Rekordpreise für Kunstwerke: 4 Highlights

Leonardo da Vincis "Salvator Mundi" ist mit 450 Millionen Dollar das teuerste Gemälde aller Zeiten, Banksys "Devolved Parliament" wurde um 11 Mio. Euro versteigert. Liegt Kunst im Trend und was macht Spitzenobjekte aus?

Bansky
Die Werke des Künstlers Bansky werden hoch gehandelt Foto: Andy Rain/EPA/picturedesk.com

Es war der größte Clou in der Kunstszene des vergangenen Jahres: Im Oktober 2018 zerstörte sich das Bild "Girl With Balloon" des Street-Art-Künstlers Banksy in einer Schredder-Aktion unmittelbar nach dem Verkauf für rund 1,2 Millionen Euro im Londoner Auktionshaus Sotheby’s selbst. Banksy wollte damit Kritik am Kunstmarkt üben. Nun, ein Jahr später, richten sich wieder alle Augen der Kunstwelt auf ihn: Anfang Oktober wurde sein bisher größtes Bild versteigert. Es handelt sich um das Werk "Devolved Parliament" ("Dezentralisiertes Parlament"), das das britische Unterhaus voll besetzt mit Schimpansen zeigt. Banksy hatte es 2009 geschaffen und damals noch unter dem Titel "Question Time" veröffentlicht. Dass es zehn Jahre später zu einer Karikatur der Brexit-Verhandlungen wird, konnte damals noch keiner ahnen. Oder? Übrigens: Sotheby’s erwartete einen Erlös für das Gemälde in Höhe von bis zu 1,7 Millionen Euro. Verkauft wurde es schlussendlich um 11 Millionen Euro.

Kunst im Trend?

Artprice, die führende Datenbank für weltweite Kunstmarktinformationen, hat für das Jahr 2018 rund 538.000 verkaufte Kunstwerke aufgelistet – einen solchen Rekord gab es seit dem Jahr 1945 nicht mehr. Und auch der weltweite Umsatz am Kunstmarkt nimmt jährlich zu: 2018 wuchs der Umsatz um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 15,48 Mrd. Dollar. Unglaublich: Damit ist der Umsatz seit dem Jahr 2000 um 380 Prozent gestiegen! Acht von zehn der erfolgreichsten Versteigerungen betrafen 2018 die moderne Kunst, womit diese aktuell das obere Marktsegment beherrscht. Das bestätigt auch Andrea Jungmann, Geschäftsführerin Sotheby’s Österreich: "Werke der klassischen Moderne, der zeitgenössischen Kunst und der Alten Meister erzielen Höchstpreise, die Nachfrage ist ungebrochen und steigt beständig." Damit ist klar: Kunst und das Handeln mit Kunst liegen absolut im Trend.

Worauf kommt’s an?

Was macht ein Spitzenprodukt überhaupt aus? Doris ­Krumpl vom Dorotheum in Wien fasst zusammen: "Seltenheit, Künstler- bzw. Manufakturname, das Motiv, der Erhaltungszustand und die Provenienz, also ob auch die Vorbesitzer bekannte Persönlichkeiten waren, sind ausschlaggebend für Bewertung und Preisbildung." Bei berühmten Künstlernamen kann zudem der genaue Entstehungszeitpunkt ein Preiskriterium sein – man denke z. B. an Picassos unterschiedliche Schaffensperioden, in denen sich seine Lebensabschnitte widerspiegeln.

4 spannende Highlights der Kunstszene

  1. Bansky: Anfang Oktober 2019 wurde Banksys größtes Gemälde „Devolved Parliament“ (2009) bei Sotheby’s versteigert – um satte 11 Millionen Euro.
  2. Picasso: Bevor da Vincis "Salvator Mundi" ihm den Rang ablief, war Picassos Gemälde "Les femmes d’Alger (Version O)" (1955) das teuerste jemals versteigerte Werk der Welt: 2015 wurde es bei Christie’s um 179,4 Millionen Euro verkauft.
  3. Francken: Mit Alten Meistern liegt man in der Kunstwelt nahezu immer richtig: Das Gemälde "Der Mensch zwischen Tugend und Laster" (1635) von Frans Francken II. ist mit 7.022.300 Euro das bisher teuerste Werk, das im Dorotheum in Wien jemals versteigert wurde.
  4. Bansky: Banksys Bild "Girl With Balloon", das 2002 erstmals als Wandgemälde zu sehen war, zerstörte sich nach der Auktion 2018 von selbst – und wurde daraufhin umgetauft in "Love is in the Bin" ("Die Liebe ist im Eimer").