Weekend Deluxe traf Modedesigner Guido Maria Kretschmer zum Interview

Ein Treffen mit ihm ist wie eine Folge Shopping Queen. Witzig, spritzig und voll Charme. Guido Maria Kretschmer ist nicht umsonst erfolgreicher Designer und TV-Liebling. Man muss ihn einfach mögen. Weekend Deluxe traf Guido in Wien.

Guido Maria Kretschmer
Kretschmer im Interview mit Weekend Deluxe Foto: Stefan Knittel

Samstagnachmittag im Hotel Bristol an der Wiener Ringstraße. Es ist der Tag der Romy-Verleihung. Und während der Fotograf und ich auf das Interview mit Guido Maria Kretschmer warten, begegnen wir so manchem deutschen Promi in der Lobby. Da kuschelt Christine Neubauer mit ihrem spanischen Lover vor der Rezeption, und Schauspieler Daniel Brühl flaniert zweimal an uns vorbei. Doch dann biegt ER um die Ecke. Guido ist da! Und er ist genauso, wie wir ihn von seiner TV-Show „Shopping Queen“ kennen. Sympathisch, lustig und voll unvergleichlichem Charme. Er hat eine Gabe, die nur wenige Menschen haben. Er gibt einem im Moment der Begegnung das Gefühl, dass jetzt nur zwei Personen wichtig sind. Er und ich.

Guido Maria Kretschmer
Eine intensive Begegung: Guido Maria Kretschmer im Gespräch mit Brigitte Biedermann. Foto: Stefan Knittel

Herr Kretschmer, eigentlich ist Samstagnachmittag ein ungünstiger Termin für ein Interview, denn normalerweise sitze ich jetzt vor dem Fernseher und schaue Shopping Queen.
Guido Maria Kretschmer: Ja, stimmt, das läuft ja gerade. Ich kann es mir leider selbst nicht ansehen. Ich funktioniere nur gut als Hörspiel, aber selbst ansehen kann ich mich nicht. Ich denke mir immer: Oh Gott, wie sehe ich denn aus. Und man muss auch sagen: Fernsehen macht alt, breit und hässlich. Die HD-Technik ist ja gut geeignet für Tiersendungen, aber uns Menschen macht sie nicht gerade schöner.

Ihnen fliegen die Herzen des Publikums reihenweise zu. Wie geht man mit diesem Hype um die eigene Person um?
Guido Maria Kretschmer: Ich nehme das wirklich ganz bescheiden an und freue mich darüber. Als ich noch weit entfernt davon war bekannt zu sein, habe ich meiner Mama versprochen, dass ich nie vergessen werde, woher ich komme. Je erfolgreicher ich wurde, desto mehr wollte ich wissen, wer die wichtigen Menschen in meinem Umfeld sind.

Wie sehr hat Sie Ihr Elternhaus geprägt?
Guido Maria Kretschmer: Sehr. Meine Eltern sind ja richtige Profi-Eltern. Was lustig ist, meine Geschwister und meine Eltern finden es ja heute völlig normal, dass ich bekannt bin. Sie wussten das schon immer.

Guido Maria Kretschmer
Foto: Stefan Knittel

Wie gehen die Menschen auf Sie zu?
Guido Maria Kretschmer: Grundsätzlich positiv und auch wirklich sehr herzlich. Im Flugzeug auf dem Weg nach Wien sind sicher 15 Damen auf mich zugekommen und wollten mich aufgrund meiner Flugangst beruhigen. Ich hatte ganz vergessen, dass ich darüber einmal geschrieben habe.

Es scheint, als ob Sie jeder mag?
Guido Maria Kretschmer: Die Mails und die Post, die ich bekomme sind zu 99,9 Prozent positiv. Einmal bekam ich einen wirklich bösen Brief von einem Mann. Da kamen mir beim Lesen wirklich die Tränen. Aber dann dachte ich: Ach, Guido, wenn du vorne stehst, dann kommt auch Wind.

Ist Ihr derzeitiger Erfolg auch Belohnung für die harte Arbeit davor?
Guido Maria Kretschmer: Es war sicher nicht immer leicht, aber ich wusste schon immer, was ich machen wollte. Ich wollte nie reich und berühmt sein. Mein Label war immer eigenfinanziert und ich habe danach gehandelt, nur soweit zu springen, wie ich es mir leisten kann. Ich habe keine Investoren und war immer nur mir selbst verpflichtet.  

Guido Maria Kretschmer
Foto: Stefan Knittel

Gibt es einen Unterschied im Stil der Deutschen und der Österreicherin?
Guido Maria Kretschmer: Ich mag dieses ehemalige K.u.k.-Gefühl in Österreich. Frauen können hier Frauen sein. Sie wollen sich schön machen und sind sehr verführerisch. Hier gibt es sehr feminine Frauen, die es gewohnt sind, dass man sie charmant behandelt. Das mag ich. Die Frauen leben nach dem Motto: Ich lasse es krachen, auch wenn ich weniger Geld habe.

Gehen Sie eigentlich selbst gerne shoppen?
Guido Maria Kretschmer: Ich bin nicht so der Shopping-Typ. Ich kaufe
gerne Sachen für den Garten, alte Pflanzen usw. Und ich kaufe gerne etwas für meinen Frank. Im Ausland schnappe ich mir manchmal etwas. Manchmal schicken mir auch befreundete Designer ein Stück.

Vielleicht Karl Lagerfeld?
Guido Maria Kretschmer: Ach nein, dafür bin ich nicht gemacht. Aber ich mag ihn sehr, er ist ein gutes Beispiel dafür, dass man immer im Morgen sein kann. Ich habe schon viel gelacht mit ihm, ich finde ihn sehr süß.

Info
www.guidomariakretschmer.de

Weekend Deluxe

Die neue Ausgabe erscheint am 23. Mai 2014

Weekend Deluxe
Foto: Weekend Verlag