Zerstört die Freundschaft mit dem Ex die neue Beziehung?

Kann man mit dem Ex-Partner befreundet bleiben und sich gleichzeitig auf eine neue Liebe einlassen? Studien geben Antworten auf diese viel diskutierte Frage.

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Können alte Liebschaften die Beziehung zerstören? Foto: Vasyl Dolmatov/iStock/Thinkstock

Befragungen zeigen: Die Mehrheit möchte nach der Trennung keinen Kontakt mehr zum Ex-Partner aufrechterhalten, sondern einen klaren Schnitt.

Manche Paare aber entscheiden sich, weiterhin befreundet zu bleiben. Gemeinsame Kinder, Haustiere oder ein gemeinsamer Freundeskreis sind oft Gründe, die dafür sprechen, sich auch nach einer Trennung weiterhin zu sehen.

Doch wie verhält es sich, wenn einer der beiden frisch verliebt ist und eine neue Beziehung eingegangen ist? Kann eine Freundschaft zum Ex diese neue Liebe in Gefahr bringen?

Geht es nur um Sex?

Man trifft sich also noch mit seinem Ex, soso. Da geht es doch eh nur um Sex, oder? Nicht unbedingt, eher das Gegenteil ist der Fall!

2016 untersuchte eine Studie aus Oakland die Gründe, wieso Menschen mit ihrem Ex-Partner befreundet bleiben und konnte die folgenden Motive identifizieren:

  • Sentimentalität: Man kann mit dem Ex-Partner reden, man versteht sich und erfährt Zuspruch.
  • Romantische Anziehung: Die Gefühle sind noch nicht erloschen, niemand anderes soll an der Seite meines Ex-Partners sein.
  • Soziale Kontakte: Man hat einen gemeinsamen Freundeskreis – wieso sollte man den wegen einer Trennung aufgeben?
  • Kinder und gemeinsame Verpflichtungen: Man teilt sich das Sorgerecht oder muss gemeinsam den Kredit zurückzahlen. Hier gibt es weder romantische Gefühle noch Groll.
  • Pragmatismus: Man braucht den Ex-Partner dafür, dass er einem im Alltag hilft, beispielsweise Reparaturen im Haushalt übernimmt.
  • Sex: Man bleibt mit dem Ex-Partner befreundet, da man hofft wieder gemeinsam im Bett zu landen.

Sentimentalität als Hauptgrund

Es gibt also jede Menge Gründe, mit dem Ex befreundet zu bleiben, die gar nichts mit Sex zu tun haben. Die Studie aus Oakland, bei der 513 Männer und Frauen teilnahmen, ergab, dass Sentimentalität der wichtigste Grund ist, wieso Menschen mit ihrem ehemaligen Partner befreundet bleiben möchten.

Pragmatismus, den anderen also bei Laune halten und immer wieder um Gefälligkeiten zu bitten sowie Sex werden von den Befragten als unwichtig eingestuft.

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Sex ist nicht der Hauptgrund, wieso man mit dem Ex-Parnter befreundet sein möchte Foto: Vasyl Dolmatov/iStock/Thinkstock

Berechnender Ex? Unwahrscheinlich

Menschen mit so genannten dunklen Eigenschaften – dazu zählen Gefühlskälte und manipulatives Verhalten – bewerten im Vergleich zu anderen die Punkte Sex und Pragmatismus höher, doch solche berechnenden Persönlichkeiten kamen den Forschern in der Studie kaum unter.

Man kann also davon ausgehen, dass die meisten Menschen mit ihrem Ex-Partner befreundet bleiben, weil sie die gemeinsam verbrachte Zeit wertschätzen und in dem anderen einen treuen Freund und guten Zuhörer sehen.

Da dürfte es wohl kein Problem für die neue Liebe sein, wenn man einmal die Woche seinen Ex auf ein Bier trifft?

Leidet die neue Beziehung?

Weder Frauen noch Männer sind begeistert, wenn der neue Partner mit dem oder der Ex ein inniges Verhältnis pflegt. Allzu schnell erliegt man Eifersuchtsanfällen und fühlt sich wie das dritte Rad am Wagen. Sind diese Gefühle angemessen, oder macht man sich umsonst verrückt?  

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Vielen behagt es nicht, wenn der Partner noch Kontakt zu Verflossenen hat Foto: Astarot/iStock/Thinkstock

Eine Studie der University of South Florida befragte 400 Frauen, die sich kürzlich getrennt hatten und seit mindestens drei Monaten in einer neuen Beziehung waren. 40 Prozent der Befragten hatte nach wie vor Kontakt zum Ex-Freund. Die Forscher konnten zeigen, dass diese Frauen stärkere romantische Gefühle für den Ex hegten und sich auf den neuen Partner auch nicht zu hundert Prozent einlassen konnten.

Keine Freundschaft mit dem Ex?

Haben nun alle Partner, denen die Freundschaft zwischen der Liebsten und ihrem Ex ein Gräuel ist, recht? Nicht unbedingt. Denn ganz so einfach ist die Sache nicht. Es kommt laut Forschern nämlich darauf an, aus welchem Grund man noch befreundet ist.

Ist Sentimentalität der Grund, dann sollte man als neuer Partner das "Ex" vor dem Wort Freund einfach vergessen und das ganze als platonische Freundschaft betrachten. Zeigt man sich in dieser Situation locker und erhebt gegen die Freundschaft keine Einsprüche, wird die aktuelle Beziehung garantiert nicht darunter leiden.

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Eine rein platonische Freundschaft ist möglich Foto: chameleonseye/iStock/Thinkstock

Risiko für Depression erhöht

Wer allerdings in seiner neuen Beziehung nicht ganz glücklich ist und immer wieder den Kontakt zum Ex sucht, um mehrere Eisen im Feuer zu haben, der sabotiert seine aktuelle Beziehung in der Tat – und hat vielleicht bald schon einen Ex-Partner mehr.

Bleibt man auf romantische und sexuelle Art mit dem Ex verbunden, leidet die aktuelle Beziehung, überhaupt gibt man ihr mit diesem Verhalten ja nicht einmal die Chance, sich richtig zu entwickeln.

Die Forscher der University of South Florida konnten außerdem feststellen, dass so ein Verhalten die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression oder Angststörung zu erkranken, erhöht. Das gilt übrigens auch für ehemalige Liebespaare, die nach der Trennung in eine On-Off-Beziehung geraten: Das erneute Annähern, der darauf folgende Rückzug, die Unsicherheit, all das wirkt sich negativ auf das psychische Wohlbefinden aus. Wichtig ist, dass man eine klare Entscheidung fällt.  

In so einem Fall hilft somit nur eines: Sich klar entscheiden, ob man lieber wieder einen Schritt zurück zum Ex oder einen nach vorne in eine neue Zukunft wagen möchte.

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