E-Games in Köln: Profis zeigen ihr Können

Tausende Fans finden sich in der Kölner Lanxess Arena ein, wenn professionelle Gamer gegeneinander antreten und alle ihre strategischen Trümpfe im wahrsten Sinn des Wortes ausspielen. Auf das Sieger-Team warten Ruhm und Geld.

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E-Games ziehen Massen an Foto: APA (dpa)
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11.000 Besucher zählte das Event Foto: APA (dpa)

Die Kölner Lanxess Arena ist in ein blaues Licht getaucht. Zwei riesige Bildschirme hängen von der Decke, auf denen rund 12.000 Zuschauer die Endrunde eines "Counter-Strike"-Turniers verfolgen. Bis zum Sonntag kämpften die letzten acht Teams des "ESL One"-Turniers um ein Preisgeld von 250.000 Dollar. Klingt viel für Computerspieler. Doch erst kürzlich wurde mit 18,4 Millionen Dollar ein neuer Rekord beim Wettkampf "The International 2015" im US-amerikanischen Seattle aufgestellt.

E-Sport boomt

Während allerorts das Preisgeld wächst, wollen auch immer mehr Gelegenheits-Zocker die Austragungen von Profi-Spielern verfolgen. Wie Fußball habe sich eben auch der elektronische Sport professionalisiert, erklärt ein Sprecher der Electronic Sports League (ESL). Der Veranstalter habe beim Kölner Turnier einen Aufwand betrieben, wie man ihn hier sonst nur von Auftritten US-amerikanischer Sänger kennt, sagt der Sprecher des Hallenbetreibers, Tomasz Grenke. Es gibt eine Bühne mit Steg, einen Kommentatoren-Bereich, die riesigen Bildschirme. Eine Eishockey-WM könne da nicht mithalten.

E-Games füllen Hallen

Oben auf den Rängen sitzen die 11.000 Zuschauer mit Karten für rund 40 Euro. Unten vor der Bühne stehen die Stühlen derjenigen, die für ein "Premium-Ticket" bereitwillig 220 Euro hingelegt haben. Wer das macht? In Köln machen das tausend Fans. Auf sie warten laut ESL "exklusive" Autogrammstunden mit den Klick-Sportlern, freier Zugriff auf Red-Bull-Kühlschränke. Dazu Bier, Cola und Currywurst bis zum Abwinken.

Wie Superstars verehrt

E-Sportler werden in der Szene wie Superstars verehrt. Für ein Selfie stehen Fans stundenlang Schlange. Die Heldentaten ihrer Vorbilder haben sie in Youtube-Videos verewigt. An seinen Kultstatus hat sich Dan Madesclaire, Spitzname "apEX", vom französischen Team EnVyUs gewöhnt. Siege feiert der 22-Jährige manchmal mit Sprüngen vom Schreibtisch-Stuhl, exzentrischem Schreien und selbstbewusstem Brustklopfen. "Früher war das verrückt, heute ist das normal", sagt er. Nur einmal wurde er stutzig, als ein Fan eine Unterschrift auf einem Baby haben wollte.