Royales Experiment: Prinz Charles nimmt Google Glass unter die Lupe

Er ist wohl der erste Vertreter des Hochadels, der sich die umstrittene Datenbrille auf die Nase setzte. Und das bei seinem Besuch einer Reihe von kanadischen Start-Up-Unternehmen, die Apps für Google Glass entwickeln.

Prinz Charles - Titel
Prinz Charles mit Google Glass Foto: John Stillwell/EPA/picturedesk.com

Auch bei seinem jüngsten Abstecher nach Kanada zeigte sich Prinz Charles der Welt der technischen Innovationen gegenüber aufgeschlossen. Um Apps auszuprobieren, die Start-Ups für Google Glas entwickelt haben, setzte er sich kurzerhand die Datenbrille auf die Nase und machte damit gute Figur. Unter anderem testete er die App VisualSection, die die Produktivität und Genauigkeit von Arbeitern steigern soll, indem diese alle relevanten Informationen buchstäblich vor Augen haben.

Alle Informationen vor Augen

Google Glass macht es möglich. Über die Welt, wie man sie sieht, legen sich - wie in Hollywood-Blockbustern vermehrt zu sehen - Hologramme mit Daten zur Umgebung, etwa Außentemperatur oder Details zu nahen Geschäften. In der Arbeitswelt sollen die eingeblendeten Informationen auf Sicht gesehen schriftliche Unterlagen für Logistik, Projekt-Abläufe oder spezielle Einsätze ersetzen.

Google Glass
Foto: Google

Kundenservice neu

Die britische Fluglinie Virgin Atlantic etwa stattet ihre Mitarbeiter an den Info-Schaltern in London Heathrow mit Google Glass-Modellen aus. Das Personal soll die aktualisierten Flugdaten jederzeit abrufen und Passagieren der Business Class einen personalisierten Bord-Service bzw. Informationen zu Reise und Aufenthaltsort bieten können.

Das Handling der Brille

Bedient wird die Datenbrille über Sprachkommandos und Auslösetasten am rechten Bügel. Fotos lassen sich mittlerweile sogar durch einfaches Augenzwinkern erstellen. Gerade daran stoßen sich Datenschützer, die darin einen weiteren Angriff auf die Privatsphäre wittern, erleichtert es die Zwinkern-Funktion beträchtlich, Menschen ohne deren Wissen zu fotografieren und die Bilder ins Netz zu stellen. Auch das Design, das mit dem renommierten Brillenhersteller RayBan entwickelt wurde, wird als altmodisch abgetan.

Entwicklung noch nicht abgeschlossen

Das Google Glass-Projekt begann 2012, noch ist die Entwicklung der Datenbrille nicht abgeschlossen. Von Beginn an konnten interessierte Kunden das technische Zubehör bestellen und testen. im April dieses Jahres wurde Google Glass für einen Tag zum Verkauf angeboten und erfreute sich laut Angaben des Herstellers einer "überwältigenden Nachfrage". Seit wenigen Tagen kann die Beta-Version des Produktes offiziell in den USA für 1.500 Dollar erworben werden.

Erfahrungsberichte mit Google Glass:

www.google.com/glass

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