Digitale Eifersucht: Facebook, Instagram & Co. sind schuld

Social Media stellt die Liebe auf die Probe. Eifersucht im Netz sorgt für Drama. Die Beziehungskiller des 21. Jahrhunderts. Wie Sie am besten damit umgehen und digitale Eifersucht vermeiden.

Beziehungskrise
Wenn das Smartphone und Social Media wichtiger als die eigene Beziehung wird, steigt das Risiko der digitalen Eifersucht Foto: Ridofranz/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Eine jüngst veröffentlichte Studie von Kaspersky belegt, dass das Smartphone für mehr als die Hälfte aller Paare Auslöser für Streitigkeiten ist. Das Phänomen der "digitalen Eifersucht" nimmt dabei seit Jahren stetig zu. Und nicht nur das. Die kanadische Psychologin Amy Muise kommt in ihren Studien zu dem Ergebnis, dass Social Media die Eifersucht von Paaren grundsätzlich erhöht. Selbst Menschen, die eigentlich nicht dazu neigen - einfach, weil sie ein Online-Profil haben. In der Folge führen Facebook & Co. auch dazu, dem Partner online hinterherzuspionieren. Vom normalen User zum Überwachungsfanatiker. Immerhin hat schon jeder Zehnte einmal die Online-Fußspuren seines Liebsten oder seiner Liebsten verfolgt – laut einer Umfrage von Elite Partner. Dazu reichen ein paar wenige Klicks, und schon liefern uns Instagram & Co. Updates über die letzte Party-Nacht des Partners, die großzügig verteilten Likes und den aktuellen Aufenthaltsort. Der perfekte Nährboden für Eifersucht und das Gefühl, aus dem Leben des anderen ausgeschlossen zu sein.

Fluch und Segen

Perfekte Beziehungen gibt es nicht. In jeder Partnerschaft sowie in Freundschaften gibt es Höhen und Tiefen. Hin und wieder stolpert man über den einen oder anderen Stein, geht gemeinsam durch dick und dünn. Social Media ist dabei Fluch und Segen gleichzeitig. Denn Posten, Liken und Kommentieren bekommen - sobald man in einer Beziehung ist - eine ganz neue Bedeutung.

Streitpunkt 1: Partner "schaut fremd"

Sind wir ehrlich: Es passiert schon mal, dass wir die Profile gutaussehender Menschen auf Instagram, Facebook & Co. durchforsten. Eigentlich nichts Verwerfliches. Selbst in einer Beziehung darf der Appetit wo anders angeregt werden. Gegessen wird aber zuhause! Doch was tun, wenn der oder die Liebste Bilder anderer Frauen oder Männer liked und sogar Kommentare hinterlässt? 

Streitpunkt 2: Partner liked andere Inhalte, aber unsere nicht

Seit ein paar Monaten sind Sie glücklich in einer neuen Beziehung, haben dem Single-Dasein den Rücken gekehrt und genießen jeden Moment mit Ihrem neuen Schatz. Alles läuft wie am Schnürchen. Dann passiert es: Sie sehen ein Like Ihres Partners - definitiv nicht bei Ihrem letzten Bild. Wut staut sich. Nicht einmal kochendes Wasser erreicht den Wärmegrad des Feuers, das in Ihnen gezündet wurde. Von einer Sekunde auf die nächste regnet es Anschuldigungen dem Partner gegenüber.

Digitale Eifersucht vermeiden

Zunächst Ruhe bewahren. Nicht an die Decke gehen. Direkte Konfrontation ist der Schlüssel. Bedenken Sie in beiden Fällen: Online sehen Sie nie die ganze Wahrheit. Bevor Sie mit Fehlinterpretationen einen Streit riskieren, lieber die beiden folgenden Punkte erwägen.

1. Kommunikation und Vertrauen

Der beste Weg, um digitale Eifersucht abzubauen bzw. sie zu vermeiden ist Kommunikation. Einerseits Offenheit über die eigene Gefühlswelt, andererseits Ehrlichkeit, was das Online-Profil betrifft. Belastet Sie das Surf-Verhalten Ihres Partners, oder ist Ihr Social-Media-Umgang Grund zur Eifersucht, sollte das offen besprochen werden, um gemeinsam einen Weg aus der Vertrauenskrise zu finden. Voraussetzung: Machen auch Sie keine Geheimnisse aus Ihren Online-Aktivitäten. Damit schaffen Sie Sicherheit und bauen neues Vertrauen auf.

2. Online Detox

Schwimmen Sie gegen den Strom. Erholen Sie sich von der digitalen Flutwelle mit Online Detox. Wie? Indem Sie sich von Instagram, Facebook & Co. verabschieden. Wem das zu drastisch ist, oder wer genau diese sozialen Netzwerke nutzt, um up-to-date in Sachen Weltgeschehen, Mode, Musik etc. zu bleiben, sollte mehr Energie und Zeit mit dem Partner in das Leben in der realen Welt investieren. Häufig haben Paare eine unterschiedliche Vorstellung in Sachen Social Media. Dazu zwei grundlegende Fragen, die die Klärung erleichtern können:

  • Befreunden Sie sich mit Menschen willkürlich oder nehmen Sie zur jene auf Ihre Liste, die Sie persönlich kennen?
  • Wie viel geben Sie von Ihrer Privatsphäre preis?
  • Bei welchen dieser Fragen wären Sie zu Kompromissen bereit?

Driften Ihre Auffassungen zu sehr auseinander, bleibt immer noch die Option der "Social-Media-Scheidung": Onlineverbindung über Social Media-Kanäle trennen.