Naturkosmetik: Immer mehr Kunden greifen zum natürlichen Beautyprodukt

1,5 Milliarden Euro sind in Österreich im Jahr 2013 für Kosmetik ausgegeben worden. Der Markt für Naturkosmetik ist rund elf Millionen Euro schwer und wächst jährlich um drei bis vier Prozent, so Gerhard Gribl von der Initiative Kosmetik transparent.

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Immer mehr Frauen greifen zur Naturkosmetik. Foto: thinkstockphotos.com

Auch der Anteil am Gesamtmarkt legt seit Jahren zu und hält derzeit bei rund zehn Prozent. 2009 war er erst etwa halb so groß. Vor allem Frauen spricht Naturkosmetik an: 44 Prozent der weiblichen von marketagent Befragten verwenden jeden Tag "natürliche" Produkte, bei den Männern ist es rund ein Drittel.

Natürliche Alternativen

Die Erwartungen der meisten Kunden lauten meist "schonender für Mensch und Umwelt" und aus "natürliche(re)n" Stoffen. Polyethylenglykol (PEG), Silikone, Parabene, synthetische Düfte und Paraffine kommen echten Naturkosmetik-Fans nicht in den Tiegel. Nicht zuletzt bei den Parabenen scheiden sich die Geister: Die erlaubten Substanzen aus dieser Gruppe seien "die am besten verträglichen Konservierungsstoffe, und es tut uns furchtbar leid, dass dieser Stoff verloren geht", so Karin Gromann vom Gesundheitsministerium. Immer mehr Hersteller wechselten wegen anhaltender Kritik - Parabene stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein - zu Alternativen, "und die Allergierate geht deswegen schon hinauf", meint Gromann.

Hilfe bei der Suche nach Naturkosmetik können Gütesiegel bieten, von denen es mehrere größere gibt, die allerdings unterschiedliche Ansätze und verschieden hohe Anforderungen vertreten. Bekannt sind etwa die Zertifizierungen nach BDIH, ECOCERT, NATRUE und Demeter. Viele vor allem kleinere Erzeuger verzichten aber auf dieses Prozedere, oft werden hohe Kosten als Grund angeführt, oder dass für die Herstellung einzelner Produkte der Natur eben doch "nachgeholfen" werden müsse.

 

Spezialisierung auf Naturkosmetik

Für Konsumenten ist guter Rat oft schwer zu bekommen. Helfen kann die Nachfrage in einem Fachgeschäft. "Unser Sortiment ist so unterschiedlich wie die Bedürfnisse unserer Kunden. Viele möchten mit gutem Öko-Gewissen einkaufen", sagt Christina Wolff-Staudigl, Chefin der Wiener Naturparfumerie Staudigl. Sie informiert ausführlich, ob ein Produkt "naturrein" oder "naturnah" hergestellt wird. "Die reinen Naturkosmetik-Kunden sind sehr gut vorinformiert, besonders kritisch und konsequent. Menschen mit sehr empfindlicher Haut möchten hingegen einfach endlich Produkte finden, die sie gut vertragen." Da sei reine Naturkosmetik nicht in allen Fällen die erste Wahl. Das Angebot im Geschäft reicht von zertifizierter Naturkosmetik großer Hersteller wie Annemarie Börlind und Dr. Hauschka über die Pflegelinie der Vorarlbergerin Susanne Kaufmann, die ausschließlich Pflanzen aus dem Bregenzerwald verarbeitet, bis zum bunten Mineral-Make-up der US-Marke Jane Iredale.

"Ich präsentiere hier meine persönliche Auswahl", erläutert auch Eva Seisser vom Wiener "Beauty-Store stattGarten". Das Motto laute "Naturkosmetik und mehr", denn vor allem im Duftsektor sei die Palette an Öko-Erzeugnissen sehr überschaubar. "Ich finde, da muss man ehrlich sein", meinte Seisser. Auch in ihrem Geschäft kauften höchst unterschiedliche Zielgruppe ein, "von den reinen Naturkosmetik-Fans bis zu unseren veganen Kunden, die kein Bienenwachs akzeptieren".

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