Stefanie Kaisers Dirndl rocken: von Kärnten bis Afrika

Stoffeinkauf, Design und Maßanfertigung, Auslieferung: Als Schneiderin macht Stefanie Kaiser alles, was mit der Verarbeitung von Stoffen, Textilien und auch Leder zu tun hat. 2002 hat sie ihr Label "Mode im Hof 1981" gegründet und 2014 hat sie gemeinsam mit Entwicklungshelferin Martina Ressmann das AFRIKAdirndl aus der Taufe gehoben: Ein Dirndlkleid, das klassische, österreichische Dirndlschnitte neu interpretiert und mit afrikanischen Stoffen kombiniert. Mit uns sprach die Villacher Stoffkünstlerin über Authentizität, Einzelstücke und warum man Trends nicht nachlaufen muss.

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Schneiderin und AFRIKAdirndl-Schöpferin Stefanie Kaiser. Foto: Klaus Pribernig

Was macht Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Spaß?

Alles – von der Stoffauswahl beim Einkauf und der Zusammensetzung der Materialien, über die Maßanfertigungen, die Detailarbeit von jedem einzelnen AFRIKAdirndl bis hin zur letzten Anprobe. Jeder Verarbeitungsschritt hat seinen Reiz und nachdem wirklich jedes Stück ein Einzelstück ist, gibt es keine Wiederholungen. Jedes AFRIKAdirndl ist eine eigene Schöpfung, vorgegeben durch die Kundin, an die es angepasst wird – sowohl in den Farben der Stoffe als auch im Schnitt des Kleides.

Wie ist es zum AFRIKAdirndl gekommen?

Die Idee zum AFRIKAdirndl entstand durch einen Freundschaftsdienst: Anfang 2014 trat meine Schneiderpuppe ihre Reise nach Afrika an, wo sie seither die tansanische Designerin Anne Kiwia in Dar Es Salaam bei ihren Maßanfertigungen unterstützt. Als Dankeschön hab ich einige Stoffe von ihr bekommen. Als Martina Ressmann, die zu diesem Zeitpunkt in Tansania lebte, mir die Stoffe brachte, scherzten wir herum, dass wir gerne den Villacher Kirchtag mit einem originellen Dirndl mit afrikanischen Stoffen aufmischen wollen. Die Idee ließ mich nicht mehr los – im August 2014 haben wir unsere erste Kollektion vorgestellt und damit auch tatsächlich unterschiedliche Kirchtage, die Wiesn und die Ballsaison „aufgefrischt“.

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Die erste Kollektion der AFRIKAdirndl-Familie: afrikanische und österreichische Stoffe und traditioneller Dirndlschnitt. Foto: Klaus Pribernig/bilder.co.at

Mit einem Teil des Erlöses unterstützen Sie auch wohltätige Projekte?

Ja genau! Martina hat durch ihren Entwicklungshilfeeinsatz gesehen, dass Wissen das höchste Gut ist. Deshalb haben wir uns entschlossen, kostenlose Schneiderschulungen in Afrika vor Ort zu halten. Im Dezember 2014 haben wir den ersten Workshop gehalten und weitere werden folgen. Um die Verbindung zu Tansania weiterhin aufrecht zu erhalten, unterstützen wir mit jedem verkauften AFRIKAdirndl das "Art Against Poverty"-Projekt, das Jugendlichen eine musisch-kreative Ausbildung bietet, sodass sie ihr Leben mit ihrer Begabung finanzieren können.

Was ist Ihnen bei Ihrer Arbeit wichtig?

Details und Kontext. Die Details sind wesentlich – die machen den Unterschied zur Massenware und geben den Schliff zur Einzigartigkeit. Der Kontext wird durch die Kundin geprägt.

Haben Sie ein Motto?

„Es liegt an der Schneiderkunst jede Frau schön aussehen zu lassen,“ lautet meine Devise und deshalb ist eine Farbabstimmung auf den Haut- und Haartyp und die Schnittauswahl maßgeblich. Ich freu‘ mich, wenn die Trägerin in ihrem neuen Kleidungsstück erstrahlt, wenn dieses ihren Charakter unterstreicht und die Schönheit betont.

Was liegt 2015 voll im Trend?

Ich lass mich selten von Trends treiben – ich lass‘ mich ausschließlich von meinen Ideen und meinem Gefühl leiten. Für mich ist Authentizität das Wichtigste. Abgestimmt auf die eigene Persönlichkeit sollte man eigentlich immer im Trend liegen.

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Bunt, chic und individuell: Jedes AFRIKAdirndl ist eine Maßanfertigung und ein Einzelstück. Foto: Klaus Pribernig

Möchten Sie uns noch etwas sagen?

Trend hin oder her: Ein gutes Kleidungsstück wird einem immer das Gefühl geben, gut angezogen zu sein – lassen Sie sich nichts anderes einreden!

Weitere Infos gibt’s unter www.afrikadirndl.com.

 

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