7 Tipps: Stressfrei zum Kindergeburtstag

Topfschlagen war gestern: Kinderpartys sind längst mehr als einfaches Kuchenessen. Eltern sind zunehmend als Eventplaner gefordert.

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Klein, aber fein: Bewährt sich auch bei Kindergeburtstagen Foto: dima_sidelnikov/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Eine "echte" Elsa, detailgetreue Kulissen vom Profi und Gastgeschenke im Wert von bis zu 50 Euro: Kindergeburtstage verkommen zu Materialschlachten, das Wettrüsten um die spektakulärste Party wird zur Zerreißprobe für Geldtasche und Nervenkostüm. Statt Herzenswünsche des Geburtstagskindes umzusetzen, wird die Party zum elterlichen Prestigeprojekt.

Konsum statt Kreativität

Für Psychologen spiegelt die übertriebene Festausrichtung moderne Erziehungsmuster wider. Perfektion und Überfürsorge hemmen die Autonomie und nehmen Freiraum für Kreativität. Kinder werden stumpf stimuliert, anstatt sie selbst aktiv werden zu lassen. Die Beschäftigung mit den kleinen Partylöwen bei solchen Anlässen wird zunehmend "out-gesourced". Einzelne Event­agenturen sind mittlerweile rein auf die Ausrichtung von Kindergeburtstagen spezialisiert. Neben der Anlieferung von Deko, Kostümen und Kulissen sind auch Aufsicht und Animation im Preis inkludiert. Leicht ist eine Summe von mehreren Hundert Euro erreicht.

Bitte zahlen!

Das muss man sich erst mal leisten können. Besonders gewiefte Eltern haben dafür einen Ausweg gefunden: Sie bitten kurzerhand die Geladenen zur Kasse! Und das ist noch nicht alles. "Mein Sohn hat eine Einladung für einen 'Reserveplatz' bekommen", klagt eine Mutter in einem Forum. Würde jemand ausfallen, dürfe er nachrücken. Verlangt wurde dafür bereits ein Art Kaution. "Die betreffende Mutter hat mir erklärt, dass sie ja die Kosten decken müsse." Was bei den Eltern für Ärger sorgt, hinterlässt bei den "Reservekindern" betrübte Stimmung. "Es hat danach einige Gespräche gebraucht, um das aufzuarbeiten", so das Resümee.

Klein, aber fein

Besser, größer, ausgefallener ist kein Garant für ein glückliches Geburtstagskind. Der übertriebene Zirkus lässt sich getrost verweigern. Die besten Freunde als Gäste, die Lieblingstorte zum Anschneiden und als Kirsche am Sahnehäubchen gemeinsame ge­bastelte Dekodetails: ­Voilà, schon hat man die wichtigsten Zutaten für ein freudiges Fest! Wem das zu wenig ist, der kann sich mit seinem Kind ein lustiges Motto überlegen. An diesem lassen sich dann z. B. klassische Spiele orientieren. So wird aus der Reise nach Jerusalem schwupps ein spannendes Raumschiffabenteuer oder aus dem Besuch am Spielplatz ein lustiges Planeten-Hüpfen. Letztlich geht es darum, seinem Kind Liebe, Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Und das ist nun einmal nicht käuflich.

Bub oder Mädchen - das ist hier die Frage

Die klassische Baby Shower (Party für werdende Mütter) hat sich längst durchgesetzt. Neu sind dagegen "Gender Reveal"-Partys. Im Zuge dieses Festes erfahren die Eltern in spe und die geladenen Gäste das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes. Die Inszenierung reicht von Torte mit blauer oder rosa Füllung über Konfetti-gefüllte Luftballons bis zu Geschenken mit passender Babykleidung.

Kindergeburtstag ohne Stress - 7 Tipps

  1. Location: Je jünger die Kinder sind, desto mehr Platz sollte zum Laufen und Toben eingeplant werden. Turnsäle, der Spielplatz um die Ecke oder auch der eigene Innenhof bieten dafür aus­reichend Gelegenheit.
  2. Zeit: Partys müssen kein Ganztagesprogramm bieten. Zweieinhalb bis vier Stunden reichen völlig.
  3. Motto: Überlegen Sie sich mit ihrem Kind ein einfaches Motto wie Dinosaurier, Star Trek oder Märchenland, an dem Sie etwa die Spiele orientieren können.
  4. Animation: Kein Kind erwartet eine perfekte Show. Statt Elsa und Clowns reichen meist einfache Rätsel- oder Logikspiele.
  5. Spiele: Nützen Sie die Fantasie der Kleinen. Spinnen Sie um Klassiker wie "Reise nach Jerusalem" einfach eine neue Rahmengeschichte! Ist das Motto „Star Wars“ können die Sessel etwa Plätze im Raumschiff sein.
  6. Deko: Mit dem Geburtstagskind die Requisiten zu basteln steigert die Vorfreude. Bleiben Sie beim Wesentlichen, immerhin geht es um den Spaß und nicht den Aufwand.
  7. Star der Show: Im Mittelpunkt sollte das Geburtstagskind stehen. Für die Torte und die Geschenkeübergabe sollte extra viel Zeit und Aufmerksamkeit eingeplant werden.