Huawei Watch GT 2 im Test: Die läuft und läuft und läuft...

Schon die Huawei Watch GT war ein wahrer Dauerläufer und hielt locker zehn Tage ohne Aufladen durch. Die neue Watch GT 2 46mm toppt die Akkulaufzeit noch und schafft es fast 14 Tage ohne nach dem Strom zu schreien. Dafür gibt es gegenüber klassischen Smartwatches ein paar Einschränkungen. Mehr dazu im ausführlichen Test.

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Foto: Weekend Magazin/Lukas Steinberger-Weiß
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Foto: Weekend Magazin/Lukas Steinberger-Weiß

Huawei baut neben hervorragenden Smartphones auch sehr gute Smartwatches. Die Versuche mit Android Wear (später Wear OS) endeten aber vorerst mit der Huawei Watch. Nachfolger war die Watch GT mit einem eigenen Betriebssystem namens LightOS. Dieser Philosophie ist man bei der Watch GT 2 46mm treu geblieben und bis auf die Akkulaufzeit ist der nomen omen. Also eine leicht zu bedienende Smartwatch, die allerdings auch nicht mit großem App-Umfang glänzt. Als Sportuhr macht sie ihre Sache jedoch hervorragend.

Design und Technik – klassisch und einfach

Das Design der neuen Watch GT 2 ist sehr gelungen. Das Display schließt jetzt plan mit der Lünette (nicht drehbar) ab. Die beiden seitlichen Knöpfe haben einen hervorragenden Druckpunkt und wirken hochwertig. Auch das mitgelieferte Silikonarmband ist von der hochwertigen Sorte und sorgt für einen eleganten Look. Auf der Unterseite der Uhr befinden sich die Sensoren für die Herzfrequenzmessung. Das Gerät ist absolut wasserdicht (5ATM) und lässt sich hervorragend beim Schwimmen verwenden. Das 1,39-Zoll-LED-Display bietet eine hervorragende Helligkeit, die man aber für die angepeilte Akkulaufzeit etwas herunterschrauben sollte. Wobei der Automatikmodus seine Aufgabe sehr gut erledigt und immer die ausreichende Lichtstärke zur Verfügung stellt. Im Inneren arbeitet Huaweis neuer Chip für Wearables, der Kirin A1. Dieser bietet modernstes Bluetooth 5.1 und verbindet sich pfeilschnell mit Huawei Geräten. Die Uhr selbst ist trotz ihrer Größe nicht unhandlich und mit 46 Gramm akzeptabel schwer. Wer kleinere Handgelenke hat, kann auch zur ebenfalls erhältlichen Watch GT 2 42mm greifen, allerdings mit maximal sieben Tagen Akkulaufzeit. Damit auch schon zum Highlight der Watch GT 2 – dem Akku. Ich hatte das Gerät nun 14 Tage im Dauereinsatz mit eingeschalteter Stressmessung sowie permanenter Herzfrequenzmessung. Ich musste das Gerät bis heute nicht aufladen und habe noch genug Akku zur Verfügung. Ein unglaublicher Wert, der viele andere Smartwatches mit OLED-Display alt aussehen lässt. Der Grund dafür ist aber der eingeschränkte Funktionsumfang, mehr dazu im Software Teil. Geladen wird die Uhr mit einer magnetischen Ladeschale.

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Foto: Weekend Magazin/Lukas Steinberger-Weiß

Software – abgespeckt aber nützlich!

Vorweg: Alle, die ihre Trainingsdaten wie Runtastic und Co. speichern – diese Uhr ist leider nichts für euch! Denn das LiteOS ist zugeschnitten auf Huaweis hauseigene Health App. Es lassen sich zwar alle Trainings mit der Uhr aufzeichnen, eine Synchronisation ist aber nur mit Health möglich. Drittanbieter-Apps erlauben die Chinesen nicht auf der Uhr. Trotzdem macht die Uhr genau das, was sie soll, hervorragend. Ich hatte sie im Fitnesscenter im Einsatz und konnte sowohl Krafttraining als auch mein Schwimmtraining hervorragend aufzeichnen. Die Uhr unterteilt die Trainingsphasen in „Aufwärmen“, „Fettverbrennung“, „Aerob“ und „Anaerob“ und gibt nach Beenden der Schinderei eine detailgenaue Auswertung in der App wieder. Wirklich hervorragend. Durch die Wasserdichtigkeit hatte ich auch keine Bedenken, damit in den Pool zu springen. Auch die kontinuierliche Herzfrequenzmessung und der Stresslevel wird sehr ausführlich wiedergegeben. Weiters bietet die Uhr ein Barometer, einen Kompass, eine Wetteranzeige, einen Timer, eine Stoppuhr und eine Taschenlampe (das Display wird extrem hell!). Und natürlich kann sie auch Benachrichtigungen und Anrufe anzeigen, also eine der Hauptfunktionen einer Smartwatch ist erfüllt. Leider kann man jedoch nicht per Watch auf Whatsapp-Nachrichten antworten und auch die Anzeige selbiger ist verbesserungswürdig.

Fazit – mit Einschränkung zu empfehlen

Die Watch GT 2 kann ich als Sportuhr/Smartwatch sehr empfehlen. Sie bietet viele Funktionen anderer Sportuhren (Garmin, Suunto,....), hat aber ein hervorragendes OLED-Display und eine gigantische Akkulaufzeit. Dazu werden Benachrichtigungen und Telefonate angezeigt. Für alle, die ihre Fitnessdaten aber über Drittanbieter-Apps abwickeln, kann ich leider keine Empfehlung aussprechen, denn das hauseigene Betriebssystem arbeitet nicht mit diesen Apps zusammen. Wer also ein Huawei-Smartphone hat, macht mit der Uhr nichts falsch. Auch alle anderen, die bereit sind Huawei Health zu installieren und dann alles über die App abzuwickeln, sollten sich die Uhr anschauen. Denn die neue Health App ist sehr übersichtlich und bietet eine hervorragende Auswertung. Die Uhr bekommt von mir 8 von 10 Bewertungspunkten, als herausragende Sportuhr mit eingeschränkten Smart-Funktionen. Aja und preislich ist sie auch sehr attraktiv und derzeit um rund 229 Euro zu bekommen.

Hinweis: Das Testgerät wurde mir von Huawei Austria für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

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