesprächspartner Selbstbewusstsein. Gestikuliert jemand hingegen gar nicht, erscheint er eher verschreckt, wie zur Salzsäule erstarrt. Will man jemanden von etwas überzeugen, darf man sich also gerne seiner Hände bedienen. Die Handflächen sollten dabei aber stets nach unten zeigen – nach oben zeigende haben nämlich stets einen bittenden Beigeschmack.

Wer sich bei einer Präsentation durch einen Stift in der Hand sicherer fühlt, darf sich gerne ein wenig daran halten. Aber Achtung: Ja nicht anfangen nervös damit rumzuspielen oder gar darauf rumzukauen!

Oft genug muss man im Büro auch neue Menschen begrüßen. Der Handschlag sollte dabei fest und sicher sein, natürlich ohne dem anderen Schmerz zuzufügen.

7. Füße

Auch die Füße nur für sich betrachtet können eine Menge verraten. Will man den Kollegen um etwas bitten, bemerkt aber, dass seine Füße schon Richtung Ausgang, sollte man die Signale richtig deuten und den Kollegen nicht länger belästigen. Das richtige Schuhwerk braucht man übrigens nicht nur beim Wandern, sondern auch im Büro: Offene Schuhe mit verführerisch rot lackierten Nägeln haben im Büro nichts zu suchen – dieses Outfit sollte man sich für den Feierabenddrink aufsparen.

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Auch im Büro sollte man auf gutes – und richtiges – Schuhwerk achten Foto: Happycity21/iStock/Thinkstock

8. Distanz

Jeder Mensch hat eine intime Zone, in die andere Menschen nicht so einfach eindringen dürfen. Deswegen würden wir uns auch unwohl fühlen, wenn sich jemand in einer an sonst komplett leeren U-Bahn direkt neben uns setzen würde. Das gleiche gilt auch im Büro: Halten Sie mindestens einen Abstand von 20 bis 60 Zentimetern. Je höher die soziale Stellung, desto größer ist auch die Intimdistanz.

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Seinen Kollegen sollte man im Büro nicht zu sehr auf die Pelle rücken Foto: grinvalds/iStock/Thinkstock

Bitte Lächeln

Wer jetzt schon ein wenig verwirrt ist von den vielen Dos and Don'ts, der kann sich für den Anfang eines merken: Ein gewinnendes Lächeln ist nie fehl am Platz! 

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