50 Shades of Grey: Ist es das, was Frauen wollen?

Im Februar kommt der 3. Teil der Shades of Grey-Trilogie in die Kinos. Wieso hat diese Film- und Buchreihe aber einen so durchschlagenden Erfolg? Und was ist aus der guten alten romantischen Komödie geworden?

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Ein starker Mann, der weiß, was er will, wirkt sexy Foto: proud_natalia/iStock/Thinkstock

Die Romane wurden zum Bestseller, die Filme locken Millionen in die Kinos. Im Februar erscheint der finale Teil der Shades of Grey-Trilogie im Kino und wieder werden unzählige Frauen gebannt der Geschichte von Anastasia Steel und Christian Grey folgen. Dabei kommt eines nicht zu kurz: Sex, Macht und Dominanz. Doch woher kommt dieses große Interesse an den Filmen, den Büchern und SM-Praktiken? Waren früher nicht unschuldige, romantische Komödien à la "Schlaflos in Seattle" der Renner? 

Was Frau sich wünscht

Heutzutage sind Frauen emanzipiert, erfolgreich und selbstständig. Einen Mann, der den Ton angibt? Braucht es nicht! Dabei hegen viele Frauen den geheimen Wunsch, auch einmal von ihrem Partner dominiert zu werden und nicht mehr immer alles selbst bestimmen und bewerkstelligen zu müssen. In einer Welt, in der Frauen gleichzeitig Mutter, Freundin und Liebhaberin sind, in der sie jederzeit über alle Bereiche des Lebens Kontrolle haben müssen, ist der Gedanke, loszulassen und sich führen zu lassen durchaus verlockend. Einen Mann an seiner Seite zu haben, der bestimmt wo es langgeht, nimmt einem Verantwortung ab – etwas, das einer emanzipierte Frau heute nicht mehr so ohne weiteres zusteht, will sie nicht als schwach und bedürftig dastehen. 

Ein starker Mann wirkt verführerisch

Frauen haben es manchmal nicht leicht bei der Partnerwahl: Die Besten scheinen immer schon vergeben zu sein, den besten Freund, der es einem immer recht machen will, kann man sich als Partner auch nicht vorstellen, viel zu langweilig, wie er immer mit seinen treuherzigen Augen guckt … Dafür hat der aufregende Bad Boy von letztem Wochenende zwar Sex-Appeal, taugt aber für eine dauerhafte Bindung genau gar nichts. Kein Wunder, dass da ein Mann wie Christian Grey, der gut aussieht, erfolgreich und vermögend ist und dazu auch noch fähig, klar und ohne Umschweife zu sagen, was er will, für viele Frauen verlockend wirkt. So einem starken Mann unterwirft man sich doch gern – und wer weiß,  vielleicht ist man ja die eine, die es schafft, ihn zu zähmen und vor den Traualtar zu führen.

Prickelnde Flucht aus dem Alltag 

Sexuelle Fantasien spielen eine wichtige Rolle für den Erfolg von 50 Shades of Grey. Viele Frauen wünschen sich auch mal Abwechslung im Schlafzimmer – ein wenig Dominanz kann da gut ankommen. Allerdings bedeutet es nicht, dass der Großteil der Frauen nun nur noch auf harten Sex steht. Vielmehr geht es um das Geheime, das Verbotene und um das Gefühl, dominiert zu werden, das das dem von der Gesellschaft gefordertem Bild einer emanzipierten und selbstständigen Frau widerspricht. So wurde der Held der romantischen Komödie, der die Frau noch mit Witz und Charme umgarnte, durch einen willensstarken Mann mit Abgründen ersetzt. Das bedeutet aber nicht, dass Romantik jetzt abgeschrieben ist. Aber 50 Shades of Grey erlaubt es einem, kurz aus der alltäglichen Welt, in der man noch schnell zum Supermarkt muss, bevor man die Kinder vom Gitarrenunterricht abholt, auszubrechen und in eine aufregende Welt voll prickelnder Leidenschaft einzutauchen – und vielleicht kann man ja auch mit dem eigenen Partner die eine oder andere Filmszene als Inspiration nutzen, um gemeinsam Neues zu erleben …