4 Tipps: So nutzt man Hotel-Bewertungen richtig

Bewertungsplattformen zählen zu den beliebtesten Tools bei der Urlaubsbuchung – und öffnen Missbrauch Tür und Tor. Wie vertrauenswürdig sind Hotelempfehlungen im Netz?

Smartphone Pool Mann Urlaub 840551058 Getty Images
Der Vergleich macht sie sicher - nicht immer bei Bewertungen im Netz Foto: bernardbodo/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Wer heute eine größere Unternehmung oder Anschaffung plant, stellt online Preisvergleiche an und liest Erfahrungsberichte. Bei Reiseplanung und Hotelsuche haben Letztere das größte Gewicht: Für drei von fünf Buchenden spielen sie sogar die ausschlaggebende Rolle. Kein Wunder, dass Hotels (gefälschte) Onlinebewertungen längst als günstiges Marketingtool erkannt haben.

Security-Check

Systeme wie Trip­Advisor und HolidayCheck, in denen offen bewertet werden kann, sind besonders anfällig für erschwindelte Erfahrungsberichte. Hier lässt sich nicht bestätigen, ob der User das Hotel tatsächlich besucht hat. Die Plattformen selbst geben Entwarnung. Zum einen habe man ein ausgeklügeltes Kontrollsystem aus Moderation und moderner Analyse entwickelt. Zudem sei mit knapp zwei Prozent nur ein minimaler Anteil aller Bewertungen gefälscht. "Es bleibt aber ein tägliches Ringen. Wir sind weit davon entfernt, uns zufriedenzugeben", sagt Becky Foley, Sicherheitsdirektorin bei Trip­Advisor.

"Strikte Nulltoleranzpolitik"

Gefälschte Rezensionen im großen Stil hat in der Vergangenheit Fivestar Marketing geliefert. Rund 50 Hotels im deutschen Sprachraum haben über dieses Netzwerk versucht, sich mit Fakereviews einen Vorteil zu erschleichen. "Wenn es um die organisierte Täuschung des Urlaubers geht, fahren wir eine strikte Nulltoleranzpolitik", so Christoph Ludmann, CEO der HolidayCheck AG. Letztlich führte der Fall sogar vor Gericht. In der Regel werden ertappte Unternehmen im Ranking nach unten gereiht und mit einem Hinweis für die User versehen. Bei TripAdvisor war das 2018 rund 35.000 Mal der Fall.

Fakes finden

Aber wie erkennt man als User eine Fälschung? Echte Erfahrungsberichte sind selten nur positiv oder negativ. Das sprichwörtliche Haar in der Suppe findet sich fast immer. Deswegen sind Empfehlungsraten von über 99 Prozent utopisch. Kaum ein Anbieter wird es je schaffen, die unterschiedlichen Geschmäcker, Ansprüche und Wünsche seiner Gäste vollends zu befriedigen. Wenn hingegen alles negativ war, dürfte es sich um die Rezension der Konkurrenz handeln. Oder es könnte daran liegen, dass gerade jemand eine Ehe- oder Sinnkrise durchmacht. Ein Grund mehr, Bewertungen nicht blind zu vertrauen.

Online-Bewertungen richtig nutzen

So werden Kommentare zur wertvollen Entscheidungshilfe:

  1. Detailliert suchen Nutzen Sie bei der Suche auf der Webseite die Filter. So werden Ihnen nur jene Hotels oder Restaurants angezeigt, die zu Ihren individuellen Urlaubswünschen passen.
  2. Mehr als eine Bewertung lesen Erst aus den Meinungen vieler erhalten Sie ein umfassendes Bild des Domizils. TripAdvisor-Nutzer etwa lesen durchschnittlich neun Reviews.
  3. Persönliche Checkliste erstellen Erstellen Sie sich eine persönliche Checkliste: Was ist Ihnen besonders wichtig, was gar nicht? Anhand dieses Leitfadens können Sie die Bewertungen durchgehen.
  4. Profil des Bewertenden ansehen Werfen Sie einen Blick auf das Profil des Bewertenden und vergleichen Sie dessen Reisevorlieben mit Ihren eigenen. Nicht immer sind die Vorstellungen vom perfekten Urlaub dieselben.