Serienkiller Charles Manson: Keine Reue bis zum Tod

Er war der bekannteste Serienkiller des 20. Jahrhunderts, der bis zu seinem Ende um seine Freilassung gekämpft hat. Am Sonntagabend ist Charles Manson, Auftraggeber für den Mord von Sharon Tate, ihrem Ungeborenen und acht weiteren Menschen, gestorben.

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1969: Manson wird verhaftet Foto: AP / picturedesk.com

Die Hälfte seines Lebens hat der gewissenlose Killer hinter Gitter verbracht. Sieben Morde soll er in Auftrag gegeben haben, die von seinen "hirnlosen Robotern", wie Staatsanwalt Vincent Bugliosi sie nannte, ausgeführt wurden. Seine damalige Strafverkündung: neun Mal lebenslänglich! Im Alter von 83 Jahren ist er unter natürlichen Umständen im Spital in Kern County verstorben. Er hatte bis zum Ende dafür gekämpft, freizukommen, doch auch sein zwölfter Antrag auf Entlassung wurde vor fünf Jahren abgelehnt. Nicht nur war sein Delikt zu schwerwiegend,  sondern auch sein Folgeverhalten im California’s Corcoran State Prison. Unerlaubte, geschmuggelte Ware, Besitz von selbstgebastelten Waffen und vor allem seine Reuelosigkeit machte das Gefängnis zum ewigen Heim des bestialischen Mörders mit dem tätowierten Hakenkreuz zwischen den Augen.

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Charles Manson 1986 Foto: Eric Risberg / AP / picturedesk.com

Anstiftung zum Rassenkrieg

Manson war ein erfolgloser Musiker, dem es nicht gelungen war, in Hollywood Fuß zu fassen. Der damals 36-jährige Anführer der Mörder-Gruppe „Manson Family“ startete 1969 ein Massaker, den er „Helter Skelter“ nannte. Seine Absicht war es, einen Rassenkrieg zwischen Schwarze und Weiße anzustiften und selbst schließlich über alle zu triumphieren. In einem Interview im Jahr 1987 erklärte er, dass er Bevölkerung dezimieren wollte, um die Erde und die Natur zu schützen. Die Morde beging er nicht selbst, denn dafür hatte der Sektenanführer zahlreiche Marionetten. Er befahl ihnen, die Villa der hochschwangeren Sharon Tate zu belagern und alle dort Anwesenden gnadenlos zu töten.16 Messerstiche und ein eingeritztes „X“ auf ihrem Bauch zählten die Kriminalbeamten.

Sah sich als Gott

Der nächste Auftrag galt den Supermarktkettenbesitzern Leno und Rosemary LaBianca. „Krieg“ war in Lenos Bauch geritzt. Ende August wurde auch Donald „Shorty“ Shea von der Sekte ermordet. Zwei Monate später wurde Manson, der sich selbst als „Gott“ bezeichnete, verhaftet. Besonders verstörend ist die Tatsache, dass es vor allem junge Frauen waren, die seine barbarischen Aufträge ausführten – er selbst soll bei den Morden nie dabei gewesen sein.

Anziehung auf etliche Frauen

Die Welt war und ist nach wie vor gleichzeitig angeekelt und fasziniert von Manson und seiner unverständlichen, gelungenen Machtanreißung. Von Reue war bis zu seinem letzten Atemzug keine Spur. Aus unbegfreiflichen Gründen, war der Kriminelle für einige Menschen so anziehend, dass er zahlreiche Heiratsanträge und Liebesbotschaften per Post erhielt. 2014 wollte Manson tatsächlich heiraten und beantragte eine Erlaubnis - diese blieb jedoch aus. 

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