Schluss mit Mascara: Spezielle Seren lassen Wimpern schneller wachsen

Der Zufall sorgt manchmal für die schönsten Entdeckungen: Nach der Behandlung des Grünen Stars wuchsen einigen Patienten dichtere und längere Wimpern. Seither wird der Wirkstoff Prostaglandine auch in Pflegeprodukten für Wimpern verwendet.

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Schöne Wimpern ohne Wimperntusche? Seren machen es möglich. Foto: thinkstockphotos.com

Dicht, schön geschwungen und geformt wie ein hauchzarter Fächer: So wünschen sich Frauen ihre Wimpern. Doch wie so oft im Leben spricht die Realität eine andere Sprache: Viele Frauen finden ihre Wimpern zu kurz, zu spärlich und zu dünn. Dagegen kann man etwas tun: Die Maßnahmen reichen über die Implantation echter Härchen bis hin zum Ankleben von Kunstwimpern. Daneben erobert mittlerweile auch eine andere Methode die Badezimmer der Frauen: Wimpernseren.

Wundermittel aus der Medizin

Einige kräftigen und pflegen die feinen Härchen mit Vitaminen, Ginseng, Keratin oder Biotin. Andere versprechen sogar Wachstum und mehr Fülle durch einen Wirkstoff, der ursprünglich aus der Augenheilkunde kommt. Dabei handelt es sich um sogenannte Prostaglandine.

"Das sind Gewebshormone, die unter anderem in der Behandlung des Grünen Stars eingesetzt werden", erklärt Erik Wölfel, Facharzt für Augenheilkunde bei Care Vision Germany, einem Unternehmen für Laseroperationen. "Genau dabei wurde beobachtet, dass die Wimpern derjenigen Patienten, die mit Prostaglandinen behandelt wurden, stärker wachsen." Der Nebeneffekt des verstärkten Wimpernwachstums machte die Kosmetikbranche hellhörig. Und so begannen findige Wissenschafter vor einigen Jahren damit, Prostaglandine in Wimpernseren einzusetzen - allerdings in veränderter Form.

Allergien möglich

Grund dafür ist die Kosmetikverordnung, die eine klare Grenze zwischen medizinischen und kosmetischen Wirkstoffen zieht. Nach einigen chemischen Tüfteleien wurde das Hormon schließlich zur Fettsäure, die unbedenklich in Kosmetika eingesetzt werden kann.

Uta Schlossberger, Dermatologin aus Köln, warnt allerdings vor anderen Stoffen, die sich in einigen dieser Hightech-Seren verbergen, darunter Acrylat. "Dieses Material kann auch in Lacken vorkommen und Allergien auslösen." Nebenwirkungen haben auch Augenärzte beobachtet - und zwar bereits bei der Behandlung des Grünen Stars mit Prostaglandinen. "Bei einigen Patienten kann es zu Verfärbungen der Wimpern oder des Augenlids kommen", erklärt Erik Wölfel. "Auch farbliche Veränderungen der Iris wurden beobachtet."

Wer sich für ein solches Wimpernserum entscheidet, kann tatsächlich mit längeren und dichteren Wimpern rechnen - der Effekt tritt den Angaben zufolge meist ab einer Behandlungsdauer von rund acht Wochen ein. Allerdings sollte man im Falle von Unverträglichkeiten das Serum nicht mehr verwenden.

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