Wie wasserdicht ist Ihr Smartphone wirklich?

Auch wenn der Hersteller die Wasserfestigkeit seiner Smartphones noch so anpreist: Selbst die besten Geräte halten nicht alles aus. Worauf man als Besitzer achten sollte, erfahren Sie in unserem Check.

Eine gewisse Wasserfestigkeit ist in diesem Fall Gold wert - Cover
Eine gewisse Wasserfestigkeit ist in diesem Fall Gold wert Foto: APA (dpa/gms/Franziska Gabbert)
"Wasserdicht" kann je nach Hersteller etwas anderes bedeuten - Cover
"Wasserdicht" kann je nach Hersteller etwas anderes bedeuten Foto: APA (dpa/gms/Bodo Marks)

Manche Hersteller bewerben bestimmte Modelle sogar als besonders widerstandsfähig. Ob und wie gut ein Smartphone gegen Staub und Wasser geschützt ist, darüber soll die sogenannte IP-Schutzklasse Auskunft geben. Sie setzt sich zusammen aus der Abkürzung IP (International Protection) und zwei Zahlen: Die erste steht für die Staub-, die zweite für die Wasser-Schutzklasse. Der Staubschutz wird mit einer Zahl zwischen 0 und 6 beziffert, der Wasserschutz mit 0 bis 9. Je höher die Zahl, desto besser sollte der Schutz sein. Ein Smartphone der Schutzklasse IP 68 sollte demnach ziemlich sicher sein gegen Dreck und Wasser - theoretisch.

Vorsicht Wasser

Denn ob das so ist, darüber lässt sich streiten: "Die Hersteller können selbst deklarieren, wenn sie das getestet haben", erklärt Falko Hansen vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de". Käufer müssen den Herstellern also vertrauen. Außerdem schränken viele Hersteller die Nutzung ein. "Sie sagen etwa: "Benutzt unsere Geräte nicht unter Wasser"", weiß der Experte - auch wenn das entgegen mancher Werbeversprechen geht, die nahelegen, dass man mit dem Handy etwa unter Wasser fotografieren kann.

Schwachpunkte bei Smartphones

"Vor allem die Anschlussbuchsen sind Schwachpunkte bei einem Handy", sagt Hansen weiter. Zum Beispiel durch den Kopfhöreranschluss oder die USB-Buchse könne leicht Wasser ins Gerät gelangen. Bei den wasser- und staubfesten Geräten werden diese Anschlüsse zwar von innen versiegelt oder mit einer Gummikappe geschützt, doch auch das bietet keinen hundertprozentigen Schutz. "Die Kappen leiern oft aus und reißen mitunter auch ab", sagt Kluczniok.

Trotz Schutzklasse sollte man seinem Smartphone also nicht allzu viel zumuten. Dennoch seien staub- und wasserfeste Handys eine gute Wahl für Leute, die ihr Smartphone immer dabei haben wollen. "Wenn man viel in der Natur unterwegs ist oder regelmäßig bei schlechtem Wetter mit dem Smartphone joggen geht, dann ist so ein Zusatzschutz nützlich", meint Falko Hansen. "Damit kann man sich vor Schäden absichern."

Folientaschen hilfreich

Ralph Mausolf rät zu Folientaschen für wenige Euro: "Die zieht man übers Smartphone und macht von hinten einen Aufkleber drauf", erklärt der Reparaturexperte. "Dann ist das Smartphone wasserdicht, das funktioniert." So eine Lösung ist aber nichts für die Ewigkeit: Irgendwann löst sich der Aufkleber wieder. Alternativ kann man das Smartphone-Innenleben auch mit einem Spray wasserfest versiegeln lassen. Nano Coating nennt sich das. Da das Gerät dazu geöffnet und zum Teil auseinandergebaut werden muss, verliert man aber die Herstellergarantie.

Was tun im Notfall?

Doch was, wenn ein Telefon ins Wasser fällt, das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geschützt ist, oder von dem man es einfach nicht weiß? Dann gilt es, schnell zu handeln, rät Mausolf: Ausschalten, falls möglich Akku rausnehmen, SIM- und Speicherkarten entfernen "und dann zehn Minuten mit einem Staubsauger die Feuchtigkeit absaugen". Dann ab mit dem Handy in eine mit Reis gefüllte Box, einen Tag trocknen lassen und wieder einschalten. "Dann stehen die Chancen fifty-fifty, dass das Gerät wieder funktioniert."

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