Süße Illusionen: Diese Möbel sind wahrlich zum Anbeißen

Auf den zweiten Blick. Auch wenn diese Süßigkeiten zum Kosten einladen, wird vor einem herzhaften Biss strengstens abgeraten. Statt Zucker und softem Gelee, stecken Holz und Hartplastik in diesen außergewöhnlichen Sitzmöbeln.

Süße Illusionen
Vorsicht! Dieser Hocker ist süß, aber nicht essbar. Foto: MATTHIAS BOROWSKI

Das vermeintliche Paradies für Naschkatzen stellt sich als schlaues Design heraus, bei dem geschickt eingesetzte Materialien köstliche Schokolade, Zuckerperlen, türkischen Honig und ähnliche Leckereien vortäuschen. Meister der Illusion ist Designer Matthias Borowitz mit seiner Serie „The Importance of the Obvious“. Sein experimenteller Einsatz von herkömmlichen Materialien, wie z. B. Holz oder Textilien, deren natürliche Struktur und Eigenheiten er geschickt in den Vordergrund holt, regt sowohl die Fantasie als auch die Geschmacksknospen des Betrachters an.

Süße Illusionen
Foto: MATTHIAS BOROWSKI

Das „Rezept“ für seine ungewöhnlichen Kreationen hat der Absolvent der Design Akademie im niederländischen Eindhoven in seiner Master-Thesis verpackt. „Frag das Material, was es sein möchte“ ist ein selbst formulierter Leitsatz, der Matthias Borowitz zu seiner Arbeit inspiriert. Der Querschnitt eines Asts kann sich in eine Nuss verwandeln, Holz in eine knusprige Teighülle und Schaumstoff in eine Waldbeeren-Creme. Ein künstlerisches Augenzwinkern auf den Genuss, den wir beim Verzehr von Süßigkeiten empfinden und bei dem alle Sinne gleichermaßen angesprochen ­werden.

Aber bitte mit Sahne

Auch der italienische Künstler Diego Maria Gugliermetto liebt das Spiel mit der Illusion. Er verbindet in seinen Werken seine Liebe zum Design und zur italienischen Küche, so auch in seinen absurden Sitzmöbeln. Darin spielt er mit dem Widerspruch zwischen der Form und der Bedeutung, die er seinen Kreationen verleiht. Mit Zuckerguss oder Schlagobers verzierte „Bignole“ dienen als Sitzmöbel und geschickt aufgetürmte Schokolade als Couch. Die Inspiration dazu kommt übrigens auch aus der ­Literatur, etwa aus den fantastischen Geschichten von Italo Calvino oder ­Lewis Carroll.

süße Illusionen
Foto: MAX PRONO

Süße Träume

Nicht nur Künstler, auch renommierte Möbelhäuser haben sich mit der scheinbar absurden Beziehung zwischen Süßigkeiten und Interior Design befasst. Cattelan Italia hat sich bei seinem Bett „Patrick“ unübersehbar von der Textur von Schokolade inspirieren lassen. In dieselbe kulinarische Kerbe schlägt auch das Ledersofa „Hangout“ von Bretz.

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Foto: Hersteller

Das Kultmöbel überzeugt nicht nur mit dem goldenen Schwung, sprich rückenschonenden Polstern, sondern auch mit der einzigartigen Optik, die einer Tafel Schokolade gleicht. Eine Wohltat für das Auge, aber auch alle anderen Sinne, die sich von diesen ungewöhnlichen Designs nur allzu gerne täuschen lassen.

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Foto: VIENNAREPORT

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