Death Cleaning: Der schwedische Weg, Ordnung zu halten

Wer sich schon lange vornimmt, sein zu Hause einmal gründlich zu entrümpeln und alten Ballast abzuwerfen, könnte mit dem neuen Trend aus Schweden gut beraten sein: "Death Cleaning". Die neue Ausmist-Technik hört sich schauriger an als sie eigentlich ist.

Death Cleaning - Cover
Wenn (fast) alles raus muss: Death Cleaning Foto: sergiophoto84/iStock/Thinkstock

Eine ordentliche Wohnung mit wenig Krempel, der belastet, wünscht sich wohl jeder. Mit der Zeit sammeln sich aber viele unnötige Dinge in unserem Leben an, die zum Zeitpunkt ihrer Anschaffung sinnvoll erschienen und am Ende doch ungenutzt in einer Ecke landen und kostbaren Platz einnehmen. Die schwedische Entrümpelungsstrategie "Death Cleaning" beseitigt diese Platzräuber, damit es eines Tages nicht jemand anders machen muss.

"Sterben“ und "Sauberkeit“

Der Ausmist-Trend aus Schweden heißt im Original "Döstädning“ und setzt sich aus den schwedischen Wörtern für "sterben“ und "Sauberkeit“ zusammen. Man hat ihn einfach mit "Death Cleaning“ ins Englische übersetzt. Die Schwedin Margareta Magnusson hat ein Buch zu diesem Thema geschrieben. Sie erklärt darin, wie man sich ein ordentliches Umfeld schafft und sich die wirklich wichtigen Dinge bewusster macht.

Das Prinzip

Der Gedanke hinter dem Prinzip ist es, sein Zuhause vor dem Tod gründlich zu entrümpeln und sinnlosen Ballast auszusortieren, um diesen Prozess nicht den Hinterbliebenen zu überlassen. Es soll bewusst Ordnung geschaffen werden. "Death Cleaning“ ist aber keineswegs nur etwas für Menschen, die sich tatsächlich auf den Tod vorbereiten, sondern auch für alle anderen, die sich die Trennung von angehäuftem Krimskrams und Ballast leichter machen wollen.

Margareta Magnusson, die Erfinderin von "Death Cleaning“, vertritt die Meinung, dass es gut sei, unnötige Dinge loszulassen. Für sie ist das nicht traurig, sondern - im Gegenteil - erleichternd. So hat die Schwedin für sich festgestellt, dass nicht nur die Hinterbliebenen davon profitieren, sondern vor allem man selbst. Durch den neuen Blick auf die Besitztümer zwingt man sich, nur zu behalten, was auch wirklich Freude bereitet und tatsächlich gebraucht wird.

Death Cleaning - Cover
Befreit! So gut kann sich Aufräumen anfühlen Foto: BartekSzewczyk/iStock/Thinkstock

Persönliche Erinnerungen

Die Reinigungsaktion ist nicht so streng, dass man seine geliebten Erinnerungsstücke oder Fotos aus seinem zu Hause verbannen muss. Margareta Magnusson bewahrt Dinge mit sentimentalem Wert in einer "Wegwerf-Kiste" auf. Darin sind Briefe, alte Fotos und Dinge, die nur für sie persönlich Bedeutung haben. Ihre Hinterbliebenen können nach ihrem Tod die Kiste einfach wegwerfen ohne hineinzuschauen. Mit der Vergänglichkeit des Lebens geht die Autorin unbefangen um, wie sich zeigt. Ihr Tipp: mit Familienmitgliedern und Personen, die in irgendeiner Form von der konsequenten Entrümpelungs-Aktion betroffen sein könnten, zu sprechen. Denn, wer über seine Pläne spricht, kann sie auch leichter durchziehen.

Angst ist fehl am Platz

Man braucht die "Death Cleaning“-Philosophie nicht zu fürchten, geht nicht darum, Dinge, an denen man hängt, zu entsorgen oder sich von allem zu trennen. Vor allem geht es nicht um die Angst vor dem Sterben, sondern die Geschichte des eigenen Lebens - gute wie schlechte Erinnerungen inklusive. Die guten behält man, die schlechten löscht man aus. Ziel ist es, seine ganz persönliche Version von Minimalismus zu finden.

Ein kleiner Trick der Erfinderin: Belohnung motiviert! Nach erfolgreicher Entrümpelung darf man sich etwas gönnen. Das kann ein gutes Essen sein, ein Besuch im Kino oder auch ein kleiner Wochenend-Trip. Weniger ratsam dagegen: neuen Krimskrams zu kaufen!