Gestohlen: 5 spektakuläre Kunstdiebstähle

In Wien wurde diese Woche ein Renoir gestohlen! Schätzwert des Bildes: rund 160.000 Euro. Ein herber Verlust – doch diese fünf Kunstdiebstähle waren noch dreister!

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Die Mona Lisa ist das wertvollste Gemälde im Louvre Foto: Pexels

Aus dem Dorotheum in Wien wurde ein Gemälde entwendet, es soll sich dabei um eine Küstenlandschaft des großen Impressionisten August Renoir handeln. Der Schätzwert des Bildes lag zwischen 130.000 und 160.000 Euro. Damit haben die Kunstdiebe ein gutes Geschäft gemacht. Kunstdiebstähle sind keine Seltenheit, sie stehen in einer Reihe mit Korruption, Drogen-, Menschen- oder Waffenhandel. Der jährliche Schaden, der durch Kunstdiebstähle entsteht, wird auf 5 Milliarden US-Dollar geschätzt. In Österreich wird im Schnitt jeden Tag ein Kunstwerk entwendet, sei es aus Museen, Galerien oder Kirchen. Nur rund die Hälfte der gestohlenen Bilder oder Statuen kann wieder an die Eigentümer zurückgegeben werden, der Rest bleibt auf dem Schwarzmarkt verschollen.

Nicht alle Kunstdiebstähle erregen so viel Aufsehen wie der Diebstahl eines Renoirs. Diese dreisten Kunstraube sind allerdings besonders im Gedächtnis geblieben.

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Renoir: Portrait der Schauspielerin Jeanne Samary Foto: Photos.com/PHOTOS.com/Thinkstock

1. Der Schrei

Demjenigen, der diesen Kunstraub entdeckte, entfuhr wahrscheinlich auch ein Schrei: 2004 wurde die Temperaversion des Bildes aus dem Jahr 1910 aus dem Munch-Museum in Oslo gestohlen. Sechs der sieben Täter konnten von der Polizei gefasst werden und wurden zu teils 19-jährigen Haftstrafen verurteilt. 2006 wurde das Kunstwerk bei einer Razzia wieder gefunden, teilweise war das Bild zerstört. Eine vollständige Restaurierung war nicht mehr möglich, dennoch hängt das Bild seit 2008 wieder an seinem angestammten Platz.

2. Mona Lisa

Ob der Mona Lisa bei ihrem Raub wohl das Lächeln vergangen ist? 1911 wurde es vom Italiener Vincenzo Peruggia gestohlen, er schnitt das Gemälde einfach aus dem Rahmen und verließ ganz entspannt das Museum. Zwei Jahre später wollte er sein Diebesgut zu Geld machen und auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Dabei wurde er von der Polizei verhaftet. Das Motiv des Diebes war übrigens gar nicht das Geld, sondern wohl etwas falsch verstandener Patriotismus. Er war überzeugt davon, Napoleon hätte die Mona Lisa den Italienern entwendet. Dabei verkaufte da Vinci selbst sein Gemälde 1514 um 4.000 Goldtaler an den französischen König. Heute ist die Mona Lisa schätzungsweise 793 Millionen Dollar wert. Der Diebstahl erwies sich übrigens als Glück im Unglück, denn nur dadurch wurde das Gemälde einer breiten Öffentlichkeit bekannt, vorher war die Mona Lisa nur in Fachkreisen von Interesse.

3. Caspar David Friedrich und William Turner

1994 wurden in Frankfurt zwei Werke von Turner und ein Bild von Friedrich entwendet. Die Drahtzieher hinter dieser Aktion blieben unentdeckt, während die Diebe selbst schnell gefasst waren. Doch die Bilder konnten durch Verhandlungen wieder zurückgekauft werden, die Tate Gallery, eigentlicher Besitzer der Turner-Bilder, machte bei der ganzen Sache sogar noch Gewinn, da sie von der Versicherung mehr Geld bekam, als der eigentliche Rückkauf schließlich kostete. Die Drahtzieher setzten sich nach erfolgreichem Verkauf ins Ausland ab und wurden nie gefasst.

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Tate Modern bei Nacht Foto: Violetastock/iStock/Thinkstock

4. Van Gogh

2002 wurden aus dem Van Gogh Museum in Amsterdam gleich zwei Gemälde des Künstlers entwendet. Erst drei Jahre nach der Tat wurden zwei Männer zu Gefängnisstrafen verurteilt, die Bilder blieben 14 Jahre lang verschollen. 2016 konnten sie von der italienischen Finanzpolizei im Hause eines Drogenbosses aufgespürt werden. Die Bilder waren in einem beinahe unversehrten Zustand.

5. Saliera, Wien

Noch ein dreister Kunstraub in Österreich: Aus dem Wiener Kunsthistorischen Museum wurde die Saliera gestohlen, eine Art Salz- und Pfefferständer, entworfen vom italienischen Bildhauer und Goldschmied Cellini im Jahr 1540 für den französischen König. Die Saliera ist überaus wertvoll, gilt sie doch als einzige erhaltene Goldschmiedearbeit Cellinis. Der Wert beträgt rund 50 Millionen Euro. Verlockend für Diebe. Als 2003 das Kunsthistorische Museum Wien gerade umgebaut wurde, nutzten diese die Chance und stiegen über das Baugerüst in das Museum ein und stahlen die Saliera. Der Alarm ging los, das Wachpersonal hielt es aber für einen Fehlalarm im Zuge der Bauarbeiten. Erst am nächsten Tag wurde der Diebstahl bemerkt. Insgesamt dürfte der Raubzug nicht länger als filmreife 46 Sekunden gedauert haben. Um die Figur wiederzufinden, wurde sogar das FBI hinzugezogen, in Wien wurde eine eigene Sonderermittlung eingeführt. Drei Jahre blieb die Figur verschollen, doch dann versuchte der Täter, Lösegeld zu erpressen: Würden nicht 10 Millionen auf ein Konto überwiesen werden, würde er die Figur einschmelzen und die Tat auf Video festhalten. Dank einer Überwachungskamera in einem Mobilfunkgeschäft, in dem sich der Täter ein Wertkartentelefon besorgt hatte, konnte die Polizei ein Fahndungsfoto veröffentlichen. Daraufhin stellte sich der Verdächtige, der übrigens 47 Jahre alt, Familienvater und Inhaber einer Alarmanlagenfirma war. Bei der Tat sei er nach eigenen Aussagen alkoholisiert gewesen. Die Saliera bewahrte er unter seinem Bett auf, bis er sich entschied, sie in einem Waldstück zu vergraben. Für seinen Coup wurde der Dieb zu fünf Jahren Haft verurteilt, nach zwei Jahren und neun Monaten aber wieder freigelassen.

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Kunsthistorische Museum Wien Foto: Violetastock/iStock/Thinkstock

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