Kaspersky: Irr! Virus im eigenen Netz entdeckt

Die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab ist selbst Ziel eines ausgeklügelten Virenangriffs geworden. Der Virus soll einige Monate aktiv gewesen sein und die Aktivitäten zur Suche nach Schadsoftware ausgespäht haben.

Der Schädling ist mit dem bekannten Computerwurm Stuxnet verwandt - Cover
Der Schädling ist mit dem bekannten Computerwurm Stuxnet verwandt Foto: APA (dpa)

"Diese Software war extrem hoch entwickelt und fast unsichtbar", sagte Eugene Kaspersky. Und der Gründer und Chef weiter: "Ich bin ziemlich sicher, dass sie uns beobachtet haben." Kunden und Partner seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen. Der Virus sei eine Weiterentwicklung der Schadsoftware Duqu, die mit dem bekannten Computerwurm Stuxnet verwandt ist. Stuxnet war nach bisherigen Informationen entwickelt worden, um das iranische Atomprogramm zu sabotieren.

Teure Entwicklung

Die jetzt entdeckte Software sei so aufwendig, dass ihre Entwicklung mehr als zehn Millionen Dollar gekostet haben dürfte, sagte Kaspersky. Sie habe bisher unbekannte Sicherheitslücken im Betriebssystem Windows ausgenutzt. Kaspersky überprüfe nun unter anderem den Quellcode der eigenen Sicherheitsprogramme. Bisher sei dabei nichts entdeckt worden. Kaspersky-Konkurrent Symantec berichtete, das Schadprogramm sei bei einem europäischen Telekom-Unternehmen, einem asiatischen Elektronik-Hersteller sowie auf Computern in den USA, Großbritannien, Schweden und Hongkong entdeckt worden.