Individualität ist in Mode: Die neuen Trends bei Eheringen

Ein Ehering ist eines der wichtigsten Schmuckstücke im Leben einer Frau. Und doch sind sie meist so dezent und unscheinbar, dass sie kaum auffallen. Das ändert sich aber jetzt: Denn Eheringe bekommen nun neue Formen, Farben und Materialien.

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Eheringe müssen nicht mehr schlicht und unscheinbar sein. Foto: thinkstockphotos.com

Neue Formen des Eherings sind eckig oder gewellt. Besonders schwarze oder champagnerfarbene Diamanten sind gefragt und werden sogar an der Innenseite des Rings platziert. Das zeigt der Blick in die neuen Kollektionen der Hersteller. Bei Eheringen wird die individuelle Note immer wichtiger, hat die Trendforscherin Irmie Schüch-Schamburek beobachtet. Anders gesagt: Der Trend geht hin zu Unikaten, die so individuell wie das Brautpaar selbst sein sollen. "Ein Fingerabdruck, ein handgeschriebener Text oder eine Unterschrift verleihen dem Trauring eine ganz persönliche Note", so Schmuck-Experte Thilo Brückner.

Material-Mix und innovative Formen

Weißgold und Roségold bleiben auch in diesem Jahr besonders beliebt, verrät Raphael Fischer vom Zentralverband der Deutschen Goldschmiede Silberschmiede und Juweliere. Optisch dominieren einerseits glatt polierte, andererseits stark strukturierte Oberflächen. Brückner berichtet, dass Paare gerne Materialien kombinieren, wie zum Beispiel Weißgold und eine schwarze Ruthenium-Beschichtung oder Stahl und Titan. "Carbon küsst Gold" benannte zum Beispiel der Hersteller Fischer seine Kollektion, Titan und Keramik vereint die Titanfactory. Bei Michael Weggenmanns Ringen mit dem Namen "Toi et moi" können Paare entscheiden, wie sich die Anteile von Weißgold, Roségold und Stahl verteilen.

Die Drehringe von Girello bestehen aus zwei Ringen
Foto: APA (Girello)

Die neuen Formen finden sich etwa in der Gerstner-Kollektion "Stufen": Die feinen Ringe haben wellenförmige, dezente Kanten. Die Modelle sind inspiriert von Hermann Hesses "Stufengedicht" und sollen den Zauber des Anfangs festhalten. Wellenförmiger Besatz sind auch die charakteristischen Komponenten des Herstellers Girello. Die Drehringe mit Kugellager aus Platin, Gelb- und Rotgold bestehen aus zwei übereinander liegenden Ringen, wovon sich der obere unabhängig vom unteren bewegen lässt.

Doch der Ring muss - wie jedes andere Schmuck- und auch Kleidungsstück - zu seinem Träger passen. Und es gelten häufig die gleichen Styling-Regeln: Quer gestreifte Ringe lassen die Finger dicker wirken, sagt Goldschmiede-Experte Raphael Fischer. Auch sei wichtig, dass kein Schmuckstück gewählt wird, das bei der Arbeit stört. "Design und Formsprache sollen der jeweiligen Hand dienlich und die Maße des Traurings so gewählt sein, dass er im Alltag nicht hinderlich ist."

Der etwas andere Ehering

Insgesamt werde mehr Wert auf den Eheschmuck gelegt, erklärt Trendforscherin Irmie Schüch-Schamburek. Es finde gerade eine "Enttabuisierung am Markt" statt. Die Schmuckdesigner wagen es, extravagantere Stücke zu kreieren, mischen Materialien und wählen für Eheringe ungewöhnliche Steine aus - und die Kunden, auch die Männer, greifen zu. "Ich ermutige junge Paare, auch in Bezug auf ihre Trauringe, ungewöhnliche Weg zu gehen, ihrem eigenen Stil und ihrem Herzen zu folgen", so die Trendanalystin. "Alles ist möglich."

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