Bei Android gilt: Alternative Tastatur-Apps für Vielschreiber

Nutzer von Android-Smartphones sind nicht auf die Standard-Tastatur des Betriebssystems festgelegt. Sie können alternative Keyboard-Apps installieren, die vor allem emsigen mobilen Tippern Vorteile bieten können.

Für Android stehen mehrere Tastatur-Apps bereit 2
Foto: APA (dpa)

Tastatur-Apps können gegenüber dem Standard-Keyboard einen Mehrwert bieten. Und Googles Play Store hält einige pfiffige Tastaturlösungen bereit: Neben den beliebten Keyboards Swype oder SwiftKey, die wie inzwischen auch die Google-Tastatur die Eingabe per Fingerwischen unterstützen, gehören dazu etwa das reduzierte Minuum oder Fleksy mit guter Autokorrektur.

Gute Investition

Für die Anwendungen muss man spätestens nach einer Testphase rund zwei bis vier Euro zahlen - wie für die meisten anderen alternativen Tastatur-Apps auch. Stefan Porteck von der Zeitschrift "c't" hält das aber mitunter für eine gute Investition: "Die gute Worterkennung ist aber tatsächlich ein echter Mehrwert." Gleiches gelte für die große Wortdatenbank und Lernfähigkeit vieler Apps. Sie führten beim Vorhersagen nächster Worte und sogar Sätze zu hohen Trefferquoten.

Weitere Vorteile

Ein weiteres Plus alternativer Keyboards: Die Tastenbelegung lässt sich im Gegensatz zur Standardtastatur oft leicht ändern. "Sonderzeichen wie ä, ö oder ü lassen sich zum Beispiel ohne längeres Gedrückthalten direkt auf der Tastatur ablegen", erklärt Porteck. Bei Swype ist zusätzlich eine Spracherkennung integriert. "Das macht die Tastatur deshalb sehr brauchbar, weil man einfach reindiktieren kann, inklusive Zeichensetzung", sagt Porteck. Wörter wie Punkt oder Komma würden erkannt und wie gewünscht als Satzzeichen eingefügt. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich einige Tastatur-Apps auch optisch anpassen lassen. "Wem das einfache Schwarz der Tastatur nicht gefällt, kann verschiedene Designs auswählen", sagt Porteck. "Außerdem lässt die für Menschen mit etwas größeren Fingern zum Beispiel die Größe anpassen."

Internet-Berechtigung heikel

Matthias Ritscher vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) sagt: "Prinzipbedingt kann eine Tastatur-App alles mitlesen". Also auch Passwörter, Kreditkartendaten oder vertrauliche Kommunikation. Kritisch werde dies, wenn die App eine Internet-Berechtigung hat. Dann könnte sie Informationen gezielt weiterleiten. Dieser Zugriff sei vom Nutzer aber teils auch gewünscht, um Wörterbücher oder Tastatur-Layouts herunterzuladen. "Daher sollten App-Sicherheitstests nachprüfen, ob eine Tastatur-App schützenswerte Daten übermittelt", sagt Ritscher.

Finger weg von bestimmten Apps

Porteck rät, genau hinzuschauen und von einigen Apps die Finger zu lassen. "Ich würde niemals eine Tastatur installieren, deren Hersteller nicht namhaft ist und die nicht mindestens im sechsstelligen Bereich heruntergeladen wurde", sagt der Experte. Bei der Google-Tastatur müsse man dagegen weniger Bedenken haben: "Google kann sich einen solchen Datenschutz-Skandal nicht leisten."

Apps im Google Play Store:

www.google.play.com