Game-Remakes: Wie gut sind die neuen Klassiker?

Ob "Grand Theft Auto 5" oder "The Last of Us": Immer mehr alte Spiele werden bereits jetzt wieder neu aufgelegt. Bringt es das? Offenbar ja! Denn die Begeisterung für die Remakes der Spiele-Hits ist größer denn je.

"Uncharted: The Nathan Drake Collection" in besserer Auflösung - Cover
"Uncharted: The Nathan Drake Collection" in besserer Auflösung Foto: APA (dpa/gms/Sony)
Zusatzinhalte bietet "Borderlands" - Cover
Zusatzinhalte bietet "Borderlands" Foto: APA (dpa/gms/2K Games)
Hübschere Grafik bei "Tomb Raider" - Cover
Hübschere Grafik bei "Tomb Raider" Foto: APA (dpa/gms/Square Enix)
"Grand Theft Auto 5" nun auch aus der Ego-Perspektive - Cover
"Grand Theft Auto 5" nun auch aus der Ego-Perspektive Foto: APA (dpa/gms/Rockstar Games)

Sogenannte Remakes, Remasters oder Definitive Editions sind gerade schwer im Trend. Aber warum ist das so - und wer sollte zugreifen? "Das dürfte stark einzelfallabhängig sein", sagt Niklas Wilke, Spieleexperte bei der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers. Mit den Remakes können den neuen Spielern existierende Serien nahegebracht und Interesse für die Fortsetzungen geweckt werden. Genauso werden aber auch Spieler angesprochen, die schon Fans sind.

Unterschiedliche Qualität

Die Entwickler investieren unterschiedlich viel Arbeit in die Neuauflagen. Für die gerade erschienene Definitive Edition von "Dishonored" hat Entwickler Bethesda zum Beispiel kaum mehr gemacht, als die Auflösung zu erhöhen. Auch "The Last of Us" (Sony) und "Tomb Raider: Definitive Edition" (Square Enix) bieten kaum mehr als schönere Grafik, allerdings immerhin in Kombination mit einer höheren Bildwiederholrate. Details zu den Verbesserungen diverser Neuauflagen gibt es im Netz zum Beispiel bei den Experten von "Digital Foundry".

Diese Remakes punkten bei der Grafik

Bessere Grafik haben auch die Definitive Edition von "DmC: Devil May Cry" (Capcom) und die Neuauflage von "Grand Theft Auto 5" (Rockstar Games). Dazu gibt es aber noch ein paar neue Features - "DmC" bietet zum Beispiel neue, besonders knifflige Schwierigkeitsgrade, das neue "Grand Theft Auto" lässt sich auch aus der Ego-Perspektive erleben. Selbst Fans der Originale haben so zumindest einen kleinen Grund, einen Blick auf die Neuauflage zu werfen.

Nintendo stark bei Neuauflagen

Noch mehr Mühe gibt sich Nintendo mit Neuauflagen - zum Beispiel von "Zelda"-Spielen wie "Wind Waker" für die Wii U und "Ocarina of Time" oder "Majora's Mask" für den 3DS. Neben schönerer Grafik und besserer Steuerung gibt es auch inhaltliche Verbesserungen. In "Ocarina" haben die Entwickler zum Beispiel den berüchtigten Wassertempel entschärft, der auf dem N64 vielen Spielern schlicht zu schwer war.

Mehr zum Preis von einem Game

Einen Vorteil bieten fast alle Neuauflagen: Zusatzinhalte, deren Download beim Original noch Geld kostete, sind in der Regel gleich mit an Bord. Für den typischen Remake-Preis von 20 bis 40 Euro bekommen Neueinsteiger so manchmal wesentlich mehr als Käufer des 60-Euro-Originals. In Einzelfällen sorgt das allerdings auch für Luxusprobleme: Die sogenannte Handsome Collection von "Borderlands" (2K Games) bringt zum Beispiel so viele Zusatzinhalte mit, dass Neulinge in der Flut an Angeboten leicht verlorengehen können.

Andere Remakes versammeln gleich mehrere Spiele auf einer Disc. Am 9. Oktober erscheint zum Beispiel Sonys "Uncharted: The Nathan Drake Collection" für die Playstation 4. Darin sind die ersten drei Teile der Action-Adventure-Serie enthalten. Und "Halo: The Master Chief Collection" hat sogar vier Episoden der Shooter-Serie an Bord. Die Sammlung hatte beim Verkaufsstart vor einem knappen Jahr allerdings mit erheblichen technischen Problemen zu kämpfen, vor allem im Onlinemodus.

Überarbeitung oder Original?

Überarbeiten oder im Original belassen? Beide Varianten haben ihren Reiz: Das ungewöhnliche, schwarzhumorige Schleich-Abenteuer "Oddworld: Abe's Oddysee" hat unter Fans zwar Kultstatus, war spielerisch aber schon bei seinem Erscheinen 1997 etwas unzugänglich. Für das Remake "Oddworld: New'n'Tasty!" (Oddworld Inhabitants) von 2014 wurde der Klassiker so grundlegend überarbeitet, dass er auch für moderne Geschmäcker gut genießbar ist.

Nur behutsam angefasst wurde zum Beispiel "Grim Fandango": Im Mai brachte Double Fine eine Neuauflage des Lucasarts-Klassikers auf den Markt. Die neue Version des Krimi-Adventures in der Welt der Untoten bietet zwar bessere Grafik und eine leicht überarbeitete Steuerung, inhaltlich und spielerisch bleibt aber alles beim Alten. Auch das ist legitim.