Schnäppchenjäger aufgepasst: Dorf im Ausverkauf

Ach wie schön das wäre, so ein kleines Häuschen in der Toskana … Aber wieso denn so bescheiden? Immerhin könnte man auch ganz einfach ein ganzes Dorf besitzen. Oder doch lieber eine Insel?

toskana.jpg
Ach wie schön, Weinberge in der Toskana Foto: StevanZZ/iStock/Thinkstock

Ja, Wien freut sich über die Auszeichnung als lebenswerteste Stadt der Welt, doch egal, ob man in der österreichischen Hauptstadt lebt oder sonst wo, irgendwann zieht einen das Fernweh in den Süden, man träumt von sanften Hügeln, saftigen Weinbergen und mediterraner Küche. Und immer so ein Hotelzimmer buchen ist ja auch nicht billig. Da wäre es doch eine lohnende Investition, sich gleich ein kleines Ferienhaus zu kaufen – oder doch lieber gleich ein ganzes Dorf?

1. Gaiole, Chianti

In der Toskana steht aktuell ein ganzes Dorf, Gaiole, zum Verkauf. Insgesamt kann sich der betuchte Käufer, der 7 Millionen Euro locker machen muss, über 15 Hektar freuen, mehrere rustikale Bauernhäuser stehen auf dem Areal und für den Besitzer gibt es sogar eine eigene Villa. Das Besondere an diesem Örtchen: Mehr als sechs Hektar Bio-Weinstöcke gehören zu diesem Dorf, der hier produzierte Chianti wurde bereits ausgezeichnet. Die Frage, mit welchem Tröpfchen man auf seinen Kauf anstoßen soll, erübrigt sich somit. 

2. Geisterdörfer in Spanien

Bereits seit einigen Jahren leiden viele spanische Dörfer, insgesamt sind es mehr als 3.000, unter einer massiven Abwanderung. Das Resultat: leer stehende, verfallene Gebäude und ein hoher Altersdurchschnitt. Manche findigen Bewohner wollen ihr Dorf, in dem sie seit ihrer Geburt leben, aber retten und verkaufen die unbebauten Parzellen im Dorf bereits für einige symbolische Hundert Euro. Die neuen Grundstücksbesitzer verpflichten sich allerdings dafür, binnen zwei Jahren ein Haus zu errichten. Das Konzept ist ein voller Erfolg und viele Kleinstädte erleben einen zweiten Frühling. Wer nicht nur eine Parzelle, sondern gleich ein ganzes Dorf möchte, kann mit rund 40.000 Euro bereits einen kleinen Weiler erwerben, um 400.000 Euro gibt es bereits ein stattliches Dörfchen, teurer wird es für den, der zusätzlich noch Landwirtschaft und Jagdgebiete haben möchte, hier wären dann 3,5 Millionen Euro zu berappen.

spa-ie.jpg
Das spanischen Flair genießen Foto: nevarpp/iStock/Thinkstock

3. Ollalai, Sardinien

Das Dorf in Sardinien hat mit den gleichen Problemen wie die spanischen Dörfer zu kämpfen: Abwanderung und verfallene Ruinen. Um die alten Häuser zu retten, kommen sie unter den Hammer – und das bereits für einen Euro. Kling verführerisch nach Eins, zwei, drei, meins. Doch Achtung: Der Käufer verpflichtet sich, das Haus innerhalb von drei Jahren zu sanieren – und das kann dann ganz schön ins Geld gehen. Doch wer sich des Projekts annimmt, kann sich nicht nur über ein Häuschen auf Sardinien freuen, sondern auch über das gute Gefühl, ein historisches Dorf gerettet zu haben.

sardinine.jpg
Häuslebauer aufgepasst: In Sardinien gibt es Häuser um einen Euro Foto: CAHKT/iStock/Thinkstock

4. Karibikinsel

Ein kleines Dorf in der spanischen Landschaft ist Ihnen zu wenig abgeschieden? Ein Weingut in der Toskana klingt nach zu viel Arbeit? Wie wäre es dann mit einer kleinen, aber feinen Insel in der Karibik? Klingt doch sofort nach Urlaub pur. Und Kaufwillige können sich freuen, denn es stehen jede Menge Inseln – nicht nur in der Karibik – zum Verkauf. Wie wäre es mit der  knapp 90 Hektar großen "Big Cave Cay" um rund sechs Millionen US-Dollar? Ein wahres Schnäppchen muss man dazu sagen. Denn wer sich – vielleicht ja inspiriert durch Wes Andersons Film "Isle of Dog" – Besitzer von "Dog Island" nennen will, muss schon 50 Millionen US-Dollar auf der hohen Kante haben. Dafür kann man dann 202 Hektar sein eigen nennen – und wird hoffentlich auch den lieben Vierbeinern ein Paradies schaffen. 

strand.jpg
Nie wieder einen überfüllten Stand dank eigener Insel Foto: ilfede/iStock/Thinkstock