Viel zu heiß: 5 Dinge, die bei Hitze nicht funktionieren

Krabbelt das Thermometer über 30 Grad fühlen wir uns schlapp, schwitzig und müde und eine neue Studie fand heraus: Auch unser Denkvermögen lässt nach. Doch bei Hitze sind wir nicht nur langsam im Kopf, auch unsere Psyche wird anfällig.

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Bei Hitze gilt: Viel trinken Foto: RossHelen/iStock/Thinkstock

Sommer, Sonne, Sonnenschein – und keine Klimaanlage. Eine Kombination, die es in sich hat und einen schon mal die ein oder andere Schweißperle ins Gesicht treiben kann. Erfreuen sich die meisten Menschen an angenehmen Temperaturen, blühenden Blumen und zwitschernden Vögeln, kann Hitzewellen hingegen niemand ausstehen. Und das durchaus zurecht, den bei Temperaturen jenseits der 30 Grad leidet unser Körper, unser Leistungsvermögen und auch die Bezeichnung Hitzkopf kommt wohl nicht von ungefähr, denn auch unser psychisches Wohlbefinden verändert sich bei Hitzewellen. Hier fünf Dinge, die bei plus 30 Grad nicht mehr so recht funktionieren wollen.

1. Das Denkvermögen nimmt ab

Bei Hitze bewegt man sich möglichst wenig und eine aktuelle Studie, die im Journal PLOS Medicine veröffenlticht wurde, zeigt nun auch: Hitze und Gehirnjogging vertragen sich ebenso wenig. US-Umweltmediziner untersuchten in einer gerade veröffentlichten Studie zwölf Tage lang die Denkleistungen von jungen Studenten. Dabei verglichen sie 24 Studenten, die in einem klimatisierten Studentenwohnheim mit durchschnittlich 21,4 Grad lebten, mit 20 Studenten, deren Wohnheim über keine Klimaanlage verfügte und die nachts bei durchschnittlich 26,3 Grad schlafen mussten. Am nächsten Morgen gleich nach dem Aufstehen mussten beide Gruppen auf ihren Smartphones kurze Rechenaufgaben lösen sowie die Farbe von Wörtern erkennen. Als an fünf dieser zwölf Tage eine Hitzewelle herrschte, konnten die Forscher bemerkenswerte Unterschiede zwischen den beiden Gruppen feststellen: Die leidgeplagten Studenten, die schweißgebadete Nächte hinter sich hatten, brauchten im Schnitt 13 Prozent länger für die Lösung der Aufgaben als ihre Kollegen, die durch die Klimaanlage einen erholsamen Schlaf fanden.  

2. Die Psyche wird anfällig

Bei starker Hitze fließt der Schweiß aus allen Poren, das Herz schlägt schneller und unser Blutdruck steigt – alles normale körperliche Reaktionen, da unser Kreislauf ordentlich zu arbeiten hat, besonders zu Beginn einer Hitzewelle setzt die Umstellung dem Körper zu. Doch bei vielen Menschen führt die als unangenehm empfundene Temperatur zu Panikattacken. Denn Schweiß, höherer Blutdruck und schnellerer Herzschlag sind auch Symptome, die bei einer Panikattacke auftreten. Da Menschen mit Angststörungen generell ihren Körper verstärkt beobachten, fallen ihnen diese Veränderungen besonders auf und sie fühlen sich so allzu schnell an eine vergangene Panikattacke erinnert. Kein Wunder, dass so Angst vor der Angst selbst aufkommt, oder aber die Hitze als für den Körper gefährlich interpretiert wird. Ist dies der Fall, schaukelt sich die Angst hoch und zusätzlich zum normalen Schweiß fließt nun auch noch der Angstschweiß.

3. Das Handy macht schlapp

Einen Hund darf man nie!! im Sommer in einem geparkten Auto warten lassen – ein Handy allerdings auch nicht. Denn unter extremen Temperaturen leiden Akku und Display,  im schlimmsten Fall könnten Chips durchschmoren und das Smartphone wäre zu nichts mehr zu gebrauchen. Um das zu vermeiden, sollte man das Handy nie in der prallen Sonne liegenlassen und – wenn möglich – so wenig Programme wie möglich geöffnet haben, um das Gerät nicht unnötig zu überhitzen.  

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So schlimm wird's nicht, aber man sollte sein Handy bei Hitze schonen Foto: WaffOzzy/iStock/Thinkstock

4. Sport wird zur Qual

Die gewohnte Joggingrunde einmal um den Block kann bei 35 Grad und glühend heißem Asphalt schon mal zur Qual werden. Da verschiebt man den Lauf doch lieber auf später und joggt eben spätabends noch eine Runde. Doch das ist keine wirklich gute Idee, denn treibt man seinen Körper am Abend noch zu Hochleistungen an, leidet die Schlafqualität massiv darunter und das Einschlafen fällt unangenehm schwer. Besser ist es, die Sporteinheit auf den Morgen zu verschieben, wenn die Temperaturen noch etwas kühler sind. Doch auch den Ozonwert sollte man beachten, bei unter 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft dürfen Gesunde sporteln. Asthmatiker oder Allergiker sollten allerdings bereits bei einer Belastung von 150 Mikrogramm die Sportschuhe ruhen lassen, da sich Ozon negativ auf die Lungenfunktion auswirkt. Überhaupt sollte man bei Extremtemperaturen nicht an sein körperliches Limit gehen, atmungsaktive Kleidung tragen, ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, auf UV-Schutz achten und eine schützende Kopfbekleidung tragen.

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Bei Hitze sollte man es mit dem Sport nicht übertreiben Foto: nd3000/iStock/Thinkstock

5. Verdauungsprobleme

Ja, die Hitze schlägt auch auf den Magen. Nicht nur nimmt bei vielen der Appetit ab (Gulasch mit Knödel? Nein danke), auch werden mehr Menschen wegen Durchfall und Erbrechen ins Spital eingeliefert. Eine amerikanische Forschergruppe fand heraus, dass mit jedem Tag Hitze das Risiko für einen Magen-Darm-Infekt um 4,7 Prozent zunimmt. Wer an chronischen Darmerkrankungen leidet, bei dem steigt das Risiko für einen Schub mit jedem Tag um 4,6 Prozent. Als Grund für den Anstieg an Magen-Darm-Problemen nannten die Forscher den erhöhten Stress, dem der Körper bei hohen Temperaturen ausgesetzt ist, aber auch ein höheres Bakterienwachstum im Darm kann chronische Erkrankungen verschlimmern. Um sich keinen bakteriellen Infekt über verdorbene Lebensmittel einzufangen, gilt es besonders im Sommer, die Kühlkette zu beachten.