Klotzen statt kleckern: Mit Huawei in London

Die Nummer 2 der Smartphonewelt - Huawei - lud zur Präsentation der neuen Mate 20 Serie nach London und ich durfte dabei sein. Im ExCel London zündeten die Chinesen ein Produktfeuerwerk und greifen damit die direkten Konkurrenten Samsung und Apple frontal an. Ein Bericht über einen Tag Linz-London-Linz mit vielen Eindrücken...

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Foto: Weekend Magazin/Steinberger

So eine Präsentation eines neuen Smartphones ist oft eine Sache, die man sich im Internet per Livestream ansieht: gemütlich zuhause auf der Couch oder im Büro im eingesessenen Bürostuhl. Einmal dabei zu sein, ist da etwas ganz anderes. Vor allem, wenn man an einem Tag von Linz über Wien nach London und retour fliegt. Der Tag beginnt dann um 05:30 Uhr mit dem erbarmungslosen Wecker und endet um 01:30 Uhr in völliger Erschöpfung im eigenen Bett. Dazwischen liegen Flugverspätungen, U-Bahn-Marathons, elendslange Taxifahrten und ein vollkommen überfüllter Präsentationssaal. Aber ich nehme es olympisch: „Dabeisein ist alles!“

Mate 20 mal drei = Produktfeuerwerk

Was Huawei da am 16. Oktober auf uns kaufwillige Konsumenten losgelassen hat ist wirklich beeindruckend - auch preislich – aber mehr dazu später. Neben dem Mate 20 wurden das Flaggschiff Mate 20 Pro, das Porsche Design Mate 20 RS und ein gigantisches Mate 20 X präsentiert. Dazu gab es eine neue Smartwatch, ein neues Huawei Band und viel Zubehör für die neuen Geräte.

Das wichtigste Gerät für Huawei ist sicher das Mate 20 Pro. Technologisch ist es absolut am Puls der Zeit: Kirin 980 Prozessor (gefertigt in 7 Nanometer, eine Premiere in der Android-Welt), Fingerabdrucksensor unter dem Display, neue Leica Triple Kamera mit Weitwinkelobjektiv, 4.200 mAh starker Akku, Wireless Charging mit Reverse-Funktion (das Gerät kann andere Geräte kabellos aufladen), 40W Huawei SuperCharge (70 Prozent Akkuladung in 30 Minuten), 3D-Face Unlock, verbesserte künstliche Intelligenz, IP68 Wasserresistenz und ein 2K-Curved OLED Display.

Optisch wirkt das Gerät wie eine Mischung aus Samsung und Apple - diesmal leider auch in der Mate-Serie mit Notch (die sich aber ausblenden lässt). Bei dem ganzen Technikfeuerwerk ist eines aber etwas untergegangen und wurde auch erst am Rande der Präsentation erwähnt: Es bleibt bei 6GB RAM und 128 GB Speicher (kann diesmal mit einer eigens entwickelten Speicherkarte erweitert werden). Das finde ich insofern schade, weil andere Hersteller längst bei 8GB RAM angelangt sind. Ob man es braucht oder nicht sei dahingestellt, aber Huawei ruft 999 Euro für das Mate 20 Pro auf und hat somit aktuell das teuerste Huawei-Gerät aller Zeiten im Verkauf (abgesehen von den Huawei Porsche Design Geräten, die aber eher für eine exklusive Klientel gedacht und nicht massentauglich sind). Hätte das Gerät 8GB RAM und sagen wir 256 GB Einstiegsspeicher wäre Huawei der Konkurrenz auch da einen Schritt voraus - da hat aber anscheinend die letzte Konsequenz gefehlt. Nichtsdestotrotz ist das Mate 20 Pro ein beeindruckendes Gerät. Ich habe bereits ein Testgerät bei mir und werde einen ausführlichen Test nachreichen.

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Foto: Weekend Magazin/Steinberger

Der Rest = ebenso beeindruckend!

Im Gegensatz zum großen Bruder fristet das Mate 20 fast ein Schattendasein, aber es ist nicht minder interessant. Vor allem preislich ist es mit 749 Euro um einiges günstiger (In Österreich nur bei ausgewählten Mobilfunkanbietern erhältlich). Dafür verzichtet man aber auch auf ein OLED-Display (das LCD-Panel hat dafür eine viel dezentere Display-Einkerbung), Wireless Charging, IP Zertifizierung und die verbesserte Kamera. Man bekommt aber einen 3,5 Millimeter Kopfhöreranschluss, ein etwas größeres Display (6,5 Zoll) und denselben guten Prozessor wie beim Mate 20 Pro. Für alle, die die neueste Huawei-Technologie haben wollen und gerade keine 1.000 Euro zur Hand haben, ist das Mate 20 eine echte Alternative.

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Foto: Huawei

Mein persönlicher Star des Nachmittags war jedoch das Huawei Mate 20 X. Ein Smartphone mit einer Displaygröße von gigantischen 7,2 Zoll, einem Akku mit 5.000 mAh Kapazität und einer speziellen Kühlung. Ob es das als Gaming-Smartphone titulierte Gerät allerdings nach Österreich und Deutschland schafft, ist bisher noch nicht geklärt.(UPDATE: Laut Huawei-Pressesprecher kommt das Gerät leider nicht nach Österreich - ein Fehler wie ich finde!)

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Foto: Hersteller

Das Huawei Porsche Design Mate 20 RS ist vor allem eines: Teuer! Rund 1.700 Euro werden dafür aufgerufen. Dafür hat es 8GB RAM und 256GB ROM und ist auf der Rückseite mit einem Leder/Glasmix sehr sehr edel. 

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Foto: Hersteller

Die neue Huawei Watch GT läuft nicht mehr mit Wear OS by Google, sondern mit einem proprietären System. Dafür verspricht Huawei bis zu 14 Tage Standby im Uhrmodus (UVP 199 Euro).

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Foto: Hersteller

Fazit

Huawei hat in knapp eineinhalb Stunden wahnsinnig viel präsentiert und greift nach der Krone am Smartphonemarkt. Das haben die vielen offenen Seitenhiebe auf Samsung und Apple gezeigt. Ob sich das für die Chinesen ausgeht, wird sich zeigen. Eines ist sicher - preislich können die Chinesen nicht mehr überraschen. Mit 999 Euro ist das Mate 20 Pro das teuerste je präsentierte Huawei-Gerät. Auch die anderen Geräte kosten jenseits der 700 Euro und sind damit keine Schnäppchen. Die Konkurrenz kommt aber nicht nur von den Premiummarken wie Samsung oder Apple, sondern auch aus dem eigenen Land. Die Nummer vier am Markt - Xiaomi - setzt den Landsmännern vor allem mit günstigen Geräten zu, die aber absolutes Flaggschiffniveau haben. Technisch gesehen hat Huawei aber alles richtig gemacht und verbaut das aktuell Bestmögliche in das Flaggschiff Mate 20 Pro. Ein ausführlicher Test des Geräts folgt zeitnah.

Hinweis: Die Reisekosten wurden von Huawei übernommen. Diese Tatsache führt allerdings zu keiner Beeinflussung meiner Meinung.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben

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