CarPlay: Apple bringt Betriebssytsem iOS vom iPhone ins Auto-Cockpit

iPhone entert Auto-Infotainmentsystem. Auf dem Autosalon in Genf präsentierte Apple sein neues Software-Release CarPlay, über die Dienste von Apple ins Auto-Infotainment-System eingebunden werden. Vom Start weg dabei sind Mercedes, Ferrari und Volvo.

CarPlay
Apps wie auf dem iPhone: CarPlay im Auto. Foto: Apple

IT-Riese Apple erobert die Cockpits der Autos! Als Partner konnte Apple Mercedes Benz sowie Ferrari und Volvo an Board holen. Auf der Automobilmesse wurde Apple CarPlay, das Usern den Zugriff auf ausgewählte Funktionen eines iPhones über das Boardsystem des Fahrzeuges ermöglicht, in einem C-Klasse-Modell, im Ferrari California T und FF sowie Volvos SUV-Modell XC90 vorgeführt.

Apple entert Boardsystem

Bereits vor einem halben Jahr kündigte Apple bei der Worldwide Developers Conference "iOS in the Car" an, nun folgt die Umsetzung. Mit CarPlay bringt Apple die gewohnte Bedienung vom iPhone mit ins Auto. Doch es geht um mehr als die bisherigen Möglichkeiten, über das iPhone beim Autofahren Musik zu hören oder zu telefonieren: Mit CarPlay gelangt die Benutzeroberfläche des iPhones samt Apps auf die Monitore in den Mittelkonsolen.

Siri spielt zentrale Rolle

Eine zentrale Rolle spielt der sprechende Assistent Siri, der als Spracherkennung genutzt werden kann. Siri ist mit dem Sprachsteuerungsknopf am Lenkrad verbunden. Wer CarPlay in seinem Auto hat, kann Apple zufolge mit nur einem Touch oder Wort die Musik auswählen, bekommt Nachrichten vorgelesen, kann Anrufe starten oder nach dem Weg fragen. Für die Navigation greift CarPlay auf Apples Kartendienst zu.

iOS fürs Auto

Technisch ist CarPlay ein Update des Mobil-Systems iOS, mit dem auch iPhone und iPad laufen. CarPlay-kompatibel sind alle iPhones mit Lightning-Anschluß. Wer die neue Software-Plattform nutzen will, braucht also zumindest ein iPhone 5, iPhone 5s oder iPhone 5c.

Sobald das iPhone an die CarPlay-Schnittstelle angeschlossen wird, ist es Bestandteil des boardeigenen Infotainmentsytsems. Die Art und Anzahl der Apps, die auch im Auto laufen, wird erst einmal jedoch beschränkt sein – immerhin lassen sich Videostreamings oder Games schlecht mit der Konzentration auf das Verkehrsgeschehen kombinieren. Zum anderen wird die Bedienung nicht unbedingt durch Tipp- und Wischbewegungen wie beim iPhone funktionieren. Denn Mercedes bietet beispielsweise keine Touchscreens in seinen Fahrzeugen an.

Bei Mercedes wird CarPlay zunächst in der neuen C-Klasse angeboten, im Lauf des Jahres soll das Betriebssystem auch in andere Modelle integriert werden. Ab wann genau CarPlay erhältlich sein wird und wie viel der neue der Software-Baustein kostet, verriet Mercedes vorerst nicht. Der Preis soll angeblich "wenige hundert Euro" betragen. Auch von Ferrari und Volvo gibt es bisher noch keine konkreten Angaben. Ebenfalls unbekannt ist, ob man die CarPlay-Integration auch in bereits verkauften Fahrzeugen nachrüsten kann.

Google zieht nach

Mit CarPlay konkurriert Apple mit Google nicht nur am Smartphone-Markt - jetzt geht es auch im vernetzten Auto um die Wurst. Google ist mit der Plattform Android ebenfalls dabei, die Boardsysteme der Autos zu erobern. Der Internet-Konzern bildete dafür zu Beginn des Jahres eine Allianz mit Autoherstellern, unter anderem mit Audi. Bei der "open Automotive Alliance" machen auch General Motors, Hyundai und Honda mit. Auch Mercedes ist zweigleisig unterwegs. Daimler verspricht: Sobald Google ein ähnliches Angebot auf den Markt bringt, sollen Kunden auch das Android-basierte System nutzen können.