Ein Hoch auf die Liebe! Sieben Bräuche für Paare

Was gibt es Schöneres als die Liebe. Diese will auch gebührend zelebriert werden. Ob romantische Momente oder archaische Rituale - hier finden Sie die schönsten, aber auch ungewöhnlichsten Bräuche für Paare,

Cover Paar mit Herzen
Foto: GeorgeRudy/iStock/Thinkstock

1. Ein Schloss für die Liebe

Aus Italien stammt dieses romantische Ritual: Auf Brücken werden eiserne Schlösser mit den Initialen des Paares und dem Datum angebracht. Das Schloss wird abgeschlossen und der Schlüssel im Anschluss im Wasser versenkt. Dabei wünscht sich das Paar den Fortbestand der Liebe. Ein Brauch mit unliebsamen Nebenwirkungen übrigens: Denn in Italien wurde ein Verbot ausgesprochen, um die denkmalgeschützten Brücken sowohl optisch als auch vor Rostschäden durch die zahlreichen Schlösser zu schützen. In Paris ist sogar ein Brückengeländer unter der Last der befestigten Liebesschlösser eingestürzt.

2. Ein Taschentuch als Liebespfand

Das Taschentuch als Liebespfand ist ein sehr alter Brauch, der noch aus der Zeit der Kreuzritter stammt. Die Dame ließ ein Tuch fallen, und wenn der Mann es aufhob und zu sich nahm, erwiderte er damit ihre Zuneigung. Gleichzeitig gab er mit dieser Geste ein Treueversprechen ab. Dass er das Liebespfand blutgetränkt von den Kreuzzügen zurückbrachte, hatte auch seine Hintergründe. Damit zeigte er, dass er seine Herzensdame auch in den härtesten Momenten der Schlacht nicht vergessen hatte. Neben den Taschentüchern wurden auch gerne Schmuck, Handschuhe oder andere persönliche Gegenstände als Liebespfand verwendet, bis an ihre Stelle der Verlobungsring trat.

3. Der Apfelschnitztanz

Liebe geht durch die Nase - zumindest verdeutlicht das der Apfelschnitztanz - ein alter Brauch aus Österreich. Hier geht es um die Partnersuche mittels der Nase, die sich im Gegensatz zum Auge nicht so leicht betrügen lässt. Die Frau klemmt sich beim Tanz einen Apfelschnitz unter den Arm und reicht das verschwitzte Stück Obst anschließend dem Mann ihrer Wahl. Dieser darf das spezielle Stück Apfel nicht nur beschnuppern, sondern auch essen. Auf diese Weise bekommt er gleich einen Eindruck vom Geschmack und Duft seiner Herzensdame.

4. Der Nasenkuss

In Neuseeland findet man einen besonders süßen Brauch, den man hierzulande meist aus Kindertagen kennt: den Nasenkuss. Der traditionelle neuseeländische Kuss wird nicht wie bei uns mit dem Mund ausgeführt, sondern mit der Nase und heißt Hongi. Dabei reiben die Partner ihre Nasen aneinander und atmen abwechselnd ein und aus. Der Nasenkuss mag auf den ersten Blick ein wenig schräg erscheinen, die alte Tradition hat aber durchaus einen tieferen Sinn. Über den Atem nimmt jeder Partner den natürlichen Duft des anderen wahr und erkennt anhand der darin enthaltenen Botenstoffe (Pheromone), ob der andere zu mehr als nur dem Nasereiben zu gebrauchen ist. Eine nette Form, um festzustellen ob man jemanden gut riechen kann!

Nasenkuss
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5. Die Liebe feiern

Am 15. Juli tanzen in Israel Mädchen in weißen Kleidern mit Blumenkränzen im Haar, um die Liebe zu feiern. Der "Tu B'Av" ist der letzte Feiertag im jüdischen Kalender und mit dem Valentinstag vergleichbar. Man feiert, egal ob noch gesucht oder bereits gefunden, seinen "Bashert" bzw. seine "Basherte". Gemeint ist damit die oder Seelenverwandte. Jener Mensch also, der einem bestimmt ist, der einen ergänzt, mit dem man durchs Leben geht und gemeinsam lernt, was im Leben von wahrem Wert ist.

6. Tanabata Fest

Das Tanabata Fest wird jedes Jahr am 7. Juli in Japan gefeiert. Das Fest ist den beiden Himmelskörpern Orihime und Hikoboshi gewidmet - diesem liegt eine traurige Liebesgeschichte zugrunde. Die beiden Sterne trennen knapp zwei Milliarden Lichtjahre und die Milchstraße - treffen können sie sich nur an diesem einen Tag, wenn es nicht regnet. Seit über 1.500 Jahren wird dieser Tag mit Volkstänzen gefeiert.

7. Love Spoons

Aus Wales stammt das "Spoonings" (Löffeln). Junge Männer schnitzten einst reich verzierte Holzlöffel als Liebesbeweis für ihre Auserwählte. Ein Löffel als Liebesgabe lag nahe, weil die Frauen diesen Alltagsgegenstand täglich benutzen konnten und so möglichst oft an ihren Verehrer erinnert wurden. Je nachdem, welche Symbole auf dem Liebespfand eingraviert waren, wollte der Mann etwas anderes zum Ausdruck bringen. Mit einem Herzen drückte er seine Liebe aus. Schnitzte er Vögel in das Holz, wollte er seiner Angebeteten zu verstehen geben, dass er mit ihr fortfliegen wollte. Glocken zeigten, dass er vorhatte, die Dame seines Herzens zu heiraten. Hufeisen standen für den Wunsch nach Glück, ein Kreuz für den Glauben und Blumen dafür, dass er der Frau Zeit geben wollte, sich zu entscheiden. Eingeschnürte Bälle sollten der Frau zu verstehen geben, dass sie bei dem Mann sicher war.

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