Laser ersetzen das Skalpell in Medizin und Kosmetik

Laser halten Einzug in vielen Bereichen der Medizin und Kosmetik. Die schmerzarmen Behandlungen haben viele Vorteile. Weekend verrät Ihnen alles, was sie über moderne Laser-Behandlungen wissen müssen.

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Ärzte und Kosmetik-Institute finden zahlreiche Anwendungsbereiche für Laserstrahlen. Foto: thinkstockphotos.de

In der Medizin vollzieht sich seit einigen Jahren ein tiefgreifender Wandel. Seit Langem etablierte Verfahren im Bereich der Chirurgie und Diagnostik werden durch neue Tech­niken ersetzt. Besonders die Lasertechnik kämpfte sich durch ihre multifunktionelle Einsetzbarkeit an die forderste Front des medizinischen Alltags. Damit ist ­diese, ungefähr 50 Jahre alte Technik aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken.

Umfangreicher Einsatz

Allgemeinmediziner verwenden Laser in der Diagnose oder setzen sie bei der Wund- und Schmerzbehandlung ein. In der Augenheilkunde kommt der Lichtstrahl häufig bei der Diagnoseerstellung zum Einsatz. Das unscheinbare Laserlicht kann aber auch eine abgelöste Netzhaut wieder mit dem Augenhintergrund verschweißen oder optische Fehlsichtigkeit auf einfache Art und Weise korrigieren. Auch dem nervenzerfetzenden Bohrgeräusch beim Zahnarzt wird immer öfter durch den Einsatz von Laser der Garaus gemacht. Egal, ob beim Abtragen von Zahnsubstanz, der Wurzelkanalbehandlung oder bei der Zahnweißung – der Laser packt’s mit links. Der Vorteil für Patienten: weniger Schmerzen, weniger Nähte bei der Zahnoperation und eine reduzierte Entzündungsgefahr, da der Laser den behandelten Bereich keimfrei macht. Selbst im Operationssaal setzen Ärzte zum Teil bereits auf Laserskalpelle oder behandeln damit defekte Venen. Ein großer Vorteil dieser Technik ist  die präzise Wirkung der ­Laserstrahlen, die zum vermehrten Einsatz minimalinvasiver Operationstechniken führt. Diese schonenden Behandlungsverfahren können zum Teil sogar ambulant durchgeführt werden und entlasten damit nicht nur den Patienten, sondern führen auch zu einer finan­ziellen Entlastung unseres strapazierten Gesundheitssystems.

Tattoo-Killer

Auch Jugendsünden in Form von Tattoos können mittels Laserstrahl entfernt werden. Diese Behandlung darf aufgrund der Laserstärke nur von Ärzten oder unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden, berichtet der Laserschutz­beauftragte Eduard Yusupov von Dermacare. Schätzungen zufolge sind bis zu 20 Prozent der Bevölkerung tätowiert und rund ein Viertel davon überlegt sich irgendwann, ihr Tattoo wieder entfernen zu lassen. "Die Laserbehandlung ist ungefähr so schmerzhaft, wie das Stechen des Tattoos", berichtet Yusupov und kostet je nach Größe zwischen 50 und einigen Hundert Euro pro Sitzung. In mehreren Behandlungen werden mit pulsierender Laserlichtenergie die eingelagerten Farbpigmente zerstört und über das körpereigene Lymphsystem abtransportiert. Als Nebenwirkung können einige Tage gerötete oder geschwollene Haut sowie eine kurzzeitige Verkrustung des behandelten Areals auftreten.

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Lästige Haare dauerhaft entfernern – mit Laserstrahlen kein Problem. Foto: thinkstockphotos.de

Kosmetischer Einsatz

Dermatologen finden zahlreiche weitere Anwendungsbereiche für die Laserstrahlen. So können damit zum Beispiel störende Pigmentflecken selektiv zerstört oder entzündliche Hauterkrankungen wie Schuppenflechte punktgenau und gezielt behandelt werden. Auch lästiger Haarwuchs kann mit Laserpulsen ausgebremst werden. Dabei verödet das Licht die Haarwurzeln und reduziert oder verhindert im besten Fall auf diese Weise das weitere Haarwachstum. Dem Einsatzgebiet von Laser sind scheinbar keine Grenzen gesetzt, besonders im kosmetischen Bereich ist die Beratung vor einer Behandlung jedoch umso wichtiger.

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