Wandel: Was ist das jetzige Schönheitsideal?

Das westliche weibliche Schönheitsideal hat seit den 1950ern einen extremen Wandel hingelegt und fast nach jeder Dekade zwischen Untergewicht und prallen Kurven alterniert. Doch was zählt heute eigentlich als schön?

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Kim Kardashian, Lena Dunham & Victoria Beckham Foto: ANGELA WEISS/AFP/Derek Storm/Everett Collection/ED/Camera Press/picturedesk.com

Das Korsett der Wahrnehmung von Schönheit ist in der modernen Ära von Amy Schumer, Lena Dunham, Ashley Graham und Co. zum Glück nicht mehr so eng wie es vor wenigen Jahren noch war. Ästhetik ist heute weniger von Idealmaßen geprägt, sondern von Individualität, Natürlichkeit. Während das Alltagsgeschäft zahlreicher internationaler Lifestyle-Magazine vor rund zehn Jahren noch Gewichtsangaben von weiblichen Stars machten, die uns als Vorlage dienen sollten, ist die Bedeutung derartiger Maßangaben heute kein Thema mehr. Das Schönheitsideal hat sich massiv geändert - das zeigen vor allem die internationalen großen Fashion Weeks, die nicht nach nur Plus-Size- und Ausnahmemodels gieren, sondern auch nach Vorbildern mit unterschiedlichen Handicaps. Schönheit ist zum Glück auch medial divers geworden. Eine gewisse „Tendenz“ in Sachen Ideal drückt auch dieser Ära ihren Stempel auf.

Von Kurven zu „Zweigen“

In den 50er-Jahren waren Marilyn Monroes Kurven das, was eine Frau zur „Sexbombe“ machten. Angestrebt wurde damals die Konfektionsgröße 40 oder 42 – wer zu dürr war, nahm Nahrungsergänzungsmittel, um diese Maße zu erreichen. Doch das änderte sich nur zehn Jahre später als Model Lesley „Twiggy“ Lawson mit ihrer hageren Figur alle Magazin-Cover zierte. Taille, Busen und breite Hüften wurden nun vielmehr kaschiert als betont. Dürre, burschikose Frauenkörper waren dafür stark angesagt.

Brüste und Taille

In den 70ern und 80ern hatte frau zwar wieder Rundungen wie Brüste oder eine schöne Taille, doch nicht mehr ganz so stark wie in der Monroe-Ära. Die Zeit der Supermodels und Naturschönheiten wie Cindy Crawford und Naomi Campbell war eingeläutet. Zu dürr, aber auch zu kurvig entsprach nicht länger dem Schönheitsideal.

„Heroin-chic“

Eine Dekade später prägte vor allem der Begriff „heroin-chic“. Das perfekte Gesicht dazu: Kate Moss. Glamour und sexy Weiblichkeit verlor an Popularität, denn in den 90ern war frau eher dürr, entkräftet, abgetragen, rebellisch, anders. "Girly Girls" wurden hingegen vielmehr belächelt und hatten einen naiven Anstich. Doch das änderte sich wieder mit den Victoria’s Secret-Models, die weibliche Kurven (an den richtigen Stellen) zurückbrachten. Sexy war wieder in!

 

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Die große Kehrseite

Seit ungefähr zehn Jahren hält sich ein „neuer“ Körpertrend wacker, der allerdings Ende der 90er-Jahre bereits von Jennifer Lopez geprägt wurde: der große Hintern. Noch nie waren Po-Implantate und -Liftings so gefragt wie jetzt. Dank Kim Kardashian und Co. fühlen sich zudem auch kurvigere und beleibtere Frauen sexy, denn Magerfrauen wie Victoria Beckham entsprechen derzeit nicht dem Ideal - zumindest für die nächsten drei Jahre nicht. Schlanke Frauen wie Karlie Kloss, die einen gesunden Lebenssti l durch Sport, gesunde Ernährung und Bewusstseinstraining pflegen, zählen jedoch zur zweiten Säule des aktuellen Schönheitsideals. Wir dürfen gespannt sein, was die nächste Dekade mit sich bringt.

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