Gratis-Software: Wie gut sie ist, was sie bringt

Das Angebot an kostenloser Software ist mittlerweile riesig. Und viele von ihnen können mit der kostenpflichtigen Konkurrenz durchaus mithalten. Welche mittlerweile zu den besten zählen und was sie leisten.

Frau am Fenster mit Notebook - Cover
Kostenlose Software kann es mitunter durchaus mit kostenpflichtigen Programmen aufnehmen Foto: kieferpix/iStock/Thinkstock

Dabei gibt es einen Unterschied zwischen freier Software und Software, die nur kostenlos ist - auch Freeware genannt. Freie Software, auch Open Source Software genannt, "basiert auf vier Prinzipien, auf vier fundamentalen Freiheiten", erklärt Matthias Kirschner, Präsident der Free Software Foundation Europe (FSFE). Jeder hat damit das Recht, das Programm zu benutzen, zu verstehen, weiterzuverbreiten und zu verbessern.

Für Privatanwender bedeutet das unter anderem, dass sie ein solches Programm bedenkenlos kopieren und an Freunde weitergeben können. Das sei bei Freeware nicht immer der Fall, erklärt Kirschner. Da gibt es oft Einschränkungen - etwa dass ein Programm nur für private Zwecke, auf bestimmten Rechnern oder in bestimmten Ländern genutzt werden darf.

Die beliebtesten Programme

Zu den beliebtesten Open-Source-Programmen gehören etwa der Browser Firefox, das Mailprogramm Thunderbird und die Büroprogramme Openoffice oder Libreoffice. Größere Bekanntheit erlangte auch das Chatprogramm Pidgin. Es erlaubt eine verschlüsselte Kommunikation über den XMPP-Standard, der auch vom früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden eingesetzt wurde, um mit Journalisten zu kommunizieren, erklärt Kirschner.

Die beliebtesten Downloads

Zu den beliebtesten Downloads gehört der VLC Player, der nahezu jede Video- und Audio-Datei abspielt. Wer sich mehr für den Bereich Fotografie interessiert, sollte sich Digikam ansehen, eine Fotosuite zur Verwaltung und Bearbeitung von Fotos. Selbst Präsentationen wie Diashows lassen sich damit basteln, so Trabi. Wenn es um die reine Bildbearbeitung geht, führt kein Weg an Gimp vorbei. Die Nutzeroberfläche des freien Photoshop-Konkurrenten ist jedoch alles andere als einsteigerfreundlich. Deutlich schlanker, aber ebenfalls mit vielen nützlichen Funktionen ausgestattet ist Krita, sagt Trabi.

Die besten Experten-Tipps

Wenn es eher um Grafikerstellung und -bearbeitung gehen soll, ist Blender 3D vor allem für diejenigen eine Empfehlung, die sich schon etwas mit dem Thema befasst haben, sagt Trabi. Mit dem komplexen Programm lassen sich Animationen und Filme erstellen. Einige, wie etwa "Big Buck Bunny", wurden sogar mit Preisen ausgezeichnet.

Wem eher nach dem Anschauen von Filmen zumute ist, dem empfiehlt Experte Karsten Bunz Mediaportal und Kodi, zwei ausgewachsene Mediacenter-Programme. Weil Microsoft mit Windows 10 sein eigenes Mediacenter eingestellt hat, dürften die Programme gerade jetzt besonders interessant werden.

Um die Musiksammlung für das Mediacenter aufzustocken, lohnt sich ein Blick auf den Ripper fre:ac. Er kann Musik von CDs nicht nur in das MP3-Format, sondern auch verlustfrei in sogenannte FLAC-Dateien umwandeln. Fre:ac greift bei der Arbeit auf Datenbanken im Internet zu und erzeugt Tracklisten, so dass Nutzer nicht mehr jeden Titel per Hand eintippen müssen.