Foto-Schule: Das müssen Sie über Digitale Fotografie wissen

Knipsen kann jeder, aber diese vier Punkte sollten Sie beherzigen, wenn Sie auf halbwegs professionellem Niveau fotografieren wollen: Wählen Sie eine Spiegelreflexkamera, erlernen Sie die Funktionen und die Nachbearbeitung und üben Sie viel.

Kopie von Fotografie, Kamera
Mit einigen kleinen Tricks gelingt das perfekte Foto. Foto: thinkstockphotos.com

Ein gutes Foto ist jenes, das genau im "rich­tigen Moment" geschossen wurde. In jenem richtigen Sekundenbruchteil, in dem ein Hund durchs Bild läuft, sich ein Lächeln zeigt oder ein Ball ins Tor fliegt. Auch bei der besten Kompaktkamera mit "Mäuse-kino"-Monitor auf der Rückwand wird es immer eine ­gewisse Verzögerung geben, die durch die elektronische Verarbeitung vom Sensor bis zur Anzeige an der Kamera-rückwand entsteht. Im optischen Sucher einer Spiegel­reflexkamera gibt es diese Verzögerung nicht. Man sieht darin, was die Kamera "sieht" – und drückt ab. Profi-Fotografen, die in den Bereichen Reportage, Sport oder People arbeiten, verwenden deshalb immer die reaktionsschnellen DSLR. Es gibt noch andere Gründe, die für diese Kamera-Art sprechen. Einer davon ist die Möglichkeit, ein externes Blitzgerät anzuschließen, der wichtigste ist aber die Riesenauswahl an Wechselobjektiven. Vom Fish-Eye über das Makro-Objektiv bis hin zum Tele und der besonders lichtstarken Linse für schlechte Lichtverhältnisse – der Objektivwechsel eröffnet fotografische Welten.  

Drei Parameter

Fotografie, Kamera
Je größer die Blendenzahl ist, desto kleiner ist die Blendenöffnung, und desto weniger Licht dringt durch das Objektiv. Foto: thinkstockphotos.com

Egal für welche DSLR Sie sich entscheiden, Sie sollten die Bedeutung der Parameter Belichtungszeit, Blende und ISO-Empfindlichkeit unbedingt kennen – diese haben nämlich auch im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Wichtigkeit eingebüßt. Die Belichtungszeit regelt, wie lange Licht auf den Bildsensor fällt. Sie ist somit entscheidend für eine korrekt belichtete Aufnahme. Je länger die Exposition, umso größer ist die Gefahr, dass das Bild verwackelt (unscharf) ist. Auf der Kamera wird die Belichtungszeit mit "Tv" eingestellt. Die Blende ("Av") regelt – wie auch die Pupille des menschlichen Auges – den Lichteinfall. Je größer die Öffnung, desto geringer die Schärfentiefe und umgekehrt. Die ISO-Zahl gibt Auskunft, auf welche Lichtempfindlichkeit der Bildsensor eingestellt ist. Zum Beispiel eignet sich ein Wert von 100 – 200 für das Fotografieren bei Sonnenschein. 400 ist für ­Innenaufnahmen geeignet und Nachtaufnahmen sollten ab ISO 800 gemacht werden. Achtung: Je größer der ISO-Wert, desto mehr "rauscht" das Bild.

Bildaufbau

Ob es nun Gemälde sind oder Fotos, sollen sie "gelungen" sein, das heißt Spannung und/oder Har­monie vermitteln, gelten bestimmte Regeln der Komposition. Die bekannteste Regel ist der berühmte "Goldene Schnitt". Er legt ein bestimmtes Teilungsverhältnis fest, das als "interessant" empfunden wird. Grob gesagt, geht es darum, ein Bild durch je zwei vertikale und horizontale Linien zu teilen. Das Hauptmotiv sollte sich nun entweder auf einem der vier Schnittpunkte befinden oder entlang einer dieser Linien platziert sein. Es gibt noch andere Kompositionsregeln. Zum Beispiel sollte das Bild in Vordergrund, mittlere Ebene und Hintergrund gegliedert sein, um eine Raumwirkung zu erzeugen. Mit- hilfe der richtigen Blende und der gezielt eingesetzten Unschärfe kann diese Wirkung noch unterstrichen werden.

Nachbearbeitung

Sie haben das perfekte Motiv gefunden und fotografiert. Erkennen aber am Computer, dass es "zu finster" geworden ist? Oder etwas darauf ist, das Sie gar nicht fotografieren wollten? Oder das Bild zu "fad" wirkt, weil der Bildaufbau nicht stimmt? Oder die "stürzenden Linien" stören? Mit einem Bildbearbeitungsprogramm ist die nachträgliche Retusche kein Problem. Auch Anfänger können damit die berühmten "roten Augen", eine gelinde Unter­belichtung oder ein unerwünschtes Detail leicht beseitigen. Das Bekannteste ist sicherlich Photoshop von Adobe, aber auch etliche Gratisprogramme bieten die wichtigsten Basisfunktionen.

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