Abschaffung von Roaming-Gebühren innerhalb der EU fixiert

So billig wie die Österreicher telefoniert sonst niemand in Europa. Die Kosten in anderen Ländern sind bis zu 200 Prozent ­höher. Durch den Fall der Roaming-Gebühren könnten aber die ­günstigen Tarife gefährdet sein.

Telefonieren am Starnd
Ab 15. 12. 2015 dürfen in der EU keine Roaming-Entgelte mehr ­eingehoben werden. Foto: Thinkstock

Neelie Kroes, niederländische EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, sprach von einem „großartigen Ergebnis“: Wie das EU-Parlament kürzlich beschlossen hat, dürfen ab 15. Dezember 2015 innerhalb der EU keine Roaming-Gebühren mehr eingehoben werden. Das ist der letzte Schritt der kontinuierlichen Senkung der maximalen Roaming-Tarife. Die Zustimmung der 28 Mitgliedsstaaten sei so gut wie fix. Für die Konsumenten eine Erleichterung, denn über zusätzliche Gebühren muss man sich in Zukunft keine Gedanken mehr machen. Telefonieren, Textnachrichten senden oder mobiles Surfen im Internet: Ob im Heimatland oder im EU-Ausland, die Konditionen müssen dieselben bleiben. Die heimischen Netzbetreiber sind skeptisch. In den vergangenen Jahren war Österreich nämlich Nutznießer der Roaming-Gebühren. Vor allem Touristen haben Geld in die Kassen gespült. Geld, das vor allem für den notwendigen Netzausbau benötigt wird.

Neue Nutzung

Österreich war beim Ausbau der Mobilfunknetze jahrelang im Spitzenfeld bei gleichzeitig sehr günstigen Preisen. Livia Dandrea-Böhm, Unternehmenssprecherin der A1 Telekom Austria, sieht die Gefahr, „dass die Nachfrage nach Breitbanddiensten schneller ansteigen könnte, als wir ausbauen können.“ Denn die Nutzung der Handys verschiebt sich zunehmend von der Sprachtelefonie zur Übertragung von Daten: „Denken Sie nur an die Nutzung von Facebook, Twitter oder mobilem Internet.“ Es sei noch zu früh, um über Tariferhöhungen zu spekulieren. Im Dezember 2015 werden wir es wissen. 

Tarife im Vergleich

14,99 EUR ist der günstige Tarif für 1.000 Minuten, 100 SMS, 100 MB in Österreich. 28,49 EUR kostet dies in Deutschland.      

Ungarn +38 % (20,71) Slowakei +42 % (21,28) Belgien +46 % (22,-) Schweden +49 % (22,45) GB +60 % (23,95) Frankreich +67 % (24,99)
Luxemburg +70 % (25,49) Niederlande +80 % (27,-) Deutschland +90 % (28,49) Italien +127 % (34,-) Polen +132 % (34,77) Tschechien +175 %
(41,22)

Quelle: handytarife.de

 

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