Element of Crime im Interview: "Eigentlich kann man über alles singen"

Fünf Jahre nach dem letzten Album erscheint jetzt mit „Lieblingsfarben und Tiere“ ein neues Werk von Element of Crime. Im Interview sprechen Sven Regener und Jakob Ilja über Streitkultur, Liebe und ständige Erreichbarkeit.

Sven Regener von Element of Crime
Foto: Getty Images

Weekend: Element of Crime gibt es bald 30 Jahre. Was hat sich für Sie seit dem Beginn geändert?

Jakob Ilja: Die Stilsicherheit und der Umstand, das weniger gestritten wird.

Wieso wurde denn früher mehr gestritten?

Sven Regener: Das hat bei einer jungen Band viel mit dem Ringen um den Stil zu tun. Der ist am Anfang noch gar nicht definiert. Aber nach so vielen Jahren wäre das ja eher tragisch.

Sind Sie heute noch nervös, wenn eine Plattenveröffentlichung ansteht?

Jakob Ilja: Das nicht, eher erstaunt und beglückt, dass es immer wieder gelingt, diese schönen Songs entstehen zu lassen.

Sven Regener von Element of Crime
Foto: Picturedesk

Ihre Songs wirken wie Ausschnitte aus dem Leben. Was ist der Trick hinter diesem Songwriting?

Sven Regener: Keine Ahnung, ob da ein Trick ist. Eher nicht. Das ist einfach unser Ding, wir haben ja immer zuerst die Musik und die inspiriert dann die Texte. Manchmal muss man lange warten…

Was hat es denn mit dem Titel der Platte, „Lieblingsfarben und Tiere“ auf sich?

Jakob Ilja: Fast alle unsere Platten tragen den Titel eines Songs. So auch diese. Es schien einfach der passende zu sein.

Welche Beschaffenheit muss ein Thema haben, damit es sich lohnt, darüber ein Lied zu machen?

Sven Regener: Ich weiß es leider nicht. Wenn man das vorher wüsste, dann könnte man es sich leichter machen. Eigentlich kann man über alles singen, man braucht nur einen guten Einstieg und die richtige Musik.

Jakob Ilja und Sven Regener von Element of Crime
Foto: Picturedesk

Ein beliebtes Thema ist ja die Liebe. Welche Phase einer Beziehung gibt denn am meisten her?

Sven Regener: Am meisten gibt natürlich die unglückliche Liebe her, das ist ja bei allen so. Ich meine, Heartbreak Hotel und so weiter. Das mit dem Anfang ist auch toll, das mit dem in der Mitte, im „Alltag“, das ist am schwierigsten.

Ein Thema, das auf „Lieblingsfarben und Tiere“ auftaucht, ist die ständige Erreichbarkeit. Wie handhaben Sie selbst den Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln?

Jakob Ilja: Ich nutze sie gerne und schalte sie abends ab.

Sven Regener: Ich habe Glück: Meine Augen sind nicht mehr gut genug für Handybildschirme...