Check: Diese Gemüsesorten sind auch roh ein Genuss

Dass ein Apfel sowohl roh als auch als Apfelmus köstlich schmeckt, weiß jeder, doch wie sieht es eigentlich mit roten Rüben, Karfiol oder Melanzani aus? Welche Gemüsesorten kann man roh essen und bei welchen wird es sogar gefährlich?

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Was kann man roh essen – und was ist sogar gefährlich? Foto: sakkmesterke/iStock/Thinkstock

Rohköstler essen keine Lebensmittel, die über 40 Grad Celsius erhitzt wurden, um keine Nährstoffe zu zerstören. Bei bestimmten Obst- und Gemüsesorten ist das durchaus sinnvoll, allerdings kann unser Körper bestimmte Nährstoffe leichter aufnehmen, wenn die Lebensmittel gegart wurden – das in Tomaten enthaltene Lycopin beispielsweise verwertet der Körper besser, wenn die Tomaten gekocht wurden. Vitamin C hingegen ist hitzeempfindlich und wird beim Kochen zerstört.

Ob es jetzt gesünder ist, einen Großteil der Nahrung roh zu sich zu nehmen oder zu kochen lässt sich nicht pauschal sagen. Man nehme nur eine Paprika: Das hitzeempfindliche Vitamin C wird beim Kochen zerstört, dafür kann der Körper dann das Vitamin A besser aufnehmen. Eine gesunde und bunte Mischung macht's und bringt Abwechslung in die Küche.  Nur, welche Lebensmittel kann man überhaupt roh essen und welche werden erst durch Kochen genießbar?

1. Rote Rübe

Rote Beete ist nicht nur unheimlich lecker, sondern auch gesund und erhöht durch die enthaltenen Nitrate sogar die Leistungsfähigkeit! Kein Wunder, dass Sportler da gerne zulangen. Ist Nitrat gesund, bewirkt Nitrit das Gegenteil. Werden rote Rüben falsch gelagert oder einmal gekochte rote Rüben wieder aufgewärmt, wird das gesunde Nitrat zu ungesundem Nitrit umgewandelt. Zum Glück kann man die roten Knollen auch ohne Probleme roh genießen und sein kulinarisches Repertoire so erweitern. Nur zu viel davon sollte man sich nicht einverleiben, da rote Rüben Oxalsäure enthalten. Dieser Stoff ist ein sogenannter Antinährstoff, kann den Kalziumstoffwechsel stören und so zu Nierensteinen führen. Wer es allerdings nicht übertreibt, kann ohne Probleme an die 200 Gramm rohe rote Rüben die Woche verzehren.

2. Spinat

Spinat kennen die meisten vielleicht nur als Cremespinat, doch das Gemüse kann man auch wunderbar roh als knackigen Salat verzehren. Da kann der normale Eisbergsalat einpacken, roher Spinat erhält große Mengen an den Vitaminen A, B und C und jede Menge Antioxidantien. Besonders die jungen Blätter von frischem Spinat sind roh ein Genuss. Doch auch wie rote Rüben enthält roher Spinat Oxalsäure.

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Foto: Pexels

3. Süßkartoffel

Was passt gut zu Spinat? Süßkartoffeln! Leicht gedünstet oder cross gebraten als Wedges entwickelt die orange Knolle ein wunderbar süßes Aroma. Wem das auf die Dauer aber zu langweilig wird, der könnte ja auch mal rohe Süßkartoffeln testen, im Gegensatz zu Kartoffeln können diese nämlich ohne Bedenken auch roh verzehrt werden. Geschmacklich erinnert sie ein wenig an Karotten und genauso wie diese wird sie am besten in den Salat gehobelt.

4. Kohl

Karfiol mit Béchamelsoße überbacken, ein Traum … Genauso wie knackig gedünsteter Brokkoli im Wok oder schmackhafter Rosenkohl im Winter. Darauf, dass Kohlsorten aber auch roh ein gesunder Genuss sind, kommt man vielleicht gar nicht. Der einzige Nachteil an ungekochtem Kohl: Er ist schwer verdaulich.

