Wer das tut, ist noch lange keine Rabenmutter!

Der zweite Teil von „Bad Moms“ hat Premiere gefeiert. In der Komödie wird deutlich, wie schnell Frauen als Rabenmütter abgestempelt werden, nur weil sie sich gewissen sozialen Erwartungen nicht anpassen und auf ihre individuelle Weise erziehen wollen.

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Timeout? Ist OK! Foto: Michael Blann/DigitalVision/Thinkstock

Gerade in den USA, aber zum Teil auch bei uns fühlen sich junge Mütter den gesellschaftlichen Anforderungen nicht gewachsen oder sind schlichtweg nicht gewillt, sich von einem Kollektiv sagen zu lassen, was „gute Mütter“ zu tun haben. Der Stempel als „Rabenmutter“ ist ihnen in Folge sicher. Doch wer diese fünf Dinge tut, ist noch lange keine.

1. Schulbesuche auslassen

In Österreich werden Eltern Schulbesuche zwar nicht ganz so sehr aufgezwungen wie es bei den Amis der Fall ist, und doch kann es vorkommen, dass so manche Mama böse Blicke erntet, wenn sie sich nur sporadisch Zeit für Schulaktivitäten und -versammlungen nimmt. "Die interessiert sich gar nicht für ihr Kind!", heißt es nicht selten. Ihre kostbare und eingeschränkte Zeit verbringt sie aber viel lieber mit den engen Freunden, die sie ebenfalls viel zu selten sieht. Das Gute daran: Das Kind merkt schon bald, was wahre Freundschaften bedeuten und welche gesellschaftlichen Konflikte nichtig sind.

2. Genervte Kommunikation

Wer meint, noch nie kurz vor dem Nervenzusammenbruch gestanden und seinem Kind eine gereizte Antwort gegeben zu haben, der lügt oder ist ein Meditations-Guru! Und nur, weil sie sich daraufhin etwas Zeit für sich nehmen und sich unter der Decke (oder Kartonschachtel) verstecken, bedeutet das nicht, dass Sie Ihr Kind vernachlässigen. Jeder Mensch braucht manchmal einen tiefen Atemzug. Der darf auch einmal länger sein... Absolutes No-Go: Beleidigungen, Beschimpfungen, Drohungen, Angstmache - ganz zu schweigen von körperlicher Gewalt.

3. Unerfüllte Wünsche

Natürlich möchten Sie Ihrem Kind jeden Wunsch erfüllen und fühlen sich schlecht, wenn Sie es nicht können. Das ist jedoch per se nicht unbedingt schlecht: Durch Zügellosigkeit können Kinder nicht nur komplett abhängig von Ihnen werden, sondern im Erwachsenenalter auch irrational oder arrogant. Auch wissen sie oft den Wert gewisser Gegenstände nicht zu schätzen. Haben Sie daher kein schlechtes Gewissen, wenn sich das neue Barbiehaus mit Ihrem Budget nicht vereinbaren lässt. Ihr Kind wird es verstehen!

4. Kleine Auszeit

Sie möchten wieder einmal nur auf sich schauen, mit den Freundinnen ausgehen und einen Abend ohne Mann und Kind verbringen? Keine Angst: Sie dürfen das denken, denn damit sind Sie nicht alleine. Konservative Mütter bekommen bei diesem Gedanken zwar fast einen künstlichen Ohnmachtsanfall, doch Auszeiten sind für beide Elternteile absolut O.K, wenn nicht sogar empfehlenswert. Grund: Ihre gute Laune wird in Folge auf die Familie übertragen. Solange sich eine vertrauenswürdige, nahestehende Person um das Kind sorgt, steht Ihrem ausgiebigen Abend nichts im Wege.

5. Nähe & Distanz

Sind Sie überlagernd oder zu distanziert? Hoffentlich keines von beiden, denn ein Kind braucht das gesunde Mittelmaß. Greifen Sie dann ein, wenn Ihre Hilfe als Mama benötigt wird, aber lassen Sie das Kind auch selbstständig Entscheidungen treffen.