Beherrschen Roboter bald die Welt?

Roboter sollen unseren Alltag erleichtern und unliebsame Aufgaben für uns erledigen. Über den Staubsaugerroboter sind wir längst hinaus – ging der Mensch schon zu weit und übernimmt die künstliche Intelligenz bald die Kontrolle?

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Erlangt künstliche Intelligenz immer mehr Macht? Foto: PhonlamaiPhoto/iStock/Thinkstock

In Filmen seit Langem ein Thema: Einst von Menschen geschaffen kontrolliert die künstliche Intelligenz nun die Welt. Egal ob Neo in "Matrix" oder Sarah Connor in "Terminator", alle Helden dieser Filme kämpfen gegen die offensichtlich böse und außer Kontrolle geratene Technik. Fiktion, denken sich die meisten Zuseher, legen nach spannenden 120 Minuten das übrig gebliebene Popcorn zur Seite und widmen sich wieder der Realität: Während der Staubsauger autonom die Wohnung säubert, könnte man doch etwas Zeitung lesen – aber wurde der Artikel überhaupt noch von einem Menschen verfasst?

Hilfe erwünscht?

Klar doch, immer gerne. Lästige Arbeiten wie Staubsaugen, Fensterputzen oder Rasenmähen lassen wir gerne andere für uns übernehmen. Das Budget für Dienstpersonal haben die wenigsten, einen Mähroboter erhält man hingegen bereits um rund 400 Euro – inklusive fünf Jahre Garantie. Da kann kein Gärtner mithalten. Unliebsame Aufgaben geben wir ohne viel darüber nachzudenken an Geräte aus Blech und Drähten ab. Die Konsequenz daraus ist aber nicht nur ein frisch gemähter Rasen.

Klauen Roboter unsere Jobs?

Roboter können mittlerweile nicht nur putzen, auch Feuer löschen, Haare waschen oder kellnern können sie schon. Werden wir in den nächsten Jahren um unseren Arbeitsplatz fürchten müssen? Studien zeigen, dass in den nächsten 20 Jahren in Österreich etwa jeder neunte Job von einem Roboter ausgeführt werden könnte. In Deutschland sieht die Lage anders aus: Hier könnte 2030 sogar jeder vierte seine Arbeit verlieren.

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Wird unser Denken bald von Robotern beeinflusst? Foto: PhonlamaiPhoto/iStock/Thinkstock

Roboterjournalismus

Wer jetzt denkt, Roboter können nur für einfache, repetitive Aufgaben herangezogen werden, irrt gewaltig. Immer mehr Nachrichtenagenturen setzen auf künstliche Mitarbeiter, die einfache Sport- oder Finanzmeldungen kreieren. Das System erhält die Informationen, setzt sie einem bestimmten Algorithmus folgend zusammen und Minuten später ist die Meldung dann auch schon online. Über sprachliche Finessen braucht man hier nicht zu diskutieren, der Stil ist auf Grundschulniveau gehalten, aber die relevanten Informationen sind enthalten und jedem zugänglich. Befürworter sehen darin eine große Chance, da Journalisten so endlich Zeit hätten, sich um wichtigere Dinge wie eine fundierte Recherche zu kümmern.

Übernehmen Roboter unser Denken?

Geht von dieser schreibenden künstlichen Intelligenz also keine Gefahr aus? Ganz so einfach ist es nicht: Mit speziellen Algorithmen hat ein Computer die Novelle "True Love" verfasst – in 72 Stunden verfasste das Roboterhirn 320 Seiten. Inhaltlich ist das Werk eine Abwandlung von "Anna Karenina". Vielleicht sollte man doch lieber das Original lesen, doch guter Journalismus ist wichtig für die Meinungsbildung – was, wenn Computer nicht mehr nur kurze Meldungen kreieren, sondern plötzlich ganze Reportagen und Meinungen zu bestimmten Themen veröffentlichen? Würde ein Computer wirklich ehrlich über die Gefahren von künstlicher Intelligenz berichten?

Gut für die Umwelt

Die technische Entwicklung hat viele Vorteile. Besonders bei den Transportmitteln wird sich viel ändern und wir werden uns in Zukunft schneller und umweltfreundlicher über weite Strecken bewegen. Erst vor wenigen Tagen präsentierte Google-Mitgründer Larry Page sein neues Flugprojekt: "Cora" nennt sich das mit Elektromotoren betriebene fliegende Taxi. Müssen wir bald nach oben blicken, um ein Taxi zu rufen? Bis dahin dauert es noch ein wenig, aber die Richtung, wohin die Entwicklung gehen wird, ist klar.

Euphorie oder Warnung?

Als Laie ist man manchmal überfordert: Ist diese Entwicklung jetzt begrüßenswert oder schadet sich die Menschheit damit letztlich selbst? Machen wir uns völlig abhängig von den Maschinen und vernichten Arbeitsplätze, oder ist das alles eine große Chance? Die Roboter verrichten die Arbeit und wir Menschen haben endlich Freizeit so viel wir wollen und können uns mit Kunst, Kultur und Philosophie befassen, während der Küchenroboter Pfannkuchen macht – die kriegt der Roboter PR2 der Universität Bremen nämlich bereits gut hin.

Experten sind sich über die Chancen und Gefahren dieser Entwicklung nicht immer einig. Manche meinen, dass keine Gefahr droht, solange wir Menschen das Tun der Maschinen hinterfragen. Doch auch diese Wissenschaftler geben zu, dass Roboter bestimmte Ziele verfolgen können – was, wenn diese nicht mehr den unseren entsprechen?

Zukunftsvisionär Elon Musk, Chef von Tesla und dem Raumfahrtunternehmen Space X, warnte jedenfalls vor einem Zuviel an künstlicher Intelligenz. Er bezeichnete diese sogar als gefährlicher als Atomwaffen. Sie finden das übertrieben? Musk's Beispiel gibt zu denken: Innerhalb weniger Stunden lernte der Computer durch künstliche Intelligenz das Schachspiel und ist unbesiegbar. Dies veranschaulicht, wie sich die Technologie verselbstständige und der Mensch die Kontrolle darüber verliere. Das Fazit von Elon Musk zu dem Thema künstliche Intelligenz: "Es macht mir Angst."