Es grünt so grün! Warum Kohl in der Küche nicht fehlen sollte

In Österreich hat der Grünkohl mitunter noch einen schweren Stand. Mit Blick auf seine vielen Qualitäten sollten ihm jedoch auch heimische Feinschmecker öfters eine Chance geben.

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Grünkohl - eine wahre Vitaminbombe Foto: OlgaLepeshkina/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

In der norddeutschen Hausmannskost ist er schon seit Ewigkeiten eine fixe Größe, in den USA versetzte er unter der Bezeichnung "Kale" vor einigen Jahren die Foodie-Szene in Ekstase und in Teilen Skandinaviens darf er bei keinem traditionellen Weihnachtsessen fehlen. Die Rede ist von Grünkohl, in Österreich schlicht Kohl oder umgangssprachlich "Kelch" genannt. Doch während das vielseitig begabte Gemüse andernorts für Begeisterungsstürme sorgt, fristet es hierzulande nach wie vor ein Nischendasein, was sich jedoch ändern sollte, wie ein Blick über den kulinarischen Tellerrand beweist.

Grüner Kult

So genießt der Grünkohl etwa in vielen norddeutschen Regionen wie dem Oldenburger Land, Ostfriesland oder Schleswig-­Holstein einen regelrechten Kultstatus. Zahlreiche Vereine und Firmen unternehmen hier während der Herbst- und Wintermonate so­genannte Kohlfahrten, auf denen Wettkämpfe in ursprünglichen Kugelwurf­sportarten wie "Boßeln" oder "Klootschießen" ausgetragen und eigene Kohlkönige gekrönt werden. Die Krone des Oldenburger Kohlkönigs zierte beispielsweise schon die Häupter von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Exbundespräsident Christian Wulff. Bei der Zubereitung geht es deftig zur Sache: Grünkohl wird in Kombination mit Brat- oder Salzkartoffeln gerne als Beilage zu verschiedenen Wurstsorten (Bratwurst, Mettwurst oder Lungenwurst) serviert. In Mecklenburg-Vorpommern und dem Sauerland gesellen sich überdies geselchtes Fleisch, Rippchen und/oder Schweinebacken dazu, woraus sich Wintergerichte allererster Güte ergeben.

Weihnachtlich

In Dänemark und Südschweden ist der Grünkohl sogar ein unverzichtbarer Bestandteil eines jeden weihnachtlichen Festmahls und kommt zusammen mit dem klassischen gepökelten Weihnachtsschinken auf den Tisch. Die Niederländer wiederum verarbeiten ihn mit Vorliebe gemeinsam mit Erd­äpfeln und Räucherwurst zu einem herzhaften Eintopf. Gesundes aus Übersee. Dass es auch weniger rustikal geht und Grünkohl nicht nur zum kulinarischen Aufputz mächtiger Kalorienbomben taugt, haben gesundheitsbewusste Gourmets in den Vereinigten Staaten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Unter Vegetariern und fitnessaffinen Genießern sind getrocknete Grünkohlchips sowie die verschiedensten Grünkohl-Smoothie-Varianten der Renner.

Verborgene Superkräfte

Und damit wären wir auch bei einer der wertvollsten Eigenschaften des auf den ersten Blick unscheinbaren Gemüses angelangt: Kohl ist nämlich nicht nur überaus schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Er strotzt vor den Vitaminen A, B und C, die sich kräftigend auf unser Immunsystem sowie die Nervenstärke auswirken, verfügt über einen höheren Kalziumgehalt als Milch und beinhaltet lebensnotwendige Aminosäuren. Ferner wirkt das in ihm enthaltene Quercetin entzündungsfördernden Enzymen entgegen, minimiert das Risiko an Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken und hemmt die Histaminfreisetzung, wovon allergische Asthmatiker profitieren können.

Wo kaufen?

Ganz ohne Makel ist jedoch auch der Grünkohl nicht. Obwohl er sich mittlerweile auch in Österreich als Trendgemüse zu etablieren beginnt, ist er mitunter etwas schwerer aufzutreiben als Standardgemüsesorten. Man sollte daher nach ihm auf Bauernmärkten, im Fachhandel, bei direktvermarktenden Biobauern oder in sehr gut sortierten Supermärkten Ausschau halten.

Grüner Smoothie

Für 1–2 Portionen folgende Zutaten in einem Mixer fein pürieren:

  • 1 Handvoll klein geschnittene Kohlblätter
  • 1 Tasse Spinat
  • ½ Banane
  • ½ Apfel
  • 2 Kiwis
  • 1 Limette
  • 1 walnußgroßes Stück Ingwer
  • Eiswürfel
  • 1 Tasse Kokosmilch