Games-Klassiker: "Super Mario" wird 30

Spiele-Fans weltweit ist "Super Mario" ein Begriff. Dass die italienische Kultfigur dabei aus Japan ist, passt einmal mehr in die originelle Welt des Games-Helden, der auch nach 30 Jahren immer noch populär ist.

Der wohl bekannteste Italiener ist eigentlich ein Japaner - Cover
Der wohl bekannteste Italiener ist eigentlich ein Japaner Foto: APA (epa)
Mario im aktuellen Abenteuer "Super Mario Maker" - Cover
Mario im aktuellen Abenteuer "Super Mario Maker" Foto: Nintendo
Mario ist seit 30 Jahren im Dienst der Unterhaltung - Cover
Mario ist seit 30 Jahren im Dienst der Unterhaltung Foto: APA (dpa)
Anfangs sah Mario noch sehr pixelig aus - Cover
Anfangs sah Mario noch sehr pixelig aus Foto: Nintendo

Die Videospielreihe Super Mario Bros. wird 30 Jahre alt. Die Figur von Nintendo hat auf dem Videospielmarkt zwar längst nicht mehr die überragende Position von einst. Aber Mario ist eine Kultfigur, ja eine Legende und ein Stück Kulturgeschichte.

Bestseller unter den Games

Laut Nintendo wurden bisher mehr als 310 Millionen Spiele mit Mario verkauft. Damit gibt es mehr Games mit dem schnauzbärtigen Klempner als Tonträger von Madonna oder Elton John - obwohl die Spiele erheblich teurer sind. Aber warum hat der kleine Kerl eigentlich einen Schnauzbart? Warum ist er Installateur und warum Italiener?

Wie alles begann

Eigentlich hieß er nicht Mario, sondern "Jumpman" - so etwas hielt man in den 80ern für cool. "Ich selbst nannte ihn damals 'Mr. Video Game', in der Hoffnung, dass er noch in vielen weiteren Videospielen auftreten würde", sagt Shigeru Miyamoto. Der Japaner hatte die Figur schon 1981 für den Klassiker "Donkey Kong" entwickelt und ihm den Schnauzbart verpasst, weil ihn das markanter machte. Bei den damaligen Spielekonsolen war an Gesichtszüge noch nicht zu denken.

In den USA hatte Nintendo ein Lagerhaus und der Besitzer, Mario, soll ausgesehen haben wie die kleine Figur, deshalb nannte man sie da Mario. "Und weil mir ohnehin ein Italiener vorgeschwebt hatte, beschloss ich, 'Mr. Video Game' offiziell in 'Mario' umzubenennen", sagt Miyamoto. Der Japaner wurde zu einem der erfolgreichsten Videospielprogrammierer aller Zeiten. Und Nintendo gelang der Aufstieg zum zeitweise größten Spielwarenkonzern der Welt.

Run auf Super Mario

Dabei war die Story nicht der Rede wert: Prinzessin entführt, Mario kämpft sich durch Welten, besiegt Monster, Happy End. Aber der Weg ist das Ziel, und vor dem Fernseher und auf dem Gameboy ließen Hunderte Millionen, vielleicht Milliarden den Italiener Münzen sammeln, auf Schildkröten hüpfen und, ja, so tragisch es klingt, auch immer wieder in fleischfressende Pflanzen stürzen (Tipp: Wenn man an den grünen Röhren steht, kommen sie nicht heraus.) Hat jemand mal ausgerechnet, wie viele Doktorarbeiten ungeschrieben, Schullektüren ungelesen und Erfindungen unerfunden blieben, weil Kinder und auch Erwachsene "Jump and Run" mit Mario gespielt haben? Wer weiß, wie weit die Welt heute wäre, hätte es Super Mario nicht gegeben.

Ein Star - bis heute

Aber es hätte auch Millionen Stunden Spaß weniger gegeben. Denn auch wenn Mario längst nicht mehr die Marktposition hat, er ist weiter ein Star, ein familientauglicher noch dazu. Gerade ist mit "Super Mario Maker" das 17. Spiel der Mario-Bros.-Reihe auf dem Markt gekommen mit dem Mann mit der Latzhose und der roten Mütze - nicht gezählt die vielen Ableger. Und der Klempner war auch Arzt, Rennfahrer und Abrissunternehmer und hat sich in nahezu jeder Sportart versucht.

Die Spiele verkaufen sich immer noch fast wie von selbst. "Einer der Gründe dürfte sein, dass Mario Emotionen anspricht, die womöglich alle Menschen miteinander teilen", sagt Miyamoto. Der Klempner als Stellvertreter: "Für mich selbst wäre es viel zu beängstigend und gefährlich, aus so einer Höhe zu springen, aber es wäre berauschend, es tun zu können, ohne mich zu verletzen", erklärt der 62-Jährige.