Na, da tausch her: Kleiderbörse im großen Stil als neuer Trend

Kostenlos shoppen? Ja, das geht! Ehemalige Lieblingskleider oder Fehlkäufe sollen nicht länger im Kasten verstauben. Online-Tauschbörsen und Kleidertausch-Partys liegen derzeit voll im Trend.

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Bei Tauschpartys werden Kleidung und Accessoires getauscht Foto: Top Swap/Michele Pauty

Einmal getragen, danach nie wieder angezogen. Kleiderschrank-Leichen – viele Frauen kennen das. Zum Wegschmeißen sind sie oft zu schade. Jetzt gibt’s eine neue Idee: Swapping („to swap“ ist das englische Wort für tauschen) heißt der neue Trend, und kommt, eh klar, aus den USA.

Mein Rock, dein Rock

Die Philosophie dahinter: Raus aus dem Shopping-Wahnsinn, recyceln, die Umwelt schonen. Tauschen statt kaufen, lautet das Credo, das ein grünes Gewissen schaffen soll. Statt im Mistkübel, landen Kleider, Röcke und Jeans auf öffentlichen Wühltischen und werden bei Swap-Partys zu DJ-Sounds in Clubatmosphäre getauscht.

Kleiderparty olé

Mitmachen kann jeder. Die Spielregeln bei Swap-Partys sind einfach: Jeder bringt fünf Teile mit, die dann untereinander getauscht werden. Jedes Stück ist gleich viel wert. H&M-Leiberl gegen Calvin Klein-­Bluse? Ja! Die einzige Bedingung ist, dass die Kleidung frisch gewaschen ist. Socken und Unterwäsche sind tabu. Auch in Wien wird regelmäßig zu Kleidertausch-Partys geladen. Das nächste Event ist für den Herbst 2014 geplant. Der genaue Termin steht noch nicht fest. „TOP SWAP“-Events sollen bald in ganz Österreich stattfinden. Linz, Salzburg, Innsbruck und Graz stehen auf der Liste: Österreichweit werden noch Teams und passende Locations gesucht. Alle Infos unter www.topswap.at

Top Swap
Schon etwas gefunden? Foto: Top Swap/Michele Pauty

Online-Tausch

Kräftig getauscht wird auch in der Online-Welt. Deutsche Tauschbörsen im Internet wie ­maedchenflohmarkt.de oder unserkleiderschrank.de gibt es schon lange. Österreich holt auf: kleiderkreisel.at ist die derzeit größte heimische Tauschbörse im Internet. Mittlerweile hat sie 50.000 Mitglieder. 250.000 Artikel stehen zum Tausch. In einem Forum wird über die neuesten Trends und Do-it-yourself-Ideen geplaudert. Upcyceln statt wegwerfen. Aus gebrauchtem Material und Wegwerfprodukten werden neue Dinge mit Mehrwert geschaffen. Eine Userin stellt etwa aus bunt-lackierten Dosenverschlüssen Armbänder her. Die Online-Community schenkt Beifall.

Kleiderkreisel
Auf kleiderkreisel.at wird getauscht oder zum Mini-Preis verkauft Foto: kleiderkreisel.at/Conny Mirbach

Facebook-Tauschbörse

Auch auf Facebook gibt es immer mehr Gruppen, die ihren privaten Tauschhandel betreiben. In der Gruppe „Wiener Shoppingbörse“ werden Mango-Shirts, ungetragene Converse- oder Diesel-Jeans getauscht oder günstig zum Kauf angeboten. Fashionistas finden in der „Luxus Shoppingbörse“ Designerteile. Der letzte Eintrag: Hani K. bietet Louboutin Wedges um den halben Einkaufspreis an. Sie haben ihr nach dem Kauf dann doch nicht mehr so gut gefallen. ­Einige Mädels haben schon Interesse bekundet.

Hallo, Baby

Für Eltern ist übrigens die Online-Börse www.mami-schnapp.at ein Geheimtipp. Hier wird vom Spielzeug über Kleidung bis zum Kindersitz – alles rund ums Baby – getauscht.

Vintage-Boutiquen

Ein zweites Leben wird Kleidung auch in Vintage-Boutiquen eingehaucht. Secondhand-Läden boomen und sprießen in ganz Österreich aus dem Boden. Insidertipps sind Flo Vintage in Wien (www.flovintage.com), Secondissimo (www.secondissimo.at) in Salzburg und „Die GardeRobe“ (garderobe-secondhand.at) in Graz. Happy Tauschhandel!

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Foto: ACTS/MIKE RANZ

 

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