So organisiert man digitale Erinnerungen und bewahrt sie für die Ewigkeit

Das klassische Fotoalbum hat schon lange ausgedient. Welche Alternativen es gibt, und wie man digitale Bilder am besten verwaltet - die besten Tipps und Tricks.

Fotoalbum
Voll im Trend: Alte Fotoalben zu digitalisieren Foto: congerdesign/Pixabay

Der Umgang mit Fotos und Videos hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Vor der massenhaften Verbreitung guter digitaler Kameras – und selbst die Kamera an vielen Smartphones ist extrem leistungsfähig und sogar für semiprofessionelle Fotos anwendbar – belichtete man physische Filme mit Bildern, die danach auf Fotopapier entwickelt oder als Dia aufbereitet wurden. Die Entwicklung dauerte meist einige Tage und das Ergebnis war jedes Mal eine Überraschung, da man im Vergleich zu heute die Bilder nicht digital vorliegen hatte und vor dem Entwickeln nicht sortieren konnte. Die schönsten Bilder wurden in Alben eingeklebt oder in Form eines großformatigen Abzugs als Wandschmuck verwendet.

Auch wenn viele Nutzer immer noch einige Fotoalben im Schrank stehen haben, sehen sie sie eigentlich kaum noch an, und auch der Diaprojektor verstaubt in der Ecke. Die vielen Schnappschüsse auf dem Handy und dem Rechner hingegen erlauben einen schnellen Zugriff, man tauscht sie mit Freunden und der Familie aus, bearbeitet sie einfach online oder postet sie in seinen sozialen Netzwerken. Wer möchte, kann sie sogar kinderleicht ausdrucken, was die digitale Fotografie der analogen endgültig überlegen macht. Der größte Vorteil ist, dass man nur die Bilder für die Ewigkeit behält, die auch wirklich etwas geworden sind. Hat man sich früher an fotografische Herausforderungen wie das Abbilden des Mondes gewagt, ließ man im schlimmsten Fall mehrere Filme entwickeln und hatte nicht ein gutes Bild dabei. Diese Zeiten sind endgültig vorüber.

Haben Sie auch noch leere Fotoalben daheim ...?

... und bringen es einfach nicht über sich, sie mit ausgedruckten oder entwickelten Bildern zu füllen? Dann geht es Ihnen wie den meisten Nutzern, die instinktiv fühlen, dass das Fotoalbum einfach ausgedient hat. Vergessen Sie also Ihr Vorhaben, die Alben irgendwann doch zu füllen und sortieren Sie lieber Ihre digitalen Bilder so, dass Sie immer einen schnellen Zugriff haben und jedes Bild gleich finden! Und damit Sie tatsächlich alle Bilder in der gleichen Form vorliegen haben, machen Sie sich die kleine Mühe und lassen Sie Ihre Fotos und Dias digitalisieren. Das funktioniert sogar mit den Negativen, die damals mit den entwickelten Bildern geliefert wurden und die Grundlage für alle weiteren Verwendungen der Fotos waren.

Wie lassen sich digitale Bilder am besten verwalten?

Ein paar hundert Fotos hat man auf der Festplatte, der Speicher vom Smartphone ist ebenfalls voll, und es gibt auch noch den einen oder anderen USB-Stick, auf dem bildhafte Erinnerungen gespeichert sind. Wenn Sie sich der Aufgabe stellen wollen, ein System in die Bilderflut zu bekommen, sollten Sie sich einen oder zwei Nachmittage für diese Aufgabe reservieren – je nachdem, wie viele Fotos es zu sortieren gibt. Wenn es erst einmal ein System gibt, hat man es danach viel leichter, neue Bilder gleich an der richtigen Stelle speichern zu können. Doch welches Speichermedium ist am besten geeignet, um Erinnerungen wirklich für die Ewigkeit aufbewahren zu können?

Welches Speichermedium ist am sichersten?

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, ein Fotoalbum ist kein wirklich sicherer Ort für das Aufbewahren von Bildern. Es braucht nur einen Wasserschaden oder - noch schlimmer - einen Brand, und schon sind die Bilder alle verloren. Die Negative müsste man in einem feuerfesten Tresor aufbewahren, um wirklich auf Nummer sicher zu gehen. Hier haben digitale Speichermedien schon wieder die Nase vorn, denn sie ermöglichen eine dezentrale Sicherung. Natürlich muss man dabei einiges beachten.

Wie sicher sind DVDs und Blu-rays?

Fotos auf einen solchen Datenspeicher zu brennen, ist keine wirklich sichere Methode. Erstens haben sie ein vergleichsweise geringes Volumen und sind zweitens empfindlich. Man sollte auch bedenken, dass die technische Entwicklung rasant voranschreitet, und es durchaus möglich sein kann, dass bestimmte Speicher in einigen Jahren nicht mehr ausgelesen werden können. Das Beispiel der Floppy Disks zeigt es.

USB-Stick für dauerhafte Speicherung von Fotos?

USB-Sticks überzeugen durch ihr großes Speichervolumen, doch wenn es um die dauerhafte Sicherung wichtiger Daten geht, sollte man sich nicht auf sie verlassen. Die Flash-Speicher, die in ihnen zum Einsatz kommen, haben nämlich häufig eine zweifelhafte Qualität, die man von außen nicht kontrollieren kann. Zudem können Daten von solchen Speichern unrettbar verschwinden. Das gilt übrigens auch für SSD-Speicher, welche die gleiche Technologie verwenden.

Externe Festplatte + Cloud

Klassische externe Festplatten haben ein großes Volumen, sind transportabel und vor allem: ihre Daten lassen sich von einem Spezialisten auch im Fall eines augenscheinlichen Verlustes wiederherstellen. In Kombination mit der Speicherung in einer Cloud, auf die man dezentral zugreifen kann, ergibt sich eine sichere Methode, die Bilder und Erinnerungen für immer zu bewahren. Die Wahl einer sicheren Cloud ist natürlich Voraussetzung dafür, dass der Plan auch aufgeht.

Speichern, sortieren und verwalten

Nachdem nun klar ist, welches Speichermedium zum Einsatz kommen soll, geht es an die Organisation der Inhalte.

Erst löschen, dann sortieren

Es empfiehlt sich, die Bilder einmal alle durchzusehen und diejenigen, welche man nicht behalten möchte, einfach zu löschen. Das gilt nicht nur für die verwackelten Exemplare, sondern natürlich auch für die Motive, die in mehrfacher Ausführung vorhanden sind.

Ordner anlegen

Nun werden auf der Festplatte Ordner angelegt. Themen, Ereignisse, Personen, Urlaube – die genaue Unterteilung hängt natürlich ganz von den vorhandenen Bildern ab. Auch das Hinzufügen eines Datums kann sehr sinnvoll sein, um auf bestimmte Bilder immer schnell zugreifen zu können. Wir schlagen vor, dass sich das Anlegen eines Ordners dann lohnt, wenn etwa zwei Handvoll Bilder zu einem Thema vorhanden sind. Das Sortieren ist eine der größten Herausforderungen, macht aber auch am meisten Spaß. Wenn man sich nicht entscheiden kann, wie man die Bilder zuordnet, kann man auch eine chronologische Sortierung verwenden und Ordner für einzelne Jahre anlegen.

Beschlagwortung lohnt sich

Eine spezielle Fotosoftware wie Picasa, Flickr oder Lightroom erlaubt die Beschlagwortung mit jeweils mehreren Begriffen und erleichtert so das Auffinden bestimmter Bilder. Da steht einer gemütlichen Slideshow vor dem Monitor dann nichts mehr im Weg!