Ein Morgen aus Sicht meiner Katze

Ich wage den Versuch, mich in den Dickschädel meiner Katze hineinzuversetzen und ihre Millionen Miaus zu deuten, die sie täglich so von sich gibt. Ella „plappert“ nämlich leidenschaftlich viel und gerne, ganz im Gegensatz zu ihrem Spielgefährten, meinen Kater Carlos.

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Warum gerade ein Morgen aus Sicht von Ella und nicht Carlos? Ella ist (derzeit) eindeutig die aktivere von beiden – vor allem morgens – und sie "plappert" in einer Tour :-) Foto: Conny Engl
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Während Carlos in der Früh noch kaum die Augen aufkriegt, ist Ella schon hellwach und zu jeder Schandtat bereit. Foto: Conny Engl
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Wenn das Staubsauger-Monster kommt, muss sich Ella ganz oben auf dem Küchenschrank in Sicherheit bringen. Was die Arme sich alles mitmachen muss ... Foto: Conny Engl

Ein ganz normaler Start in den Tag aus Sicht von Ella:

5:00 Uhr, die morgendliche Dämmerung verabschiedet die Nacht, die ersten Vögel läuten mit ihrem Gezwitscher einen neuen Frühlingstag ein. Alles friedlich. Für Ella Zeit um aufzustehen.

Ella: Carlos, komm, neuer Tag, neues Spiel! Versuch mich zu fangen! Zu langsam, du bist wohl noch nicht ganz wach, hm?! Oh, jetzt hat er mich. Nicht so fest, spinnst du! Hört der denn nicht, dass ich fauche? Keinen Respekt, die jungen Burschen. Na warte, das zahl’ ich dir zurück!

Eine Stunde lang versuchen sich die beiden beim Spielen auszumachen, wer heute der Chef ist. 6:30 Uhr, die Kirchenglocken läuten das erste Mal.

Ella: Was ist das für ein Lärm? Ich hüpfe am besten aufs Bett. Hallo, Futtergeberin? Rührt sich nicht. Miau, Miau! Hörst du das nicht? Gefahr in Verzug! Mal sehen, was passiert, wenn ich sie anstupse. Lebt die noch? Sie bewegt sich. Sehr gut – Futter in Sicht! Ich schlecke ihr gleich mal über die Finger. Was soll das denn, nicht unter der Decke verstecken! Miau! Dann schlecke ich ihr halt über die Wange. He, du, aufstehen! Hunger! Miiiaaauuuuu! Das gibt’s doch nicht, wie kann man nur so viel und lange schlafen? Miau! Jetzt streichelt sie mich. Na, wird auch Zeit. Ok, kuscheln wir noch ein bisschen. He, nicht am Bauch! Na warte, ich schnappe gleich deine Finger. Was schimpfst du denn jetzt mit mir, spinnst du? Selber schuld! Du weißt ganz genau, dass du nicht auf meinen Bauch greifen sollst.

7:30 Uhr. Ella: So Mädl, es reicht! Miau! Es ist jetzt wirklich allerhöchste Zeit, dass du dich endlich aus dem Bett bewegst. Wir verhungern schon fast! Das Ding da, neben dem Bett, macht auch schon seit einer halben Stunde immer wieder Krach. Sie macht die Augen auf! Gutes Zeichen ... Miau! Guten Morgen! Ihre Zehen sind am Boden ... ha, hab ich euch! Was schimpft sie denn schon wieder, ich knabber’ ja nur zärtlich dran. Jawohl, sie geht Richtung Küche – endlich! Miiaaauuu! Was dauert denn da so lange? Du musst ja nur das Futter in die Schüsseln geben! Mjam mjam ... na das war wieder eine schwere Geburt. Das Fräulein ist echt nicht leicht zu erziehen.

8:00 Uhr, vor der Badezimmertür. Ella: Was soll das? Miiaauuuu! Lass uns gefälligst rein! Miau! Was machst du denn da drin? Miiiiaaaaauuuuuuu!!! Ja, die Tür geht auf! Da sind sie wieder, ihre Zehen. J He, wo gehst du denn hin mit deinen Zehen? Ah, sie macht die Tür zum Schlafzimmer auf. Schwups, gleich rein, und unters Bett.

8:20 Uhr. Ella: Warum schreit sie denn so? Nein, ich komm nicht raus. Viel zu gemütlich hier! Was war das? Hat sie das Laserspielzeug geholt? Warte, ich komme schon! Bin schon da! Jaa, spielen wir! Miau, miau! Was macht sie denn jetzt? Legt Sie das Spielzeug wieder weg? Das kann doch nicht ihr Ernst sein?! Was, die Schlafzimmertür ist auch wieder zu?! Die hat mich ganz fies ausgetrickst! Unglaublich, wie unverschämt die ist. Ja, passt eh, geh – und lass dich länger nicht mehr blicken!

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"Mich so auszutricksen ... das war echt gemein!" Foto: Conny Engl

9:05 Uhr, 11:00 Uhr, 13:15 Uhr, 15:40, 16:30 Uhr. Ella: Da tut sich doch was draußen im Stiegenhaus, oder? Kommt unsere Mitbewohnerin heim? Ich gehe gleich mal zur Tür, um sie zu empfangen. Einer muss ihr ja sagen, dass sich das nicht gehört, uns so lange allein zu lassen. Miau? Passiert nichts ... Fehlalarm. Na gut, dann lege ich mich wieder schlafen. Kraft tanken ... morgen früh muss ich fit sein, wenn ich sie wieder aus dem Bett bringen muss. Das Mädl ist wirklich ein harter Brocken ...

 

Weekend-Redakteurin Conny Engl ist seit einigen Monaten Katzenmama. Ella und Carlos heißen ihre beiden Mitbewohner, wobei sie scherzhaft einräumt, dass mittlerweile eher sie die Mitbewohnerin ist als umgekehrt. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse und vieles mehr rund um das Thema Katzenhaltung.

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