Den Nervenkitzel im Gepäck: Die fünf gruseligsten Orte der Welt

Es gibt sie wirklich: Orte, die aussehen als wären sie einem Albtraum entsprungen. Hier spukt es nicht nur an Halloween, sondern das ganze Jahr. Diese Plätze lehren auch hartgesottene Gruselfans noch das Fürchten.

Cover von Centralia
Die Route 61 wurde zur Touristenattraktion der brennenden Geisterstadt Foto: DON EMMERT/AFP/picturedesk.com

1. Overtoun Bridge, Schottland

Mehr als 50 Seelen hat diese Brücke in Schottland bereits gekostet. Seit den 1950er-Jahren steigt hier die Zahl der Todesfälle kontinuierlich an. Aber nicht Menschen stürzen sich in selbstmörderischer Absicht von der 15 Meter hohen Overtoun Bridge nahe Glasgow. Über 600 Hunde sind bereits an immer derselben Stelle freiwillig und ohne Vorwarnung in den Abgrund gesprungen. Hunde-Experten können sich das Phänomen nicht erklären. Irgendetwas an dem viktorianischen Steingebilde aus dem 19. Jahrhundert zieht offenbar die Tiere magisch an und lockt sie in die ewige Tiefe.

2. Die Geisterkirche, Tschechien

Reislustige, die Geistergeschichten mögen, werden in der St.-Georg-Kirche in der tschechischen Gemeinde Luková voll auf ihre Kosten kommen. Das Gebäude wirkt bereits von außen mit dem umliegenden Friedhof und dem abbröckelnden Verputz nur wenig einladend. Betritt man das Gotteshaus, erwartet einen ein unheimliches Bild. In den Bankreihen sitzen zahlreiche gesichtslose, in weiße Laken gehüllte, Gestalten schweigend da.

Die St.-Georg-Kirche kann auf eine lange tragische Geschichte zurückblicken. Erbaut wurde sie im Jahr 1352 im damaligen Böhmen. Ende des 18. Jahrhunderts brannte das Gotteshaus aus, und man baute sie im neo-romanischen bzw. neo-gotischen Stil wieder auf. 1968 geschah während einer Beerdigung ein schreckliches Unglück: Das Dach stürzte mitten während der Predigt ein. Die Bewohner von Luková deuteten diesen Vorfall als schlechtes Omen und beschlossen, die Messen fortan außerhalb der Kirche abzuhalten, um dem Fluch zu entgehen. Seither war die Kirche dem Verfall preisgegeben.

Der Künstler Jakub Hadrava nahm sich um das verfallende Gebäude an und lockt mit seiner gruseligen Kunstinstallation jedes Jahr zahlreiche Besucher in die "Geisterkirche". Auf diese Weise werden die dringend erforderlichen Renovierungsarbeiten finanziert.

Geisterkirche
Die Geisterkirche, mit ihren unheimlichen Gestalten, ist ein Touristenmagnet Foto: Petr David Josek/AP/picturedesk.com

3. Die Höhle des Grauens, Borneo

Lust sich so richtig zu ekeln? Dann können Sie das ganze Jahr über die Gomantong-Höhlen auf Borneo besuchen. In diesen leben über zwei Millionen Fledermäuse. Damit nicht genug: Während die Mini-Vampire es sich an der Höhlendecke bequem gemacht haben, wimmelt es am Boden von Abermillionen Kakerlaken. Die Bodenbewohner leben von den übelriechenden Hinterlassenschaften der Fledermäuse. Der Boden wird meterdick vom Guano der Deckenbewohner bedeckt. Eindeutig nichts für schwache Nerven oder Menschen mit empfindlichem Magen.

Gomantong Höhlen
In den Gomantong Höhlen kann man sich so richtig gruseln Foto: © Suzi Eszterhas/Minden Pictures/picturedesk.com

4. Der Berg der Kreuze, Litauen

Schon von Weitem kann man eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Litauens sehen: den Berg der Kreuze, der ungefähr 12 Kilometer nördlich von der Stadt Šiauliai liegt. Auf dem zehn Meter hohen Berg sind mehr als 100.000 Kreuze aufgestellt. Sie stehen als Symbol für den Widerstand der Bevölkerung und sollen auf den tiefen Glauben der katholischen Litauer hinweisen. Seit 1991 gilt der Berg der Kreuze als heiliger Ort der Katholiken und zieht zahlreiche Pilger aus aller Welt an, um dort ein Kreuz aufzustellen oder einen Rosenkranz aufzuhängen. Papst Johannes Paul II. erklärte ihn als Ort für Hoffnung, Frieden und Liebe. Trotzdem läuft einem hier ein kalter Schauer über den Rücken, und man möchte bestimmt nicht nachts durch den beklemmenden Wald aus Kreuzen streifen.

Seinen Ursprung hat der unheimliche Ort wahrscheinlich im Mittelalter. Er soll als Gebet- und Opferstätte gedient haben, bis er im Jahr 1348 von Kreuzrittern zerstört wurde. Es ranken sich zwei Legenden darum, wie der Berg der Kreuze einst entstanden ist. Die erste Geschichte führt das erste Kreuz auf der heiligen Stätte auf einen Fürsten aus Vilnius zurück, der auf seinem Weg zu einem Gerichtsprozess den Berg passieren musste und schwor, wenn zu seinen Gunsten entschieden würde, würde er dem Hügel ein Kreuz spenden. Die zweite Legende ist noch gruseliger: Der Vater einer schwerkranken Tochter träumte von einer weißgekleideten Dame, die ihn aufforderte, auf dem Berg ein Kreuz aufzustellen, damit jene wieder gesund würde. Der Mann tat dies, und nach seiner Rückkehr war seine Tochter geheilt. Die Legenden zogen Nachahmer an, sodass dort mittlerweile zahlreiche Kreuze zu finden sind.

Berg der Kreuze
Auf dem Berg der Kreuze stehen mehr als 100.000 Stück der religiösen Symbole Foto: Urs Schweitzer/akg-images/picturedesk.com

5. Die brennende Geisterstadt, USA

Das kleine Städtchen im US-Staat Pennsylvania galt einst als lukrative Bergbaustätte. Bis 1962 ein unterirdisches Feuer ausbrach, und die unter der Stadt liegende Kohlemine zu brennen begann. Bis heute konnte der Brand nicht endgültig gelöscht werden. Hochgiftige Dämpfe dringen aus dem Boden an die Oberfläche und tiefe Krater zieren die Straßen. Das Feuer zerstörte auch den Highway. Die Route 61 konnte der Hitze nicht standhalten und platzte immer wieder auf. Nach mehrmaligen Reparaturversuchen schloss man den Abschnitt und baute stattdessen ein Stück weiter südöstlich eine neue Straße, die jetzt als Ersatzstrecke dient. Der alte Teil der Route 61 wurde zu einem Touristenmagneten. Die Besucher kommen an diesen Ort, um die aufgerissene Straße, aus der Rauch austritt, zu fotografieren. Trotz der Empfehlungen der US-Regierung, den Ort zu verlassen, leben bis heute acht Einwohner in der brennenden Geisterstadt. Von den meisten Häusern sind nur noch die Treppen und Mauerreste erhalten und erinnern an bessere Tage. Wer sich dorthin verirrt, hat das Gefühl, in der Kulisse eines Horrorfilms gelandet zu sein.