Beyoncé kämpft mit Video "Pretty Hurts" gegen den Schönheitswahn

Facelifting, Botox, Magersucht & Co.: Sängerin Beyoncé veröffentlicht das Video zu ihrem Song "Pretty Hurts", in dem sie den Beauty-Wahn in den U.S.A. kritisiert. Fragt sich nur, ob sich die Sängerin tatsächlich als Kämpferin gegen operative Beauty-Trends sieht, oder bloß eine Marketing-Strategie hinter dem kontroversen Video-Clip steckt.

Beyoncé
Beyoncé prangert in "Pretty Hurts" Op-Trend an. Foto: Youtube / Screenshot

Sie selbst gilt als Perfektionistin. Doch der Kult um das perfekte Aussehn scheint Beyoncé zu weit zu gehen. Jedenfalls prangert sie in ihrem neuesten Video "Pretty Hurts" die Forderung nach Makellosigkeit an. "Das Konzept des Videos ist es, die gesellschaftliche Auffassung von Schönheit zu zeigen, die dir kein Glück verspricht und die dich im Leben nicht weiterbringt", erklärt die Regisseurin von “Pretty Hurts” Melina Matsoukas im Behind-the-scenes-Interview zu Beyoncé Knowles’ neuem Musikvideo.

Anti Beauty-Wahn

Die Frau von Jay Z spielt in dem Video-Clip eine Kandidatin bei einer Misswahl, die sich auf ein anstehendes Face-Lifting sowie eine Botox-Behandlung vorbereitet. Doch nicht nur Beauty-Behandlungen spielen in dem kontroversen Musikvideo eine Rolle – auch der Kampf um die perfekte Figur und ständige Gewichtskontrolle werden schonungslos dargestellt: In einer Szene übergibt sich Beyonc'e sogar über der Kloschüssel.

Angeblich versteht Superstar Beyoncé ihre Figur als Sinnbild für den Schönheitswahn unserer Generation. "Sie repräsentiert alles, was eine Frau durchleben muss, um dem Druck standhalten zu können, den die Gesellschaft auf uns ausübt", so Matsouka.

Marketing-Strategie?

Klingt ja alles sehr lobenswert. Doch auch wenn uns die neue Single als Beyoncés Idee verkauft wird. Man wird das Gefühl nicht los, dass hinter dem Anti-Beauty-Konzept eher eine ausgeklügelte Marketing-Strategie steckt, als die Sängerin selbst. Immerhin führte jemand anderer bei dem Clip Regie. Und geschrieben hat Beyoncé den Song auch nicht selbst. Das Lied stammt eigentlich aus der Feder von der Australierin Sia, die das Lied zuerst Katy Perry und dann Rihanna anbot, wie sie im Interview mit der "NY Times" verriet.

Madonna
Madonna lässt sich in ihrem Video "Hollywood" Botox spritzen. Foto: Youtube / Screenshot
Es wäre auch nicht das erste Mal, dass ein Pop-Star, der eigentlich für sein gutes Aussehen bekannt ist, ausgerechnet mit einem Statement gegen den Schönheitwahn seine Verkaufszahlen ankurbeln will: Botox-Götting Madonna höchst persönlich hat es in ihrem Video "Hollywood" schon vorgemacht und auch Christina Aguilera prangerte moderne Schönheitsdeale in ihrem Lied und dazugehörigem Video "Beautiful" an – und das, als sie am Höhepunkt ihrer Mager-Phase war. Aber ja, was tut man nicht alles für die Schönheit - der eben für's Geld!

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