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Rosenkohl ist auch roh genießbar Foto: Kaycco/iStock/Thinkstock

5. Fisolen

Stopp! Liebhaber von Fisolensalat werden schon erkannt haben, dass die Bohnen stets gegart sind. Und das mit gutem Grund! In rohen Fisolen kommt der Stoff Phasin vor, der für den Menschen giftig ist und zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. Im schlimmsten Fall können Krampfanfälle eintreten, die sogar zum Tod führen können. Fisolen sollten deswegen immer zehn bis 20 Minuten lang gekocht werden – dann sind sie nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund.

6. Erbsen

Fisolen soll man nicht roh essen und Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen auch nicht. Wie sieht es aber mit den kleinen knackigen Erbsen aus? Anders als andere Hülsenfrüchte enthalten Erbsen keine Lektine, die erst durch Kochen unschädlich gemacht werden. Frische Erbsen kann man also bedenkenlos auch roh naschen.

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Foto: Pexels

7. Pastinaken

Ein Wurzelgemüse, das fast in Vergessenheit geraten ist, nun aber wieder sogar Einzug in die Sterneküche hält. Das ist auch gut so, denn die der Karotte ähnlichen Wurzeln stecken voller Nährstoffe. Dämpft oder brät man sie, schmecken sie herrlich süß – wer auf Süßkartoffeln steht, wird Pastinaken lieben. Und ebenso wie die orangefarbenen Süßkartoffeln kann man auch die blassen Pastinaken ohne Probleme roh verzehren. Junge, zarte Pastinaken braucht man noch nicht einmal zu schälen, so bleiben besonders viele wertvolle Nährstoffe enthalten. Hat man Glück und findet irgendwo Pastinaken, die auch noch das Blattgrün haben, kann man auch dieses zu einem schmackhaften Salat verarbeiten. 

8. Melanzani

Die dunklen Melanzani sind ein Nachtschattengewächs – und Nachtschattengewächse enthalten Solanin. Dieses Gift wird nur durch Kochen zerstört, eine rohe Melanzani führt unweigerlich zu schweren Bauchschmerzen. Außerdem schmecken Melanzani gekocht eh viel besser.

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Foto: robynmac/iStock/Thinkstock

9. Kartoffeln

Nicht alle Knollen kann man roh essen. Im Gegensatz zu Pastinake und Süßkartoffel ist die normale Kartoffel ein Nachtschattengewächs und enthält, wie die Melanzani, Solanin. Roh sind Kartoffeln also absolut ungenießbar. Doch auch bei der Zubereitung sollte man darauf achten, die grünen und sehr stark keimenden Stellen nicht zu verwenden. Denn hier lagert sich das Solanin so hartnäckig ein, dass es auch durch Garen nicht vollständig zerstört werden kann.

10. Spargel

Im Frühling kommt die Spargelzeit. Das Stangengemüse ist nicht nur ungemein lecker, sondern auch sehr gesund und entwässert. Da startet man gleich fit in den Frühling. Meist isst man weißen und grünen Spargel gekocht, aber könnte man eigentlich nicht auch einen raffinierten Salat daraus zubereiten? Kann man in der Tat, ohne Probleme kann dieses Gemüse roh gegessen werden und bringt so auch etwas Abwechslung in den Küchenalltag. Denn roher Spargel schmeckt gänzlich anders als gekochter, da sich die typischen Aromastoffe erst durch das Erhitzen entfalten.

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Ein knackiger Spargelsalat mit grünen Erbsen Foto: Shaiith/iStock/Thinkstock

11. Kürbis

Kürbis ist nicht gleich Kürbis. 200 verschiedene Sorten gibt es, manche davon dienen nur der Dekoration, manche muss man vor dem Zubereiten schälen und dann stundenlang kochen und wieder andere kann man ohne Weiteres mit Schale und roh verzehren. Die bei uns sehr verbreiteten Kürbisarten Butternuss, Muskat und Hokkaido können alle ohne Probleme roh verzehrt werden, den Hokkaido muss man noch nicht einmal schälen! Aufpassen muss man allerdings dann, wenn der Kürbis unangenehm bitter schmeckt, dies könnte ein Hinweis auf das Gift Cucurbitacine sein, das durch die Kreuzung von Speise- mit Zierkürbissen entsteht, sich aber auch bei überreifen Exemplaren und einer falsche Lagerung entwickelt.